Telekom DSL: Van Damme hält an Plan zur Drosselung fest

Der Aufschrei war groß, als die Telekom ankündigte, ihre Internet Flatrate Tarife künftig mit einer monatlichen Volumengrenze versehen zu wollen. Man kennt dies aus dem Mobilfunk - wird das Limit überschritten, drosselt der DSL Anbieter die Geschwindigkeit des Anschlusses drastisch herunter. In der Zwischenzeit ist der Konzern aber wieder zurückgerudert, in den aktuellen AGBs finden sich die betreffenden Passagen nicht mehr. Vom Tisch sind die Pläne damit aber noch lange nicht, wie der Deutschland-Chef, Niek Jan Van Damme, im Interview mit der Rheinischen Post bekräftigt.
Echte Flatrate in Zukunft für "5 oder 10 Euro" Aufpreis
Das die Drossel-Pläne der Telekom momentan auf Eis liegen, liegt auch an einem Urteil des Landgerichts Kölns, das dem Anbieter untersagte, gedrosselte Tarife mit dem gewohnten Tarif "Flatrate" zu bewerben. Daran will sich die Telekom auch halten: Bestandskunden und Neueinsteiger bleiben damit vorerst von Volumen-Regelungen verschont, entsprechend angepasste Tarife sind beim Marktführer jedoch bereits in der Vorbereitung.
Die "echte" DSL Flatrate soll aber keineswegs verschwinden. Laut Van Damme werden weiterhin auch Tarife ohne Volumenbegrenzung erhältlich sein - allerdings gegen einen "kleinen Aufpreis von vielleicht fünf oder zehn Euro". In Folge könnten die Monatspreise für die kommenden Volumenpakete auch niedriger ausfallen als die der heutigen Flatrate-Angebote. Das klingt grundsätzlich gut, allerdings wird man hier erst noch abwarten müssen, denn die neuen Tarife werden wohl nicht vor 2015 eingeführt werden. Eine leichte Preissenkung wäre bis dahin aber wohl auch unter "normalen" Vorzeichen drin.
"Wir haben unsere Pläne nicht überzeugend vermitteln können."
Nicht nur würde die klassische Flatrate ja keineswegs aus dem Tarifportfolio verschwinden, zudem führe die geplante Tarifstruktur letztlich auch zu mehr Transparenz. Statt nur zur vollwertigen Flatrate greifen zu können, biete sich dem Kunden damit die Möglichkeit, einen zu seinem tatsächlichen Datenaufkommen passenden Tarif zu buchen und so am Ende auch Geld einzusparen.
Darüber hinaus sollen die Nutzer Hilfsmittel an die Hand bekommen, um ihr Datenvolumen genau messen zu können. Neigt sich dies dem monatlichen Limit zu, soll es außerdem die Option geben, bei Bedarf zusätzliches Highspeed-Volumen flexibel zuzubuchen.
Umstrittene Managed Services: "Wir sind ganz am Anfang einer Diskussion"
Bleibt ein weiterer Elefant im Raum, nämlich die Pläne der Telekom, eigene und bestimmte Partner-Dienste als sogenannte "Managed Services" vom Volumenlimit auszunehmen und bevorzugt durchzuleiten. Dieses Vorhaben würde vielen Kritikern zufolge jedoch einen schweren Verstoß gegen das Prinzip der Netzneutralität darstellen, gerade kleine Service-Anbieter könnten dadurch deutliche Wettbewerbsnachteile erleiden.
Hier hält sich Van Damme auch auf Nachfrage seiner Gesprächspartner weitgehend bedeckt. Fest steht: Die Managed Services sollen kommen, wie diese Angebote genau aussehen werden, ist aber noch nicht abschließend geklärt. Angesprochen auf die Gefahr der Diskriminierung von kleineren Unternehmen wiegelt Van Damme zunächst ab: "Wir machen dieses Angebot allen Unternehmen - ohne Unterschied. Somit schließen wir Diskriminierung aus". Allerdings wolle die Telekom "bewusst auch kleinere Anbieter fördern".
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