Rekord unter Praxisbedingungen: 1,4 Tbit/s über Glasfaser

200 Megabit pro Sekunde schaltet die Deutsche Telekom aktuell maximal über ihr modernes Glasfasernetz und stellt damit den schnellsten Internetanschluss in Deutschland bereit. Der Netzwerkausrüster Alcatel-Lucent allerdings hat nun über das Netz der British Telecom im Feldversuch 1,4 Terabit pro Sekunde erzielen können, was dem mehr als Tausendfachen entspricht. Zwar waren in der Vergangenheit auch schon Datenraten von rund 10 Tbit/s erreicht worden, allerdings unter Ideal- bzw. Laborbedingungen.
Die ungenutzte Power
Die Höhe der Datenrate, die Alcatel-Lucent auf der für den Versuch genutzten Strecke von 410 Kilometern erzielt hat, ist auf dem ersten Blick nichts Besonderes. So war in Berlin im März 2011 durch Forscher des Fraunhofer-Instituts für Nachrichtentechnik der aktuelle Rekord bei der Datenübertragung mit Glasfasern bei 10,2 Tbit/s eingestellt worden. Allerdings nur über eine Strecke von 29 Kilometer und zudem unter Laborbedingungen. Alcatel-Lucent jedoch schickte besagte 1,4 Tbit/s über das bereits bestehende und kommerziell genutzte Glasfasernetzwerk der British Telecom.
Dies gelang durch den Einsatz einer als flexible Grid-Infrastruktur (Flexgrid) bezeichneten Technologie, mit der sich die Dichte der genutzten Kanäle erhöhen lässt. Hierzu werden verschiedene Wellenlängen enger gestaffelt, die Energie quasi gebündelt. Nach Angaben von Alcatel-Lucent lässt sich so die Effizienz der Datenübertragung um bis zu 45 % steigern.
Zeitnaher Einsatz möglich
Wie der Test der beiden Projektpartner zeigt, ist die aktuell verfügbare Infrastruktur so weit kompatibel, dass die Flexgrid Technologie stabil und fehlerfrei arbeiten kann. Ein baldiger kommerzieller Einsatz ist daher sehr wahrscheinlich, auch wenn British Telecom noch keinen Zeitplan dafür festgelegt hat.
Indes dürfte es in Deutschland auch nur noch eine Frage der Zeit sein, bis erste Projekte zur Leistungssteigerung der bereits ausgebauten Glasfasernetze gestartet werden. So hat Vodafone nach eigenen Angaben kürzlich in Kooperation mit Huawei hierzulande in einem Feldversuch auf einer Strecke von 3.325 km sogar eine höhere Übertragungsrate als Alcatel-Lucent erreichen können. 2 Tbit/s will der Telekommunikationsanbieter durch sein Glasfasernetz in verschiedenen Städten Mittel- und Süddeutschlands durchgeleitet haben. Auch hier wurde speziell entwickelte Technologie verwendet, die das Spektralband der Glasfaser besser ausnutzt.
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