Telekom Super-Vectoring

Super-Vectoring mit bis zu 250 Mbit/s ab August 2018 verfügbar

Durch das Vectoring-Verfahren hat sich die Maximal-Geschwindigkeit von VDSL auf 100 Mbit/s verdoppelt. Jetzt zündet die Telekom die nächste Ausbaustufe und führt das Super-Vectoring ein. Damit sollen im Telekom Netz nun großflächig Download-Übertragungsraten von bis zu 250 Mbit/s verfügbar werden.

Aktualisiert 20.06.2018
Telekom Super-Vectoring - Tarife, Preise & Verfügbarkeit 4 / 5 2 1 Sterne 2 Sterne 3 Sterne 4 Sterne 5 Sterne (2)
Telekom Super-Vectoring

Durch die Einführung von VDSL Vectoring im Jahr 2015 hat sich die maximale VDSL Geschwindigkeit von 50 Mbit/s auf 100 Mbit/s verdoppelt. Rund drei Jahre später folgt nun der nächste Schlag: Aus dem Telekom Vectoring wird Telekom Super-Vectoring - und die Spitzen-Geschwindigkeit im klassischen Festnetz steigt auf 250 Mbit/s an. Wir erklären, wie das neue Super-Vectoring funktioniert, wo es verfügbar sein wird und warum der Super-Vectoring Ausbau durch die Telekom nicht ganz unumstritten ist.

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Telekom DSL

So funktioniert das Telekom Super-Vectoring

Eines muss man zugeben - im Vergleich zu ihren Wettbewerbern setzt die Telekom die Bezeichnung Glasfaseranschluss schon ziemlich großzügig ein. Wenn sie von einem "Glasfaser-basierten Anschluss" spricht, dann fällt in diese Kategorie auch noch der einfache VDSL Anschluss. Aber das nicht einmal zu Unrecht: Schließlich basiert der Großteil der deutschen Breitbandnetze schon längst auf der schnellen Glasfaser.

Nur reichen die flotten Lichtleiter eben immer noch in den wenigsten Fällen direkt bis in die Kundenhaushalte. Spätestens auf der Strecke zwischen den Gebäuden und dem ersten Verteilerkasten liegt in aller Regel noch der alte Kupferdraht im Boden - eine Erblast des alten Telefonnetzes. Durch den Wechsel von Glasfaser auf Kupfer wird die Verbindung auf dieser "Letzten Meile" erheblich ausgebremst.

Hier kommt das Vectoring-Verfahren ins Spiel. Durch diese Technologie kann die Verbindungsqualität entscheidend verbessert werden. Der Kniff: Störsignale werden hier quasi "herausgerechnet" und durch ein entsprechendes Gegensignal unterdrückt - man kennt das Prinzip vielleicht noch von Wellen-Experimenten aus dem Physikunterricht.

Der Lohn für den technischen Aufwand: Zumindest auf kürzeren Strecken lässt sich die normale VDSL Geschwindigkeit von bis zu 50 Mbit/s auf bis zu 100 Mbit/s verdoppeln. 

Das neue Super-Vectoring ist nun schließlich die nächste Ausbaustufe von VDSL Vectoring. Das Grundprinzip bleibt das gleiche wie beim bisherigen Telekom Vectoring, allerdings arbeitet die Rauschunterdrückung hier nochmals deutlich effektiver. Darüber hinaus wird ein breiteres Frequenz-Spektrum für die Datenübertragung genutzt. Statt 17 MHz werden 35 MHz bemüht - weshalb das beim Telekom Supervectoring eingesetzte Verfahren technisch präziser auch als Supervectoring 35b bezeichnet wird.

Durch das Telekom Super-Vectoring bekommt die Datenübertragung nochmals einen gehörigen Schub. In der Spitze sind im Download per Telekom Super-Vectoring bis zu 250 Mbit/s möglich. Die maximale Upload-Geschwindigkeit bleibt von der neuen Technologie allerdings unberührt, sie verbleibt bei 40 Mbit/s. Grundsätzlich erhöht sich jedoch nicht nur der Top-Speed, laut Telekom werden in der Regel fast alle Nutzer in den Super-Vectoring Ausbaugebieten von verbesserten Datenraten profitieren.

Schaubild Supervectoring (Quelle: Deutsche Telekom)

Die Super-Vectoring Strategie: Erst Highspeed, dann Gigaspeed

Für den Einsatz von Super-Vectoring ist die Deutsche Telekom vielfach kritisiert worden. Denn wäre es nicht zielführender, direkt "echte" Glasfaseranschlüsse auszubauen? Schließlich ist das reine Glasfaser Internet ohne Frage das zukunftsfähigere Modell - und statt bis zu 250 Mbit/s wären so schon Gigabit-Geschwindigkeiten machbar.

Doch das Super-Vectoring hat einen nicht zu unterschätzenden Vorteil: Den verhältnismäßig geringen Aufwand, der für die flächendeckende Einführung der Technik erforderlich ist. Der Ausbau von FTTH Glasfaser ist dagegen extrem aufwendig, da hierzu fast immer Arbeiten auf Grundstücken und an Häusern vonnöten sind, um die Glasfaserleitung direkt in die Gebäude zu bringen. Das kostet nicht nur Geld, sondern natürlich auch viel Zeit. Heißt also: Zwar könnte ein Teil der Nutzerschaft recht bald von sehr hohen Datenraten profitieren, die breite Masse müsste aber bedeutend länger auf Geschwindigkeits-Verbesserungen warten.

Einbau Supervectoring-Karte in Verteilerkasten
Einbau einer Super-Vectoring-Karte

Für die Umsetzung von Super-Vectoring ist das nicht notwendig. Wo bereits Vectoring-taugliche Infrastruktur vorhanden ist, müssen in erster Linie noch die sogenannten Linecards in den Verteilerkästen ausgetauscht werden. Mit dieser technischen Umrüstung hat die Deutsche Telekom bereits im April 2017 begonnen. Nach allen finalen Tests und einem abschließenden Software-Update ist letztlich alles bereit für die großflächige Aufschaltung von Telekom Supervectoring.

Freilich bleibt Super-Vectoring ein Zwischenschritt. Wie notwendig oder sinnvoll dieser ist, darüber wird es zweifellos weiter hitzige Diskussionen geben. Aber auch, wenn sich der Netzbetreiber zunächst auf die zügige Versorgung mit 250 Mbit/s konzentriert - das erklärte Langzeit-Ziel der Telekom bleibt der Netzausbau mit FTTH Glasfaser. Und der kann laut Telekom auch später noch effektiv nachgezogen werden. Durch die aktuelle Ausweitung der eigenen Glasfaser-Leitungen sei ja schließlich schon ein erheblicher Teil der Vorarbeit geleistet. Nach und nach soll es in den kommenden Jahren dann auch den letzten Resten Klingeldraht an den Kragen gehen.

Super-Vectoring Verfügbarkeit: 15 Mio. Haushalte bis Ende 2018

Insgesamt hat die Telekom bereits rund 19 Millionen deutsche Haushalte für Vectoring erschlossen. Das bietet viel Potenzial für die nächste Ausbaustufe Super-Vectoring. Im Anschluss an die Aufschaltung der ersten Super-Vectoring Anschlüsse im August soll es dann auch entsprechend schnell gehen mit der Ausbreitung. Für Ende 2018 hat sich die Telekom so zum Ziel gesetzt, bereits 15 Millionen Haushalte mit bis zu 250 Mbit/s versorgen zu können.

Die Telekom begnügt sich aber natürlich nicht damit, in bestehenden Vectoring-Regionen höhere Geschwindigkeiten aufzuschalten. Parallel wächst das Glasfaser-Netz der Telekom zügig weiter: Schon 2017 hat die Deutsche Telekom insgesamt rund 40.000 Kilometer Glasfaser neu verlegt, 2018 will die Telekom sogar noch einen drauflegen und peilt 60.000 Kilometer neue Leitungsstrecken an. 

Karte Telekom Ausbaustatus
Screenshot: Abfrage Telekom Ausbaustatus
Vectoring ermöglicht den raschen Ausbau von Highspeed-Internet

MagentaZuhause XL: Der Tarif für Supervectoring und FTTH

Wo Telekom Super-Vectoring verfügbar ist, kann ab sofort der neue Highend-Tarif MagentaZuhause XL (vor-)bestellt werden. Er bietet die übliche Grundaustattung aus Internetanschluss, Festnetz-Telefonanschluss, Internet Flatrate und Festnetz-Flat. Darüber hinaus ist in MagentaZuhause XL allerdings auch noch eine weitere Flatrate für gebührenfreie Gespräche vom Festnetz in die deutschen Mobilfunknetze enthalten.

Die normale monatliche Grundgebühr für Telekom MagentaZuhause XL liegt bei 54,95 Euro, Neukunden erhalten das Tarifpaket in den ersten sechs Vertragsmonaten zum reduzierten Einstiegspreis von nur 19,95 €/Monat. Darüber hinaus fällt zum Start eine einmalige Bereitstellungs-Gebühr in Höhe von 69,95 Euro an.

Das 250 Mbit Angebot ist übrigens kein reiner Supervectoring Tarif. Denn er gilt auch für Standorte mit FTTH Glasfaseranschluss. Diese sind in jedem Fall im Vorteil: Während die tatsächliche Geschwindigkeit beim Super-Vectoring mit zunehmendem Abstand zum Verteilerkasten schnell abnimmt, dürfte bei FTTH Nutzern meist das Maximum der 250 Mbit Verbindung ankommen.

Ein weiterer großer Unterschied besteht bei der Upload-Geschwindigkeit der beiden Anschlussarten. Während die Super-Vectoring Verbindung maximal 40 Mbit/s hergibt, liegt der Upload-Speed beim Fiber-Anschluss bei bis zu 100 Mbit/s.

Dafür ist die Super-Vectoring Verfügbarkeit um Längen höher. Der Glasfaser-Tarif MagentaZuhause XL mit Fiber 250 ist zum Start sogar lediglich in den beiden Pilotgebieten Plettenberg und Fuldabrück erhältlich.

Übersicht: Die aktuellen Telekom Magenta Zuhause Angebote

Derzeit ist die Tarifvariante Telekom MagentaZuhause XL zwar bereits auf einigen Telekom-Seiten aufgeführt, kann jedoch noch nicht regulär im Online-Shop bestellt werden. So klafft im Telekom Tarifportfolio aktuell also noch eine deutliche Lücke zwischen MagentaZuhause L mit bis zu 100 Mbit/s und dem reinen Glasfaserangebot MagentaZuhause Giga:

Tarifname Telekom
Magenta Zuhause S
Telekom
Magenta Zuhause M
Telekom
Magenta Zuhause L
Telekom
Magenta Zuhause Giga

Internet-
anschluss

bis zu 16 Mbit/s
(DSL 16000)

Tipp!

bis zu 50 Mbit/s
(VDSL 50)

bis zu 100 Mbit/s
(VDSL 100)

bis zu 1 Gbit/s
(1000 Mbit/s)

Upload-
Datenrate

bis zu 2,4 Mbit/s

bis zu 10 Mbit/s

bis zu 40 Mbit/s

bis zu 500 Mbit/s

Internet
Flatrate

  •  
  •  
  •  
  •  

Telefon-
anschluss

  •  
  •  
  •  
  •  

Telefon
Flatrate

  •  
  •  
  •  
  •  

(Fest- und Handynetze)

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