Start ins Geschäftsjahr 2021/22

Vodafone im Q2 2021: Kräfte sammeln nach dem Lockdown

DSLWEB News | , 16:33 Uhr | Ingo Hassa

Trotz der anhaltenden Corona-Krise kann Vodafone zum Auftakt seines neuen Geschäftsjahrs gute Wachstumszahlen vorweisen. Doch noch fehlt Kundschaft in den Ladenlokalen - der echte Aufschwung kommt erst.

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Vodafone Deutschland - Firmenzentrale

Roaming-Erholung lässt Umsatz steigen

Anders als im Vorjahresquartal konnte Vodafone Deutschland im Q2 des Kalenderjahres 2021 wieder ein Wachstum bei den Serviceumsätzen verbuchen. Insgesamt ist der Serviceumsatz des Unternehmens dabei um 1,4 Prozent auf 2,872 Mrd. Euro angestiegen.

Das ansehnliche Plus im Q2 2021 ist aber natürlich auch auf das schwache Vergleichsquartal zurückzuführen, in dem sich insbesondere der Corona-bedingte Einbruch des Roaming-Geschäfts negativ auf die Kennzahlen niedergeschlagen hatte. Inzwischen trägt aber auch dieser Bereich wieder zum Wachstum bei: Im Jahresvergleich hat sich der konzernweite Roaming-Umsatz laut Vodafone um immerhin 56 Prozent erholt, liegt damit allerdings noch immer nur bei etwa der Hälfte des Vor-Corona-Niveaus aus 2019.

Entsprechend hat auch der Mobilfunk-Serviceumsatz besonders stark angezogen, er legte im Vergleich zum Vorjahresquartal um 2,3 Prozent auf 1,254 Mrd. Euro zu. Im deutlich krisenfesteren Festnetz-Segment ergab sich für das Q2 2021 konsequenterweise ein wesentlich moderaterer Umsatzzuwachs von 0,6 Prozent auf 1,618 Mrd. Euro.

Stärkste Kundenbindung der Unternehmensgeschichte

Die Zahl der Vodafone Kabel Internet Kundenverträge ist im Q2 2021 um 33.000 auf 8,225 Millionen angewachsen. Beim größten Teil dieser Neuzugänge, nämlich rund 27.000, handelte es sich allerdings um bestehende DSL Kunden, die auf die schnelle Kabelglasfaser umgestiegen sind. Nicht überraschend also, dass die Gesamtzahl der Vodafone DSL Kundenverträge weiter rückläufig war, unterm Strich ist sie zwischen April und Ende Juni 2021 um 26.000 auf 2,725 Millionen abgesunken.

Die Zahl der Teilnehmer im Vodafone Mobilfunknetz ist im Q2 2021 ebenfalls weiter gewachsen und zwar um 121.000 auf insgesamt 30,927 Millionen. Der Anteil der Laufzeitverträge ist dabei leicht um 27.000 Kundenverträge auf 61,4 Prozent bzw. knapp über 19 Millionen zurückgegangen. Dafür kam Vodafone im Prepaid-Segment auf ein kräftiges Plus von 148.000 Netto-Neuverträgen.

Zu der positiven Entwicklung der Mobilfunkkundenzahlen hat nicht zuletzt die geringe Abwanderungs-Quote während der Pandemie beigetragen: Im Q2 2021 lag die Kündigungsrate mit 10,7% sogar auf dem niedrigsten Wert der gesamten Firmengeschichte.

Wo wir gerade beim Thema Kundenbindung sind: Zuwachs gab es auch bei der Zahl der Nutzer, die im Rahmen der Vodafone GigaKombi Angebote sowohl Festnetz- als auch Mobilfunkdienste von Vodafone beziehen. Diese konvergenten Kundenverträge haben im Q2 2021 um weitere 29.000 auf inzwischen knapp 1,7 Millionen zugelegt.

Mit angezogener Bremse aus dem Lockdown

Vodafone hat an vielen Stellen weiter an seinem TV-Angebot gefeilt. Unter anderem lässt sich inzwischen auch das Sportangebot DAZN direkt bei Vodafone buchen. Ein weiteres neues Bundle-Angebot ist Vodafone Giga TV mit Apple TV 4K. In den Nutzerzahlen konnten sich diese Neuerungen jedoch noch nicht sichtbar niederschlagen.

Die eigene TV-Sparte, so Vodafone, hat nämlich besonders unter den Corona-Beschränkungen gelitten. Denn offenbar waren die Ladenlokale vor Ort gerade in diesem Bereich sehr wichtig für die Neukundengewinnung und die Bewerbung neuer Produkt-Optionen. Durch den geringen Neuzulauf ist die Zahl der TV-Kundenverträge im Q2 2021 um 75.000 auf knapp über 13,4 Millionen abgesunken.

Obwohl die großen Anbieter schon lange an der Konsolidierung ihrer Shops arbeiten (siehe auch 'Digital statt lokal', DSLWEB Breitband Report 2020), scheint das Geschäft in den Innenstädten noch immer von großer Bedeutung zu sein - Digitalisierung hin oder her.

Europaweit lag das Kundenaufkommen vor Ort im Q2 immer noch etwa 40% unter dem Vor-Corona-Niveau von 2019. Deutschland war sogar besonders stark betroffen. Hierzulande belief sich der Rückgang im April und Mai auf rund 80% und auch nach dem Wegfall vieler Einschränkungen hat sich der Publikumsverkehr bislang erst auf etwa 50% erholt.

Wann springt die Marketing-Maschine wieder an?

Auch die anderen Geschäftsfelder waren von der geringeren Bewegung am Markt betroffen. Im Festnetz beispielsweise dürfte diese einen substanziellen Vorteil für den Marktführer Telekom mit seinen vielen langjährigen Bestandskunden bedeutet haben. Denn in Zeiten der Corona-Beschränkungen werden zahlreiche Nutzer erst einmal von einem Anbieterwechsel inklusive Techniker-Termin abgesehen haben.

Hier schließt sich ein weiterer Faktor an: Während der generellen Flaute hat Vodafone folgerichtig auch größere Marketing-Aufwendungen zunächst hintenangestellt. Im Zuge der langsamen Erholung blickt Vodafone nun vor allem auf die Zeit nach den Sommerferien. Denn wenn sich die allgemeine Lage Ende August, Anfang September nochmals deutlich erholt hat, will der Netzbetreiber gut vorbereitet zur Stelle sein.

Ein erster neuer Marketing-Push ist in der Zwischenzeit jedoch bereits angelaufen. Ende Juni hat Vodafone nämlich - mit hohem Werbedruck - seine neue Discount-Mobilfunkmarke SIMon mobile an den Start gebracht. Vodafone scheint sich also langsam wieder warm zu laufen.


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