Studie: Bis 2017 büßt Facebook 80% der Nutzer ein

DSLWEB News | , 14:15 Uhr | Thomas Rauh

Facebook erfreut sich weltweit immenser Beliebtheit und konnte laut eigenen Angaben im vergangenen Jahr 1,19 Milliarden Nutzer verzeichnen. Dies zeigte sich jüngst auch an der Börsenentwicklung der Aktie. Nach holprigem Start konnte das Wertpapier kräftig durchstarten. Gibt es also nur den Weg nach oben für das Soziale Netzwerk? Mitnichten! Denn laut einer neuen Studie hat das Portal seinen Zenit bereits erreicht. In den kommenden Jahren sei mit einem massiven Nutzerschwund zu rechnen.

Gleiches Schicksal wie Myspace?
Forscher der Princeton University kommen in einer Studie zu dem Ergebnis, dass Facebook zwischen 2015 und 2017 rund 80 Prozent seiner Nutzer verlieren wird. Zur Berechung der Erkenntnisse haben die Forscher Verfahren aus der Epidemiologie angewandt und auf das Soziale Netzwerk bezogen - in ihrem Modell wird Facebook also wie eine ansteckende Krankheit untersucht.

Zur Untermauerung der vorhergesagten Entwicklungskurve der Facebook-Nutzer haben die Autoren zum Beispiel auch die Zahlen von Myspace mit ihrem Verfahren unter die Lupe genommen. Sie konnte zeigen, dass Myspace 2007 seinen Höhepunkte erreichte, in der Folge aber rasch an Popularität verlor. So wie der rasante Aufstieg von Facebook mit einer "ansteckenden Wirkung unter Nutzern" zurückzuführen gewesen sei, so ist auch die künftige Entwicklung zu sehen. Verlieren Personen das Interesse an Facebook, schwindet auch das Interesse anderer Personen aus deren Umkreis. In der Folge kommt es zu einem viralen Effekt, der sich beschleunigt und zu einem starken User-Verlust führt.

So sehr die Studie derzeit auch Aufsehen erregt, so sehr steht sie auch in der Kritik. Denn die verwendeten Zahlen stützen sich auf Daten von Google Trends, legt also das Google Suchvolumen zugrunde. Ob diese Werte tatsächlich geeignet sind, die Popularität von Facebook zu untersuchen, wird von Kritikern in Frage gestellt. Sie gehen davon aus, dass die Nutzer inzwischen meist über vorgefertigte Apps auf Facebook zugreifen.

Schwindende Nutzerzahlen insbesondere unter Jugendlichen
Insbesondere die Popularität des Dienstes bei Jugendlichen wurde bereits in jüngerer Vergangenheit stark hinterfragt. Junge Leute, so wurde behauptet, nutzten zur Kommunikation vor allem Instant-Messager wie WhatsApp. Viele Facebook-User aus der Altersgruppe zwischen 13 und 17 Jahren hatten ihr Profil in den letzten Jahren aufgelöst oder nutzten ihre Accounts nicht mehr. Die schwindenden Nutzerzahlen konnten allerdings bislang durch Zuwächse bei älteren Usern kompensiert werden.


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