VDSL Nachfolgestandard G.fast offiziell verabschiedet

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Nach VDSL und Vectoring dürfte eine neue Technik schon bald noch schnellere Breitbandverbindungen über das klassische Festnetz ermöglichen, ohne dass Glasfaser direkt bis in die einzelnen Haushalte gezogen werden muss. Über den VDSL-Nachfolger G.fast sollen sich - zumindest auf kürzere Distanzen - "Glasfaser-ähnliche Geschwindigkeiten" von bis zu 1 Gbit/s schalten lassen. Ende letzter Woche wurde nun die finale technische Spezifikation für G.fast von der Internationalen Fernmeldeunion verabschiedet.

Gigabit-Internet übers Kupferkabel - zumindest für manche
Durch die Nutzung eines höheren Frequenzbereichs lässt G.fast tatsächlich deutlich höhere Bandbreiten als ein VDSL Anschluss zu. Allerdings sind die versprochenen Glasfaser-Übertragungsraten nur über eine Maximal-Distanz von 400 Metern möglich. Diese wird vom Übergabepunkt aus dem Glasfaser- an das alte Kupfernetz gemessen. Da die G.fast Verbindungen zudem anfälliger für Störeinflüsse sind als die bisherige Technik, muss zudem Vectoring eingesetzt werden, um Übersprecheffekte im Leitungsbündel zu reduzieren. Durch dieses Verfahren aber sinkt die für den G.fast Einsatz geeignete Leitungsdistanz noch weiter.

Der Bundesverbands Breitbandkommunikation (BREKO) rechnet so damit, dass die tatsächliche Maximaldistanz nur etwa 250 Meter betragen wird, sich die Bandbreite aber schon ab einer Leitungslänge von 50 Metern sehr stark reduzieren dürfte. G.fast sei deshalb entweder für die Nutzung am Hausanschluss oder an einer "Fiber To The Street"-Infrastruktur geeignet, bei der das Glasfaser bis an einem Verteilerpunkt zwischen dem Hauptverteiler-Kasten und den Haushalten heranreicht. Diese seien in Deutschland aber sehr wenig verbreitet. "Aus diesem Grunde", so BREKO-Geschäftsführer Dr. Stephan Albers, könne G.fast "technologiebedingt nur wenig zum flächendeckenden Ausbau mit schnellen Breitbandanschlüssen im ländlichen Raum beitragen."

Erste G.fast Implementierungen noch 2015?
Letztlich bezeichnet aber auch der skeptische BREKO G.fast als "interessante Technologie" und hat bereits einen Praxistest in Kooperation mit der Technischen Hochschule Mittelhessen (THM) angekündigt. Dr. Hamadoun I. Touré, Generalsekretär der Internationalen Fernmeldeunion, stellt jedenfalls die baldige Einsatzbereitschaft der Technik in Aussicht: "Die Zeitspanne zwischen G.fasts Verabschiedung und seiner Implementierung wird aller Voraussicht nach kürzer ausfallen als bei allen anderen Anschlusstechniken der jüngeren Vergangenheit."

Zunächst jedoch steht noch die Verabschiedung einer Erweiterung der technischen Spezifikation an, die G.fast unter anderem noch leistungsstärker machen sollen - diese ist für das erste Halbjahr 2015 angepeilt. Bis zur Jahresmitte sollen dann auch die nötigen Testumgebungen und Zertifizierungs-Programme stehen. Noch vor Ende 2015 könnten dann auch die ersten fertigen G.fast Systeme auf den Markt kommen.



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