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Tele Columbus im Q3 2021: Der nächste Umbruch ist schon eingeleitet

DSLWEB News | , 16:22 Uhr |

Das Internetgeschäft entwickelt sich weiter positiv, doch noch immer schreibt Tele Columbus rote Zahlen. Eine erneute Kursanpassung soll's richten: Die neue Führung will PYUR zum Glasfaser-Champion machen.

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Tele Columbus Firmensitz in Berlin

Breitband-Internet legt weiter zu

Die Zahl der Internet-Kundenverträge von Tele Columbus ist auch im Q3 2021 weiter angestiegen - wenngleich sich das Wachstum im Vergleich zu den vorangegangenen Quartalen leicht abgeschwächt hat. Unterm Strich konnte der Kabelnetzbetreiber zwischen Anfang Juli und Ende September 4.000 zusätzliche Internetverträge gewinnen, deren Gesamtbestand hat damit auf 620.000 zugelegt.

In den ersten 9 Monaten des laufenden Geschäftsjahres konnte Tele Columbus mit seiner Marke PYUR so insgesamt 18.000 Netto-Neuverträge in dieser Sparte gewinnen. Hier machte sich nach Unternehmensangaben vor allem die Anfang des Jahres gestarteten Vertriebsmaßnahmen sowie die gesunkene Kündigungsrate bemerkbar. Seine ursprüngliche Zielmarke habe der Anbieter damit sogar übererfüllt.

PYUR hat dabei nicht nur zusätzliche Internetkunden gewonnen, diese griffen auch vermehrt zu höherwertigen Produkten. Der Umsatz im Segment "Internet & Telefon" lag in den ersten neun Monaten 2021 mit 126,72 Mio. Euro so auch um 3,4 Prozent über dem Vorjahresniveau.

Gesamtergebnis weiter negativ

Der Gesamtumsatz von Tele Columbus jedoch ist im gleichen Zeitraum um 1,8 Prozent auf 350,3 Mio. Euro abgesunken. Problemfelder waren hier vor allem der weiter rückläufige TV-Umsatz (- 2,9% auf 176,87 Mio. €) sowie die niedrigeren Umsätze aus dem Bauleistungsgeschäft. Auch insgesamt geht die Rechnung für Tele Columbus derzeit (noch) nicht auf: Für den 9-Monats-Zeitraum 2021 hat sich das negative Finanzergebnis auf 55,35 Mio. Euro verschlechtert (Vorjahr: 53,31 Mio. €), der Fehlbetrag für die Geschäftsperiode betrug 48,89 Mio. Euro (Vorjahr: 33,45 Mio. €).

Überarbeitetes Budget, neue Prognose

Und wieder einmal kam es zum großen Stühlerücken: Bereits im April hat die Investmentfirma Kublai die Mehrheit an Tele Columbus übernommen und im September schließlich von der Börse genommen.

Mit neuen Finanzmitteln ausgestattet soll sich Tele Columbus künftig verstärkt dem Ausbau seines Glasfasernetzes widmen. Im Rahmen der "Fiber Champion Strategie", deren Umsetzungsbeginn der Kabel Internet Anbieter Ende August offiziell ausgerufen hat, sollen über die nächsten zehn Jahre sogar rund 2 Mrd. Euro ins Tele Columbus Netz fließen.

Das Glasfaser-Netz soll dabei für die Mitbewerber offen gehalten werden. Einer der ersten Profiteure dieses Ansatzes dürfte United Internet werden. Der Konzern aus Montabaur war federführend bei der Übernahme und hat seine Aktienanteile in die Kublai GmbH eingebracht. United Internet hatte als wichtiger Tele Columbus Aktionär schon lange auf einen tiefgehenden Kurswechsel gedrängt. Nun hat sich das Unternehmen direkt einen Vorvertrag über die Nutzung der Kabel- und FTTH-Infrastruktur von Tele Columbus gesichert.

Der angekündigte Strategiewechsel hatte nun auch schon Auswirkungen auf die Jahresprognose 2021. So rechnet Tele Columbus inzwischen mit einem niedrigeren EBITDA zwischen 190 und 200 Mio. Euro (vormals 215-230 Mio. €), während deutlich höhere Investitionskosten zwischen 185 und 195 Mio. Euro vorgesehen sind (vormals 145-155 Mio. €).


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