Quartalsbericht

Vodafone Deutschland im Q4 2023: Optimistisch vom Regen in die Traufe

DSLWEB News | , 17:15 Uhr | Ingo Hassa

Die Vodafone Preiserhöhungen aus dem letzten Jahr haben Geld in die Kassen gespült, dem Internetanbieter andererseits aber auch einige Kunden gekostet. Hier entspannt sich die Lage nun wieder, doch mit dem Ende des Nebenkostenprivilegs für Kabelanschlüsse steht direkt der nächste große Kraftakt an.

Vodafone Geschäftsbericht - Analyse
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Vodafone Breitband-Kunden: Letzte Abwanderungs-Welle überstanden?

Bereits seit Mai 2023 hat Vodafone nach und nach Preiserhöhungen für seine bestehenden Breitbandkunden durchgesetzt. Im Q4 des Kalenderjahres wurde dieser Prozess nun endlich abgeschlossen - mit einer letzten Welle von rund 1 Million verteuerten Kundenverträgen. Insgesamt waren über 70% der Kundenbasis von der Vodafone Preiserhöhung betroffen.

Diesen Schritt sind freilich nicht alle Bestandskunden mitgegangen, was sich auch deutlich in der Entwicklung der Breitband-Kundenverträge über das Jahr hinweg niedergeschlagen hat. So hat Vodafone auch im Q4 2023 unterm Strich Kundenverträge eingebüßt, sowohl bei den Vodafone DSL Anschlüssen als auch bei Kabel Internet.

Der DSL Kundenbestand ging dabei um 28.000 Verträge zurück, die Zahl der Kabel Internet Verträge um 48.000. Darüber hinaus hat Vodafone seine offiziellen Breitband-Kundenzahlen im Q4 2023 um 18.000 Verträge bereinigt. Im Vergleich zum Vorquartal ist die Gesamtzahl der (ausgewiesenen) Breitband-Kundenverträge damit um 94.000 auf 10,282 Millionen zurückgegangen.

Vodafone Kundenverträge Q4 2023

  • Festnetz-Breitband:
    10,282 Mio. (-94.000)
    inkl. -18.000 aus Bereinigung Kundenbasis
  • Kabel-Internet:
    ca. 7,9 Mio. (-48.000)
  • DSL:
    ca. 2,4 Mio. (-28.000)
  • TV (Kabel/IPTV):
    12,411 Mio. (-136.000)

Umsatzplus: Preiserhöhungen haben ihren Dienst erfüllt

Immerhin haben sich die Kundenverluste zum Jahresende hin wieder deutlich abgeschwächt. Die aus den zurückliegenden Preiserhöhungen resultierende Kundenabwanderung soll - nach einem leichten Überhang im Januar 2024 - von Februar an keine wesentliche Rolle mehr spielen.

Über das Kalenderjahr 2023 hinweg hat Vodafone ein Netto-Minus von mehr als 400.000 Breitband-Kundenverträgen angehäuft. Was den Umsatz angeht, haben die Preiserhöhungen die erwarteten Kundenabgänge aber mehr als kompensiert. Im Vergleich zum Vorjahr haben Vodafone Deutschlands Festnetz-Serviceumsätze so um 1,1 Prozent auf 1,620 Mrd. Euro zugelegt.

Abkehr vom Kabelfernsehen setzt sich fort

Wichtig zu beachten: Beim gerade genannten Festnetz-Serviceumsatz ist auch das TV-Geschäft eingeschlossen, in dem es noch höhere Kundenverluste auszugleichen gilt. Alleine im Q4 2023 ist die Zahl der Vodafone Kabel-TV Kunden um weitere 136.000 auf nunmehr 12,411 Millionen gefallen. Im Jahresvergleich ergibt sich durch die anhaltend starke Abwanderung hier sogar ein effektives Minus von fast einer halben Million Kundenverträgen (-484.000). Innerhalb der letzten zwei Kalenderjahre sind nahezu eine Million TV-Verträge verloren gegangen (-894.000).

Nebenkostenprivileg fällt: Der TV-Verteilungskampf beginnt

Das klassische Kabelfernsehen ist trotz allem ein wichtiges Standbein für Vodafone - das nun allerdings bedroht ist wie nie zuvor. Denn im Sommer wird das Nebenkostenprivileg, durch das viele Mieter an den Vodafone Basis-Kabelanschluss gebunden sind, endgültig fallen - und die Konkurrenz hat sich bereits in Stellung gebracht.

Langfristige Versorgungs-Verträge mit den Wohnungsbaugenossenschaften haben Vodafone bislang große Planungssicherheit verschafft. Aktuell kommt Vodafone so auf rund 8,5 Haushalte in angeschlossenen Mehrparteienwohnhäusern, die alleine über den in den Mietnebenkosten enthaltenen Basis-Kabelanschluss etwa 800 Mio. € Jahresumsatz für Vodafone generiert haben.

Dieses Fundament gilt es jetzt so weit wie möglich zu verteidigen. Im Rahmen von Testläufen in verschiedenen Objekten konnte Vodafone bislang zwischen 35 und 65 Prozent der Haushalte in neue individuelle Kabelverträge binden. In diesem - äußerst breiten - Korridor soll wohl auch das Endergebnis fallen, wenn sich die ersten großen Verteilungskämpfe gelegt haben.

Ganz klar ist: Vodafone wird spürbar einstecken müssen. Es gibt aber auch Faktoren, die dem Kabelnetzbetreiber Hoffnung machen, einen großen Teil der Kundschaft zu halten. Unter anderem ist die Nutzerschaft überwiegend älter und den konkurrierenden Over-the-Top Diensten weniger zugeneigt. Auch sind viele Kunden noch unentschlossen und wollen sich erst noch eingehend über ihre Möglichkeiten informieren - bis zum Sommer dürfte daher noch viel im Fluss sein. Zudem hat sich Vodafone mit neuen Kombi-Paketen in Stellung gebracht, die Kabel Internet Angebote direkt mit dem Vodafone TV Connect Basisanschluss bündeln.

Jetzt könnte sich auszahlen, dass Vodafone in den letzten Monaten und Jahren (notgedrungen) stark an seinen Service- und Vermarktungskanälen gearbeitet hat. Dazu kommt, dass der Netzbetreiber durch die langjährige Zusammenarbeit mit den Vermietern weiter einen gewissen Heimvorteil genießen dürfte. Ohne direkte Ansprache geht aber natürlich nichts: Bereits diese Woche will der Netzbetreiber nun auch eine TV-Werbekampagne starten, die seine Info-Offensive unter dem Motto Kabelfernsehen wird Mietersache weiter stützen soll.

Ausführliche Infos zur Entwicklung im Mobilfunk-Segment gibt es im zugehörigen SMARTWEB Newsbericht: Vodafone Mobilfunk im Q4 2023 - National Roaming soll es richten


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