Vodafone will wachsen, Kabel Deutschland verschwindet

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Durch die Übernahme von Kabel Deutschland ist Vodafone schlagartig zu einem der bundesweit größten Kabelprovider geworden. Die Kosten für das Unternehmen belaufen sich auf fast elf Milliarden Euro. Wie Vodafone Deutschland Chef Jens Schulte-Bockum gestern in Düsseldorf mitteilte, ist damit erst ein Etappenziel erreicht. Erstens sollen die Kundenzahlen im Festnetz-Bereich wieder steigen. Zweitens schielt man auf eine Übernahme von Unitymedia/Kabel BW.

Wachsendes Festnetz-Geschäft erwartet
Im Festnetz-Geschäft von Vodafone lief es in letzter Zeit nicht rund. In den vergangenen Geschäftsquartalen musste der Provider sinkende DSL Kundenzahlen verzeichnen. Ein Hauptgrund war die starke Konkurrenz der Kabel Internet, die in ihren leistungsstarken Netzen höhere Internet-Geschwindigkeiten schalten können. Durch die Übernahme von Kabel Deutschland durch Vodafone verschwand ein Hauptkonkurrent quasi über Nacht. Zugleich verbesserte sich Vodafones Position für einen Ausbau des Festnetz-Segments.

Wie die dpa berichtet, will Vodafone in den kommenden Jahren genau in diesem Geschäftsbereich angreifen und Druck auf den Marktführer Telekom ausüben. "Wir sehen uns als Herausforderer. Wir wollen den deutschen Markt aufmischen", ließ Jens Schulte-Bockum am Mittwoch vernehmen. Gleichzeitig geht er davon aus, dass die Kundenzahlen steigen werden: "In diesem Jahr erwarten wir erstmals wieder ein signifikantes Nettowachstum. Wir gehen wieder in Richtung Marktanteilsgewinne." Vodafone profitiere dabei sowohl von der Glasfaser-Infrastruktur von Kabel Deutschland als auch von den neuen Vertriebsmöglichkeiten, die Synergieeffekte erlauben.

In jedem Falle will der Konzern langfristig auf die Marke Kabel Deutschland verzichten und im Endkundengeschäft ganz auf "Vodafone" setzen. Wann das passiert, steht aber noch nicht fest.

Fusion mit Unitymedia Kabel BW?
Geht es nach dem Vodafone Manager soll das Wachstum zudem nicht allein aus dem Unternehmen heraus kommen. Vielmehr scheint auch eine Fusion mit Unitymedia Kabel BW zu den Gedankenspielen des Unternehmens zu gehören. Gelänge die, wäre Vodafone in allen 16 Bundesländern mit einem eigenen Kabelnetz präsent. Ob eine Fusion jedoch Chancen hätte, darf stark bezweifelt werden, da erhebliche kartellrechtliche Bedenken im Raum stünden.



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