Telekom LTE Drosselung: Verbraucherzentrale legt nach

Erneut steht die Telekom im Fadenkreuz der Verbraucherschützer. Im vergangenen Jahr hatten diese zunächst durch ein Urteil des Landgerichts Köln die Drosselung von DSL Anschlüssen verhindert und schließlich erwirkt, dass der Bonner Konzern seine "Call & Surf via Funk" LTE Angebote nicht mehr mit dem Wort "Flatrate" bewirbt. Nun soll die Telekom auch die Herabstufung der LTE Anschlüsse auf 384 kbit/s beenden. Die Verbraucherzentrale Sachsen hatte dem Konzern bereits im Dezember ein Ultimatum gestellt, das jetzt auf den 15.01. verlängert wurde.
Über 99 Prozent Leistungsverlust
Wer das Angebot Telekom Call & Surf via Funk L bucht, erwartet der Produktbeschreibung zufolge einen Internetanschluss mit bis zu 100 Mbit/s Bandbreite im Download. Allerdings gilt dies nur bis zu einem monatlichen Datenverbrauch von 30 GB. Danach regelt die Telekom die Geschwindigkeit bis Monatsende herunter. Aus diesem Grund hatte die Verbraucherzentrale Sachsen das Unternehmen im vergangenen Dezember unter Androhung einer Abmahnung dazu bewegen können, das Produkt nicht mehr mit der Bezeichnung Flatrate zu bewerben. Damit war der Disput jedoch noch nicht beendet.
Da die Telekom die Datenrate bei Überschreitung des Volumenlimits auf quälend langsame 384 kbit/s herunterdrosselt, was kaum mehr 0,5 Prozent der Ausgangsgeschwindigkeit beträgt, hagelt es weitere Kritik von Seiten der Verbraucherschützer. Diese hatten der Telekom eine Frist bis zum 8. Januar eingeräumt, um die Drosselung aufzuheben. Allerdings hat sich der Konzern bis Dato nicht weiter zu den Forderungen geäußert, sodass das Ultimatum nun auf den 15. Januar verlängert wurde. Sollte die Telekom bis dahin nicht mit einem Gesprächsangebot an die Verbraucherzentrale Sachsen herangetreten sein, will diese rechtliche Schritte einleiten.
Telekom als "Sündenbock"?
Prinzipiell ist das Bestreben der Verbraucherschützer durchaus positiv zu werten. Allerdings stellt sich die Frage, weshalb vor allem die Telekom immer wieder zur Zielscheibe der Kritik und mit Abmahnungen überhäuft wird. Schließlich greifen andere Anbieter zu ähnlich zweifelhaften Mitteln, wenn es um die Bewerbung ihrer Produkte geht. Im Dezember ist nun aber auch Vodafone mit den LTE für Zuhause Angeboten in den Blickpunkt der Verbraucherzentrale Sachsen geraten, denn bei Vodafone wird weiterhin mit "Flatrates" geworben, obwohl auch hier die volle Surfgeschwindigkeit nur bis zu einem festen Volumenlimit zur Verfügung steht. Danach werden Nutzer ebenfalls auf magere 384 kbit/s heruntergebremst.
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