Aktueller Geschäftsbericht

Vodafone Deutschland im Q2 2023: Warum die Kundenflucht noch kaltlässt

DSLWEB News | , 15:15 Uhr | Ingo Hassa

In nur drei Monaten hat Vodafone mehr als 120.000 weitere Breitband-Kundenverträge in Deutschland verloren. Die aktuelle Talfahrt kam jedoch alles andere als unerwartet - Entspannung ist laut der Konzernspitze bereits in Sicht.

Vodafone Geschäftsbericht - Analyse
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Preiserhöhung kostet Vodafone Festnetzkunden

Nachdem Vodafone Deutschland im Herbst 2022 zunächst seine Neukunden-Preise angepasst hatte, flatterte Anfang 2023 schließlich auch vielen Bestandskunden eine Preiserhöhung ins Haus. Schon im ersten Quartal des laufenden Kalenderjahres hat dies zu einem deutlichen Minus bei den Vodafone Breitband-Kundenverträgen geführt.

Im Mai 2023 standen die neuen Bestandskundenpreise schließlich auch auf den ersten Rechnungen. Daher kam es wenig überraschend, dass die Kundenabwanderung im Q2 2023 nun nochmals stärker ausgefallen ist. Unterm Strich ist die Zahl der Vodafone Breitband-Kundenverträge zwischen April und Ende Juni um 121.000 auf 10,509 Millionen abgesackt.

Vodafone Kundenverträge Q2 2023

  • Festnetz-Breitband:
    10,509 Mio. (-121.000)
  • Kabel-Internet:
    8,023 Mio. (-70.000)
  • DSL:
    2,486 Mio. (-51.000)
  • TV (Kabel/IPTV):
    12,640 Mio. (-120.000)

Kundenverluste langfristig doch kein Big Deal?

Auch in den nächsten Monaten wird es bei den Kunden-Kennzahlen wohl weiter abwärts gehen. Da die große Vodafone Preiserhöhung noch bis September 2023 ausgerollt wird, erwartet das Unternehmen für das laufende Q3 ähnliche Nettoverluste im Breitband-Segment wie für das zurückliegende Q2 2023. Erst danach ist mit einer schrittweisen Erholung zu rechnen.

Laut der Konzernchefin Margherita Della Valle solle man sich aber nicht allzu sehr an den aktuellen Kundenbewegungen aufhängen. Nicht nur sei die Abwanderungswelle zeitlich begrenzt, sondern letztlich auch zahlenmäßig überschaubar. Schließlich hätten die Preiserhöhungen rund ein Drittel der über 10 Millionen Bestandskunden betroffen. Gemessen daran, könne Vodafone sogar auf eine sehr niedrige Abwanderungsquote verweisen.

Was an Volumen wegbricht, soll durch die verbesserte Wertschöpfung wieder aufgefangen werden. Tatsächlich machen sich die Preiserhöhungen bereits positiv beim Festnetz-Serviceumsatz bemerkbar. Dieser lag mit 1,579 Mrd. € zwar auch im Q2 2023 unter dem Vorjahreswert, trotz der deutlich gesunkenen Kundenzahl konnte der Umsatzrückgang aber auf ein effektives Minus von 0,9 Prozent gebremst werden (Vorquartal: -2,1%). Damit fiel der Umsatzrückgang übrigens auch niedriger aus als im Mobilfunkbereich, in dem die Neuausrichtung erst anläuft (siehe Vodafone Mobilfunk Q2 2023: Schnelle Trendwende im Postpaid-Segment).

Schon gut genug aufgestellt für die Trendwende?

Probleme hatte Vodafone freilich auch schon vor dem Preiserhöhungs-Knick, schließlich ist die Zahl der Vodafone Breitbandkundenverträge bereits seit Ende 2021 rückläufig. Doch für die kommende Aufholjagd scheint Vodafone Deutschland wieder besser aufgestellt zu sein: Zum einen hat Vodafone stark am Kundenservice sowie an der Kundenführung in seinen Vertriebskanälen gearbeitet.

Im Zentrum steht aber natürlich das eigentliche Produkt. Die Mängel bei der eigenen Netzqualität, die gerade in der Corona-Zeit verstärkt zu Tage getreten sind, konnte Vodafone inzwischen offenbar weitgehend ausbügeln. Das wurde dem Netzbetreiber auch von extern bestätigt: In den letzten Festnetz-Tests der Magazine Computer Bild und Chip konnte Vodafone sogar jeweils den Gesamtsieg einfahren. Im großen Netztest von Connect wiederum ist Vodafone vor kurzem der Sprung vom vierten auf den zweiten Platz gelungen (Connect Festnetztest 2023: Telekom krallt sich erneut den Sieg).

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