Telekom Glasfaser-Ausbau: Gigabit Internet für Bruchsal, Markkleeberg und Hildburghausen

Die Telekom weitet ihr FTTH-Pilotprojekt um drei Ortschaften aus. Bürger in Bruchsal, Markkleeberg und Hildburghausen können sich im Vorfeld für einen Glasfaser-Tarif entscheiden und zahlen im Gegenzug keine Gebühren für den Hausanschluss.
Übergangstechnologie Vectoring oder gleich reine Glasfaser? Um den richtigen, zukunftssicheren Ausbau des Breitbandnetzes tobt in Deutschland eine Dauer-Debatte. Die Telekommunikations-Anbieter fürchten horrende Investitionen. Politik und Industrie sorgen sich um die Zukunftsfähigkeit der Wirtschaft, wenn sich die Bandbreiten in den nächsten Jahren nicht deutlich erhöhen. Im Grunde genommen besteht jedoch Konsens, dass langfristig kein Weg an einer reinen Glasfaser Architektur vorbeiführt. Den Ausbau des Netzes bis hinein in Gebäude ist jedoch kostspielig und aufwendig.
Um einen Kompromiss zu finden hat die Telekom bereits im vergangenen Jahr ihr Pilotprojekt "FTTH-Eigenausbau" ins Leben gerufen. Die Idee dabei: Der Glasfaser-Ausbau mit dem Verlegen der Leitungen bis in die Häuser der Kunden beginnt erst, wenn sich 30 Prozent der Bürger vorab für einen Glasfaser-Tarif entscheiden. Sind 30 Prozent oder mehr dabei, geht es mit dem FTTH-Ausbau los. Im Gegenzug müssen die Bürger die Kosten für die Verlegung bis in die Gebäude nicht selbst zahlen (FTTH steht für "Fiber to the Building"). Die teure Hausanschlussgebühr fällt somit weg.
Vorvermarktung in Bad Staffelstein läuft
Als erste Pilotstadt dient seit Dezember 2017 der Ort Bad Staffelstein, wo gerade die Vorvermarktung angelaufen ist. Nun vermeldete die Telekom eine Ausweitung des Projekts um die Städte Bruchsal, Markkleeberg und Hildburghausen. Auch dort soll bald die Vorvermarktung starten. Dortige Einwohner haben nach Beginn 3 Monate lang Zeit, um sich für oder wider den Ausbau zu entscheiden.
Technisch setzt die Telekom hier vor allem das Trenching ein, wobei Schlitze in den Bodenbelag gefräst werden, die später die Glasfaserleitungen beherbergen. Das Verfahren ist - wie die Telekom meldet - achtmal schneller und um bis zu 30 % günstiger als das übliche Tiefbau-Verfahren. Bei erfolgreicher Vormerkphase würden 3.000 Haushalte in Bad Staffelstein, 3.500 in Bruchsal, 6.300 in Hildburghausen und 1.600 in Markkleeberg vom Ausbau profitieren. Bis spätestens Anfang 2019 sollen alle Arbeiten abgeschlossen sein. Dort wären nach Aufschaltung dann Geschwindigkeiten von 1 Gbit/s möglich.
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