Unitymedia bald mit bis zu 200 Mbit/s im Download

DSLWEB News vom

Der Chief Technology Officer des Kabelbetreibers Unitymedia KabelBW ist jüngst beim Online-Portal Golem.de vorstellig geworden. Im Interview verriet er, wie der Anbieter sein Netz für die Zukunft fit machen will und welche neuen Angebote für die nächsten Monate anstehen: Schon nächsten Monat sollen Kunden über eine neue Tarifoption bis zu 10 Mbit/s im Upload erhalten können und bis Jahresende soll die maximale Downloadrate im Unitymedia-Netz auf 200 Mbit/s steigen.

Kabel-Kapazitäten: Noch genug Luft nach oben
Auch wenn die DSL Anbieter derzeit an neuen Technologien wie VDSL Vectoring und dem DSL Nachfolger G.fast feilen, sieht der CTO Frank Meywerk dadurch keine Gefahr für den technischen Vorsprung, den die Kabelnetzbetreiber aktuell genießen. Was beispielsweise das Vectoring-Verfahren verspricht, können die Kabelbetreiber schon jetzt in der Praxis umsetzen.

Über den modernen Docsis 3.0 Netzstandard schaltet Unitymedia derzeit bereits Highspeedzugänge mit bis zu 150 Mbit/s. Noch vor Jahresende will das Unternehmen die maximale Übertragungsrate auf 200 Mbit/s erhöhen. Technisch seien momentan sogar 600 Mbit/s im Download realisierbar.

Im Mai kommt der Upload-Booster...
Ein Punkt, in dem die Kabelnetzbetreiber noch hinterherhinken, sind allerdings die verfügbaren Upload-Raten. Wie Frank Meywerk erklärt, liegt das an der Ausrichtung des aktuellen Docsis-Standards, bei dem der Fokus auf asymmetrische Bandbreiten gelegt wurde. Mit Docsis 3.1 soll sich das ändern, so dass "in den kommenden Jahren" auch Angebote mit bis zu 40 Mbit/s im Upload denkbar sind.

Bis dahin lässt sich aber auch mit den aktuellen Mitteln noch mehr herauskitzeln: Ab Mai wird Unitymedia eine kostenpflichtige Tarif-Option anbieten, mit der Privatkunden ihren Upload auf immerhin 10 Mbit/s erhöhen können. Zu welchem Preis das möglich sein wird, verriet der CTO aber noch nicht.

...später (vielleicht) die Drosselung
Ein Problem für die Bereitstellung von schnellen Uploads ist auch die Tatsache, dass sich alle Kabelkunden an einem Glasfaserknoten die verfügbare Gesamtbandbreite teilen müssen. Und die Belastung der Netze steigt mit den zunehmenden Nutzerzahlen und immer anspruchsvolleren Anwendungen. Deshalb arbeite Unitymedia auch "permanent" an der Erweiterung seiner Netzkapazitäten und der Aufsplittung bestehender Glasfaserknoten.

Der durchschnittliche monatliche Datenverbrauch eines Unitymedia-Kunden liegt inzwischen bei 50 Gigabyte, wobei sich dieser Wert jedes Jahr verdoppelt. Der größte Teil des Traffics geht allerdings auf die Kappe einer kleinen Minderheit: Laut Meywerk sei ein Prozent der Kunden für 25 Prozent des Datenaufkommens verantwortlich.

Aus diesem Grund hält es Meywerk auch "für legitim, über Abrechnungsmodelle nachzudenken, die stärker die sehr unterschiedliche Nutzungsintensität berücksichtigen". Heißt im Klartext: Auch bei Unitymedia steht die Einführung eines "Fair-Flat" Modells inklusive Anschlussdrosselung zumindest in den Karten. Konkrete Pläne für die Umsetzung, beschwichtigt Meywerk, gebe es aber noch nicht.



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