Studie zur Internetnutzung: Von wegen Verblödung

DSLWEB News | , 12:20 Uhr | Ingo Hassa

"Meiden Sie digitale Medien. Sie machen [...] tatsächlich dick, dumm, aggressiv, einsam krank und unglücklich." Mit diesem Zitat aus dem Buch Digitale Demenz leiten die Medienpsychologen Dr. Markus Appel und Constanze Schreiner ihre Studie Digitale Demenz? Mythen und wissenschaftliche Befundlage zur Auswirkung von Internetnutzung ein. In dieser arbeiten sie den aktuellen Stand der Forschung auf und klopfen ab, was an verbreiteten alarmistischen Thesen zur Nutzung von Internet und elektronischen Medien wirklich dran ist.

These: Daddeln macht dumm und Facebook verzweifelt
Insgesamt haben sich die Forscher der Universität Koblenz-Landau neun verschiedenen "Mythen" angenommen, die viel in der Öffentlichkeit diskutiert und gerade in populärwissenschaftlichen Werken immer wieder aufgegriffen werden. Um deren Wahrheitsgehalt zu überprüfen, werteten sie vor allem sogenannte Meta-Analysen aus, in denen selbst jeweils eine ganze Reihe wissenschaftlicher Befunde zusammengefasst sind. Dabei wurde darauf geachtet, dass alle Arbeiten nicht älter als 2002 sind und damit den aktuellen Forschungsstand wiederspiegeln.

Die Liste der "Mythen", zu denen passende empirische Studien vorlagen, ist umfangreich und zeichnet ein düsteres Bild von der Computer- und Internetnutzung: Internetsurfen lässt Menschen vereinsamen und senkt das Wohlbefinden sowie die gesellschaftlich-politische Teilhabe. Computer helfen nicht beim Lernen und sind im Gegenteil sogar schädlich für den schriftlichen Ausdruck. Außerdem machen Computerspiele nicht nur aggressiv, sondern - wie andere Bildschirmmedien - auch noch dick.

Myth busted: Alles (nicht mal) halb so schlimm
Ganz klar, im Hinsicht auf die meisten aufgeführten Befürchtungen können die Forscher Entwarnung geben. Für eine durch den Internetkonsum beförderte Vereinsamung oder Depression konnten sie keine stichhaltigen Belege finden, je nach Studiendesign ließe sich wenn überhaupt auf "sehr kleine" negative Effekte schließen. Das gesellschaftliche und politische Engagement wiederum steige mit erhöhter Internetnutzung im Gegensatz zum verbreiteten Glauben sogar an.

Eine Abfuhr erteilen die Studienersteller auch der Annahme, dass computer-gestützter Unterricht negative oder keine Effekte hat. Stattdessen sei eine Mischung aus "Face-to-Face"- und Computer- bzw. Internet-Einheiten eine besonders wirkungsvolle Lehrform. Das gleiche gelte für padägogische Computerspiele, mit denen der klassische Unterricht wirkungsvoll angereichert werden könne. Und eine Minderung der Textqualität bei der Produktion am Computer sei ebenfalls nicht festzustellen.

Fernsehen macht dick, aber nur manchmal
Aber nicht jeder Vorwurf ist von der Medienpsychologie einfach von der Hand zu weisen. Recht klar scheint demnach zum Beispiel die Verknüpfung von gewalthaltigen Videospielen und aggressivem Erleben und Verhalten der Spieler - wenngleich die negativen Auswirkungen "durchwegs klein" seien und der Medienkonsum wohl auch "nicht der erklärungskräftigste Faktor" für gesteigerte Aggression ist.

Ein Zusammenhang existiere auch zwischen der Nutzung von Bildschirmmedien und Übergewicht. Bei den Computerspielen waren die Effekte diesmal aber nicht signifikant. Schuld sei wenn, das Fernsehen, bei dem sich durchaus eine Kausalität ableiten lässt. Aber auch hier ist der tatsächliche Effekt wohl doch nicht so groß wie häufig angenommen: "Die durchschnittliche Effektstärke ist eher klein, durchschnittlich ein Prozent der Varianz von Übergewicht lässt sich durch TV-Nutzung oder Computerspielen erklären."



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