Schadensersatz bei DSL Ausfall bzw. Störung

Schadensersatz bei Internet-Ausfall

Der Interanschluss gehört heutzutage zu den selbstverständlichen Dingen des Alltags. Wenn der Zugang ausfällt, ist der Ärger dementsprechend groß. Vor allem dann, wenn die Störung über einen längeren Zeitraum andauert und sich der Provider dem Problem nicht umgehend annimmt.

Aktualisiert 12.10.2015
Schadensersatz bei DSL Störung bzw. Ausfall - Kostenerstattung bei Internetausfall 4.58 / 5 97 1 Sterne 2 Sterne 3 Sterne 4 Sterne 5 Sterne (97)

Sicher, kurzfristige technische Störung können immer einmal auftreten. Aber auch Fälle, in denen Nutzer über Wochen oder gar Monate keinen Zugriff auf das Internet hatten, den Provider vergeblich zur Behebung des Problems aufforderten und trotzdem die monatlichen Gebühren zu entrichten hatten, waren in der Vergangenheit leider keine absolute Seltenheit.

Im Januar 2013 hat der Bundesgerichtshof hierzu allerdings ein Urteil gefällt, dass für Nutzer interessant und für Provider ein Grund sein sollte, zukünftig Dauerausfälle zu vermeiden. Hat der Internetanbieter nämlich Schuld an dem Ausfall, kann er demnach durchaus belangt werden und neben der reinen Kostenerstattung auch zur Zahlung von Schadensersatz verpflichtet werden.

Verbraucherrechte: Schadensersatz bei Internetausfall

BGH: Internetzugang auch für Privatnutzer von zentraler Bedeutung

Im konkreten Fall war es dem Kläger insgesamt zwei Monate lang nicht möglich, Gebrauch von seinem DSL Anschluss zu machen. Ursächlich dafür war nachweislich ein Fehler des beklagten Telekommunikationsanbieters. Das Gericht befand, dass die Nutzung des Internets inzwischen auch in privaten Lebensbereichen von zentraler Bedeutung für die eigenwirtschaftliche Lebenshaltung ist.

Dem Kläger wurde sowohl ein Anspruch auf Regress als auch auf Schadensersatz zugesprochen, da er Kosten von mehreren Hundert Euro zu begleichen hatte, die durch den Ersatz des Anschlusses durch eine Mobilfunklösung entstanden waren.

Allerdings urteilten die Richter in Bezug auf den ebenfalls ausgefallenen Telefon- und Faxanschluss abweichend. Dieser lasse sich leicht und weniger kostenaufwändig durch einen meist schon vorhandenen Mobilfunkanschluss und den Postweg ersetzen, so das Gericht. Hierfür konnte der Beklagte demnach keinen Anspruch geltend machen.

Sie haben ein Recht auf Schadensersatz bei DSL Ausfall, wenn...

  • der Anschluss über einen längeren Zeitraum (mehrere Wochen oder Monate) nicht nutzbar ist
  • die Ursache des Ausfalls eindeutig in Verantwortung des Anbieters liegt


Eine kurzzeitige Unterbrechung des Internetzugangs aufgrund von Störungen oder Netzausfällen muss jeder Nutzer hinnehmen. Wenn der DSL Anschluss jedoch über Wochen nicht funktioniert und ein Ersatz beschafft werden muss, kann der Kunde sowohl die Nutzungsgebühr für den besagten Zeitraum zurückverlangen, als auch auf Erstattung der zusätzlich entstanden Kosten bestehen. Bei dauerhaftem Ausfall des Telefonanschlusses besteht allerdings kein Recht auf Schadensersatz.

Kein Zugriff auf das Internet? Das können Sie tun

Sollte der private Internetanschluss über längere Zeit nicht funktionieren, kann der Nutzer selbst zunächst einiges tun, um die Ursache des Problems zu finden und es möglicherweise zu beheben:

Internetverbindung prüfen - zunächst sollte die Netzwerkverbindung genauer unter die Lupe genommen werden. Ist der Router eingeschaltet? Ist die WLAN-Funktion aktiv und der Rechner mit dem Router verbunden? Wenn diese Fragen mit "ja" beantwortet werden können, sollte als nächstes geprüft werden, ob der Internetzugriff über eine Kabel-Verbindung ermöglicht werden kann. Schlägt auch das fehl, ist der Nutzer auf Hilfe durch den Provider angewiesen.

Anbieter kontaktieren - Für Störungsfälle bieten alle Provider die Nutzung einer Service-Hotline an. Diese ist für Kunden meist kostenlos und oftmals rund um die Uhr zu erreichen. Die Service-Mitarbeiter werden zuerst versuchen, das Problem am Telefon zu beheben. Sollte dies nicht möglich sein, wird ein Termin für einen Techniker vereinbart, der sich vor Ort um das Problem kümmert.

Sollte der der Zugriff auf das Internet im Anschluss immer noch nicht möglich sein, oder der Techniker zum vereinbarten Termin nicht erscheinen, ist es wichtig, erneut den Anbieter zu informieren, im besten Fall schriftlich. Auch ein weiterer Anruf bei der Service-Hotline ist eine Option. Die Anwendung rechtlicher Mittel sollte erst dann in Erwägung gezogen werden, wenn auch nach intensiven Bemühungen noch keine Freischaltung des Anschlusses erfolgt ist, denn hier entstehen nicht nur Kosten für den Anwalt und ein mögliches Gerichtsverfahren. Auch ein hoher Zeitverlust ist mit dieser Lösung verbunden.


Wichtiger Hinweis: Diese Informationen stellen keine Rechtsberatung sondern allgemeine Hinweise dar, für deren Vollständigkeit und Richtigkeit wir keine Haftung übernehmen können. Bei (konkreten) rechtlichen Fragen und für eine Rechtsberatung wenden Sie sich bitte an einen Rechtsanwalt.


Recht und Gesetz im Überblick

Viele Dinge, die nicht explizit durch das deutsche Telekommunikationsgesetz geregelt sind, müssen vor Gericht geklärt werden. Allerdings bietet das Gesetz eine sehr gute Grundlage und greift oft auch schon bei Einzelfällen. Welche Rechte dem Verbraucher aktuell zustehen, hat DSLWEB übersichtlich zusammengetragen.

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