Netzausbau: EWE kontert Vectoring-Antrag der Telekom mit eigenem Angebot

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Auch EWE möchte sich Exklusivrechte für den Vectoring-Einsatz im Nahbereich sichern

Mit einem Antrag an die Bundesnetzagentur will sich die Telekom die exklusiven Rechte für den Vectoring-Einsatz im Nahbereich sichern. Mit einer eigenen Offerte möchte EWE dem Ex-Monopolist nun noch einen Knüppel zwischen die Beine werfen. Die Geste könnte aber bereits zu spät kommen.

Bereits im Frühjahr hatte die Deutsche Telekom einen kontroversen Regulierungsantrag bei der Bundesnetzagentur eingereicht: Darin bietet der Marktführer an, die Vectoring-Technologie für Bandbreiten bis 100 Mbit/s in die Nahbereiche um sämtliche deutschen Hauptverteiler zu bringen. Das würde jedoch gleichzeitig bedeuten, dass die Telekom die Kontrolle über die Vermittlungsstellen übernimmt - und die Konkurrenz ihre eigene Technik zum Teil zurückbauen muss.

EWE hat nun mit einem eigenen Angebot gekontert: Der Anbieter, der in Niedersachsen, Bremen und Teilen Brandenburgs aktiv ist, würde 70 Mio. Euro in die Hand nehmen, um das Nahbereichs-Vectoring in seinem Einzugsgebiet umzusetzen. Bis Ende 2018 könnte er so 3.200 Kabelverzweiger erschließen, wovon nahezu eine halbe Million Haushalte profitieren würden. Ganz neu ist diese Form des Gegenangebots allerdings nicht, so hatte sich beispielsweise bereits im April NetCologne mit einer eigenen Vectoring Ausbauzusage gegen den Telekom-Antrag gestellt.

Erhält die Telekom schon am Montag grünes Licht von der Bundesnetzagentur?
Letztlich dürfte der aktuelle EWE Verstoß in erster Linie als Statement zu sehen sein. Eigentlich setzt EWE nämlich keine allzu großen Stücke auf das Vectoring im Nahbereich: "Im Nahbereich stehen bereits hohe Bandbreiten zur Verfügung und die Versorgung ist überdurchschnittlich. Ein Vectoring-Ausbau dient hier einzig der Monopolisierung und einer wirtschaftlichen Veredelung alter Kupferkabel."

EWE sei deshalb vielmehr um den zügigen Ausbau von Glasfaserhausanschlüssen im Nahbereich bemüht. Dieser würde gleichzeitig die Mittel einbringen, um das Glasfasernetz auch auf ländliche Regionen auszuweiten. Der Antrag der Deutschen Telekom könne EWE aber dazu zwingen, die geplanten Investitionen umzuschichten. Um nicht durch einen Exklusiv-Deal aus dem Nahbereich ausgeschlossen zu werden, würde man dann eben die "Zwischentechnologie" umsetzen. 

Ob der aktuelle EWE-Vorstoß tatsächlich noch etwas bewirken kann, ist fraglich: Einem Bericht des Handelsblatt zufolge könnte die Bundesnetzagentur bereits am kommenden Montag ihre Entscheidung zum Telekom-Antrag verkünden. Bei einem Ja zu den Telekom-Plänen dürfte sich der Vectoring-Streit noch verschärfen. EWE selbst hat für diesen Fall schon im April eine Zerschlagung der Telekom ins Gespräch gebracht - eine Forderung, der sich inzwischen auch der (der vom EWE Geschäftsführer Norbert Westfal angeführte) Branchenverband BREKO angeschlossen hat.



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