Vectoring-Streit: EWE will Telekom mit neuer Ausbauzusage ausbooten

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EWE Rechenzentrum

Im Streit um den Vectoring-Einsatz im Nahbreich der Hauptverteiler will EWE der Deutschen Telekom das Feld auf keinen Fall kampflos überlassen. Seine eigene Ausbauzusage hat der regionale Provider jetzt sogar noch einmal verbessert.

Mit einem Regulierungs-Antrag bei der Bundesnetzagentur hat es die Deutsche Telekom Anfang 2015 geschafft, nahezu die gesamte Branche gegen sich aufzubringen: Für eine feste Ausbauzusage wollte sich der Festnetz-Marktführer das exklusive Recht sichern, VDSL Vectoring im Nahbereich aller rund 8.000 Hauptverteiler umzusetzen.

Schon im Vorfeld hat dieses Vorhaben für gehörigen Unmut bei den Mitbewerbern gesorgt, der natürlich nicht geringer wurde, als die Bundesnetzagentur dem Telekom-Vorschlag im November 2015 weitgehend zustimmte (VDSL Vectoring-Streit: Telekom erhält Zuschlag von der Bundesnetzagentur). Final entschieden ist bislang allerdings noch nichts, zumal der Entwurf der Bundesnetzagentur bereits vorsieht, dass sich andere Anbieter unter bestimmten Bedinungen ihrerseits Hauptverteiler sichern können.

EWE stieg schon frühzeitig mit Gegenangebot in den Ring
Bereits vor der Veröffentlichung des ersten Entscheidungsentwurfs der Bundesnetzagentur hat der regionale Anbieter EWE dem Telekom Vectoring Vorstoß eine eigene Ausbauzusage entgegengestellt, um sich die Telekom zumindest im eigenen Einzugsgebiet vom Hals zu halten (Netzausbau: EWE kontert Vectoring-Antrag der Telekom mit eigenem Angebot). EWE bot an, rund 70 Mio. Euro zu investieren um bis Ende 3.200 Kabelverzweiger in Niedersachsen, Bremen und Brandenburg mit VDSL Vectoring zu erschließen und bis zu einer halben Million Haushalte mit schnellerem Internet zu versorgen - flächendeckend und exklusiv.

Neues Angebot soll Telekom Offerte endgültig übertrumpfen
Wie es aussieht, dürfte die Bundesnetzagentur Providern, die neben der Telekom ein Stück vom Kuchen abbekommen wollen, einiges abverlangen (siehe auch Vectoring-Streit: Monopolkommission kritisiert Entwurf der Bundesnetzagentur). EWE allerdings zeigt sich mehr als gewillt, den eingeschlagenen Konfrontationskurs zu halten. Ein neues, verbessertes Angebot, ließ der Internetanbieter kürzlich verlauten, liege der Bundesnetzagentur bereits "unterschrieben" vor.

Über die ursprünglich zugesagten 70 Mio. Euro hinaus würde EWE seine Investitionszusage um einen weiteren zweistelligen Betrag erhöhen. Während die Telekom nach Schätzung von EWE vor Ort nur eine Abdeckung von rund 74 Prozent der Haushalte anstrebt, würde sich der Regio-Provider dazu verpflichten, 90 Prozent aller Haushalte in seinem Vertriebsgebiet mit mindestens 50 Mbit/s zu erschließen. Unterm Strich würden gegenüber dem Telekom Angebot rund 75.000 weitere Haushalte von den bis Ende 2018 fest zugesagten Ausbaumaßnahmen profitieren.

Der Branchenverband BREKO hat das Angebot seines Mitgliedsunternehmen "ganz ausdrücklich" begrüßt. Gleichzeitig weist der Verband darauf hin, dass EWE keineswegs alleine gegen die Telekom-Pläne steht: "Neben der EWE TEL haben eine ganze Reihe von BREKO-Mitgliedsunternehmen eigene Ausbauzusagen gegenüber der Bundesnetzagentur abgegeben. Diese umfassen sowohl Zusagen für einen Vectoringausbau als auch diverse Zusagen für FTTB-/FTTH-Ausbauprojekte."



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