Vodafone verliert im Q1 2015 weiter Kunden und danach den Vorstandschef

DSLWEB News | , 18:00 Uhr |

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Am heutigen Dienstag hat Vodafone seinen Bericht zum am 31. März abgelaufenen Geschäftsjahr 2014/15 vorgelegt. Gänzlich unerwartet gesellte sich zu den aktuellen Zahlen allerdings noch eine Ankündigung des Vodafone Deutschland CEOs Jens Schulte-Bockum: Er will seinen Posten noch in diesem Jahr räumen.

Insgesamt geben die aktuellen Zahlen zum Q1 2015 ein sehr gemischtes Bild ab. So wird Vodafone im Festnetzgeschäft von Kabel Deutschland gestärkt, verliert mit seiner Kernmarke aber weiterhin deutlich an Breitband-Verträgen. Im Mobilfunk-Geschäft wiederum verweist der Anbieter auf deutliche Zuwächse bei den Vertragskunden, starke Verluste im Prepaid-Bereich sorgen unterm Strich aber für ein gehöriges Minus bei der Gesamtkundenzahl.

Sowohl im Festnetz- als auch im Mobilfunk-Segment musste Vodafone im Vergleich zum Vorjahr einen sichtlichen Rückgang der Serviceumsätze hinnehmen. Der operative Gewinn derweil ist gegenüber dem Vorjahr sogar um 10,9 Prozent auf 3,4 Mrd. Euro abgesackt.

Festnetz-Breitband: Netto-Kundengewinn nur dank Kabel Deutschland
Insgesamt konnte Vodafone die Zahl seiner Breitband-Verträge im Vergleich zum Q4 2014 um 1,7 Prozent auf inzwischen 5,45 Millionen steigern. Das Nettoplus geht jedoch abermals auf die weiter stark auftretende Konzerntochter Kabel Deutschland zurück, die im Q1 2015 zusätzliche 123.000 Kabel Internet Abonnements gewann und zum Quartalsende so 2,628 Mio. Breitbandkunden vereinte.

Entwicklung Vodafone DSL Kunden

Der entgegengesetzte Trend setzt sich bei den DSL Vertragskunden der Kernmarke Vodafone fort - deren Zahl ist im Q1 um weitere 30.000 auf 2,822 Millionen zusammengeschrumpft. Wachstum verzeichnete Vodafone Deutschland speziell in der Sparte der Highspeed-Internetzugänge über VDSL oder Kabel Internet. Hier seien alleine zwischen Januar und Ende März 152.000 Teilnehmer hinzugekommen, im Vergleich zum Vorjahr liegt das Plus bei den Highspeed-Kundenverträgen sogar bei 567.000. Mit 2,8 Millionen Highspeed-Anschlüssen habe Vodafone damit inzwischen "den größten eigenen Highspeed Kundenstamm der Republik".

Mobilfunk: Umsatzrückgang trotz Vertragskunden-Zuwachs
Im Vergleich zum Vorjahresquartal hat Vodafone fast 500.000 Postpaid-Verträge hinzugewonnen, alleine im Q1 2013 belief sich das Kundenplus in diesem besonders lukrativen Segment auf 137.000. Durch den gleichzeitigen starken Rückgang im Prepaid-Bereich jedoch musste Vodafone auf der anderen Seite alleine für das Q1 2015 ein effektives Minus von 572.000 Mio. Mobilfunkverträgen verzeichnen.

Im Vergleich zum Jahr zuvor konnte Vodafone den Rückgang bei seinen Mobilfunk-Serviceumsätzen im vergangenen Geschäftsjahr so zwar von 6,2 auf 3,5 Prozent eindämmen, zur finalen Trendwende hat es aber noch nicht gereicht. Insgesamt zählte Vodafone zum 31. März 30,94 Mio. Mobilfunkverträge.

Entwicklung Vodafone Mobilfunkkunden

Unüberbrückbare Differenzen: Deutschland-Chef nimmt seinen Hut
Die Ankündigung von Jens Schulte-Bockums, der seit 1. Oktober 2012 als Vorsitzender der Geschäftsführung von Vodafone Deutschland tätig war, das Unternehmen zu verlassen, kam unerwartet - aber eben auch keineswegs aus dem Nichts. Schon länger soll es zwischen ihm und der Konzernspitze Konflikte gegeben haben. Gegenüber der Wirtschaftswoche soll Schulte-Bockum so auch von "unüberbrückbaren Differenzen" mit der britischen Unternehmensleitung gesprochen haben.

Wer als neuer Deutschland-CEO nachrücken soll, ist noch nicht geklärt. In der noch unbestimmten Übergangszeit wird Schulte-Bockum so auch weiter die Geschäfte leiten, bis zum Ende des laufenden Geschäftsjahres soll der Abschied aber final sein.



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