Vectoring: NetCologne will sich Nahbereiche durch Investitionszusage sichern

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NetCologne will der Telekom beim Vectoring Ausbau nicht das Feld überlassen

NetCologne möchte den heiß diskutierten exklusiven Vectoring-Ausbau durch die Telekom ein gutes Stück weniger exklusiv machen. Dazu hat der regionale Netzbetreiber der Bundesnetzagentur ein eigenes Angebot unterbreitet und stellt eine Investitionszusage von rund 43 Mio. Euro in Aussicht.

Mit ihrem Entscheidungsentwurf zum umstrittenen Vectoring-Antrag der Deutschen Telekom hat sich die Bundesnetzagentur an einem schwierigen Spagat versucht: So soll die Telekom gegen eine entsprechende Ausbauzusage tatsächlich das weitgehend exklusive Recht erhalten, die VDSL Vectoring Technologie im Nahbereich der rund 8.000 deutschen Hauptverteiler umzusetzen. Allerdings sollen andere Provider, die sich in bestimmten Regionen um den Breitband-Ausbau besonders verdient gemacht haben, in diesen Gebieten das Nahbereichs-Vectoring für sich beanspruchen dürfen.

So richtig glücklich scheint derzeit niemand mit dem versuchten Kompromiss zu sein. Auf der einen Seite sehen viele Marktteilnehmer noch immer eine schleichende Re-Monopolisierung und monieren, dass das Nahbereichs-Vectoring als Brückentechnologie dem Ausbau der zukunftssicheren FTTH Glasfaser grundsätzlich im Wege steht. Die Telekom wiederum sieht ihre Mischkalkulation bedroht - während sie eine flächendeckende Verpflichtung für ihr Telekom Vectoring eingeht, dürften sich nun plötzlich die kleineren Anbieter die Rosinen herauspicken.

Glasfaserausbau bei NetCologne

NetCologne macht seinen Vorschlag aus dem April konkret
Schon im April hatte sich NetCologne als Reaktion auf den Vectoring-Vorstoß der Telekom seinerseits bereiterklärt, die Hauptverteiler im eigenen Einzugsgebiet vollständig für Vectoring auszubauen (siehe auch NetCologne kontert VDSL Vectoring-Vorstoß der Telekom). Nach der Veröffentlichung des Entscheidungsentwurfs der Bundesnetzagentur, hat NetCologne der Behörde nun als erster Wettbewerber eine konkrete Investitionszusage vorgelegt - und tritt damit, so NetCologne selbst, "offiziell in den Ring mit der Telekom um die Nahbereiche".

In der detaillierten Absichtserklärung verpflichtet sich der Netzbetreiber dazu, 60 Ortsnetze und knapp 200 Hauptverteiler mit Vectoring zu versorgen. Im Rahmen der Ausbauarbeiten sollen dabei etwa 1.500 Kabelverzweiger neu per Glasfaser angebunden werden, wovon letztlich mehr als 230.000 Haushalte profitieren sollen. Alles in allem beläuft sich die Investitionszusage auf rund 43 Mio. Euro.

Nahbereiche nicht kampflos aufgeben
"Wir begrüßen es, dass sich die Bundesnetzagentur erneut für eine Wettbewerbslösung in Deutschland ausspricht" - so kommentiert der NetCologne-Geschäftsführer Jost Hermanns den Entwurf der Bundesnetzagentur. Ein handzahmes Abnicken ist das aber wohl kaum. Denn mit seiner konkreten Ausbauzusage stellt der Netzbetreiber natürlich zugleich das Versprechen der Behörde, auch engagierte Telekom-Konkurrenten beim Nahbereichs-Vectoring zum Zuge kommen zu lassen, auf den Prüfstand.

Um ein Stück vom Vectoring-Kuchen zu ergattern, müssen Anbieter laut Bundesnetzagentur nicht nur eine feste Ausbauzusage liefern, sondern sich in den betreffenden Regionen bereits "in stärkerem Maße bei der DSL-Erschließung von Kabelverzweigern" und "damit flächendeckender als die Telekom engagiert" haben. Hier sieht sich NetCologne ganz klar auf der sicheren Seite, schließlich habe das Unternehmen aktuell 2.700 Kabelverzweiger auf der Vectoringliste zum Ausbau angemeldet und davon bereits rund 1.400 mit Glasfaser erschlossen. Diese Investitionen dürften jetzt nicht entwertet werden: "In unseren aktuellen Ausbaugebieten haben die Nahbereiche den Ausbau in einer Mischkalkulation häufig erst möglich gemacht. Deshalb werden wir diese Bereiche mit Sicherheit nicht kampflos aufgeben."



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