Sicherheitsreport: Viele Kinder online ohne Aufsicht

Im Auftrag der Deutschen Telekom erstellt das Institut für Demoskopie Allensbach jedes Jahr seinen "Sicherheitsreport", der sich mit den Sorgen und der persönlichen Risikoeinschätzung der Deutschen befasst. Im Kern geht es dabei jedoch um die "Cyber-Risiken", denen sich die Bevölkerung im Netz gegenübersieht. Für den Sicherheitsreport 2014 wurden zudem gezielt Eltern zur Online-Nutzung ihrer Kinder befragt. Wie sich zeigt, ist das Gefahrenbewusstsein durchaus da - mit der Kontrolle der Online-Aktivitäten des Nachwuchses tun sich die meisten jedoch schwer.
Online-Aktivitäten für viele Eltern nur schwer zu überblicken
Insgesamt gaben 50 Prozent der befragten Eltern an, gut über die Online-Aktivitäten ihrer Kinder Bescheid zu wissen, gleichzeitig gaben jedoch 49 Prozent zu, die Internetnutzung ihrer Sprösslinge nur schwer überblicken zu können. Diese "Zahl der Ahnungslosen" sei umso erstaunlicher, da sich Eltern den zahlreichen Risiken, den ihre Kinder online ausgesetzt sind, offenbar durchaus bewusst sind.
Was die Studienersteller zudem besorgt: Immerhin 43% der Eltern, denen laut eigener Aussage ein echter Überblick über die Online-Nutzung ihrer Kinder fehlt, haben darüber hinaus das Gefühl, dass ihre Kinder nicht ausreichend über die Gefahren Bescheid wissen.

Vielfältige "Hitliste" der Gefahren im World Wide Web
Das größte Gefahrenpotential sahen die befragten Eltern mit einem Anteil von 67 Prozent im Risiko, dass Kinder online zu viele Informationen über sich preis geben könnten. Gleichauf lag in der Befragung die Möglichkeit, dass der Nachwus zu viel Zeit im Internet verbringen könnte. Mit 62 Prozent direkt dahinter landete die Angst, dass Kriminelle über Foren oder Chats mit den Kindern Kontakt aufnehmen.
Die Liste der potentiellen Gefahren, die auch von großen Teilen der Elternschaft gesehen werden, ist lang und vielfältig. So fürchten etwa 51 Prozent nicht nur kriminelle Machenschaften und den übermäßigen Konsum, sondern auch, dass sich Kinder auf falsche Informationen aus dem Internet verlassen könnten. Verbreitet ist auch die Sorge, dass Minderjährige mit gewalthaltigen und pornographischen Inhalten in Kontakt kommen könnten (jeweils 50%) oder der Versuchung erliegen, Musik oder Filme illegal herunterzuladen (49%). Auch die durchs Netz kursierende Propaganda von radikalen Gruppen gilt vielen als ernsthafte Bedrohung (42%).
Aufklärungsarbeit von Eltern und Schulen gefordert
Trotz aller potentieller Risiken haben in der Praxis - zumindest nach Angaben der Eltern - nur vergleichsweise wenige Kinder tatsächlich schlechte Erfahrungen im Web gemacht. Der größte Anteil verbringt dabei schlicht zu viel Zeit im Internet (36%), viele verlassen sich teils auf falsche Informationen aus dem Web (28%) und nicht wenige geben im Netz zu viel über sich preis (23%).
Wenn es um die Aufklärung der Kinder über die Gefahren im Internet geht, sehen fast alle Befragten zunächst die Eltern in der Pflicht (95%). Eine klare Mehrheit wünscht sich zudem Aufklärung seitens der Schulen und Lehrer (62%). Nur eine Minderheit sieht dagegen eine besondere Verantwortung bei Internet-Dienstleistern wie den Betreibern von sozialen Netzwerken oder E-Mail Anbietern (24%).
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