United Internet im Q4 2016: Wie sich 1&1 DSL ein bisschen neu erfindet

DSLWEB News | , 17:15 Uhr |

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Auch 2016 ist United Internet weiter auf Kurs geblieben und hat neue Bestmarken in Bezug auf Umsatz und Kundenzahlen erreicht. Gerade im Festnetz-Bereich stehen nun einige spannende Weichenstellungen an.

Die Beteiligung am Internet-Inkubator Rocket Internet geht bislang noch nicht als Glücksgriff durch, ansonsten aber präsentiert sich auch die aktuelle Bilanz von United Internet weitgehend ungetrübt. So hat der Jahresumsatz des Internetkonzerns um weitere 6,3 Prozent auf den neuen Rekordwert von knapp 3,95 Mrd. Euro zugelegt. Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen ist im Jahresvergleich sogar um volle 11 Prozent auf über 840 Mio. Euro geklettert.

Im Q4 2016 ist die Zahl der 1&1 Breitband-Kundenverträge nur noch leicht angestiegen. Zwar konnte der Provider zwischen Oktober und Ende Dezember 30.000 DSL Komplettpakete schalten, gleichzeitig ist die Zahl der verbleibenden reinen Internetzugänge um weitere 20.000 auf nur noch 180.000 zurückgegangen. Unterm Strich ist die 1&1 DSL Kundenbasis im Q4 also um etwa 10.000 auf 4,41 Millionen angewachsen.

Der weitaus größere Wachstumsmotor ist aktuell das Mobilfunkgeschäft. Hier konnte 1&1 allein im Q4 2016 um 210.000 auf 4,31 Millionen Kundenverträge zulegen. Im Vergleich zum Vorjahr ergibt das sogar ein Netto-Plus von 830.000 1&1 Mobilfunkanschlüssen. Kein Wunder, dass der Mobilfunk weiterhin stark im Fokus der Vermarktung steht - neben den eigenen Cloud-Diensten sieht der Provider das mobile Internet auch in den kommenden Jahren als den wichtigsten Wachstumsmarkt.

Aber auch das Festnetzgeschäft wird eine wichtige Säule bleiben, wenngleich 1&1 sich hier zum Teil neu positionieren muss. Schon allein deshalb, da Telefónica Deutschland gerade seine Netzinfrastruktur zurückbaut und den Vertrieb von Vorleistungen über kurz oder lang einstellen wird. Auch 1&1 greift für die Bereitstellung der eigenen Angebote unter anderem auf Telefónica-Vorleistungen zurück. Im Q4 2016 hat United Internet nun begonnen, die entsprechenden Kunden auf andere Netze zu migrieren - was das Geschäftsergebnis bereits mit etwa 30 Mio. Euro belastet hat.

Die Zeiten, in denen sich United Internet in erster Linie auf angemietete DSL-Infrastruktur gestützt hat, scheinen sich aber ohnehin dem Ende zuzuneigen. So setzt der Konzern zunehmend auf das eigene Glasfasernetz und bezieht nur noch den Zugang zur "Letzten Meile" vor den Kundenhaushalten von der Telekom oder lokalen Providern.

Im vergangenen Jahr hat 1&1 dazu aber nicht nur das ehemalige Versatel-Glasfasernetz von 40.825 auf 41.644 Kilometer Länge ausgebaut, sondern zudem eine Aggregator-Plattform an den Start gebracht, über die bestehende Glasfaser-Anschlüsse anderer Netzanbieter an die 1&1-Infrastruktur angebunden werden können. Mit wilhelm.tel hat 1&1 bereits einen ersten Partner an das System angeschlossen, weitere Kooperationen lotet das Unternehmen derzeit aus.


Entwicklung 1&1 Breitbandverträge



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