"Für ein paar Euro mehr" - Telekom will mit Spezialdiensten kassieren

DSLWEB News | , 10:22 Uhr | Thomas Rauh

Timotheus Höttges Vorstandsvorsitzender Deutsche Telekom AG
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Am Dienstag hat das EU-Parlament eine Reihe von Gesetzen zum Thema Internet und Telekommunikation beschlossen, darunter auch das umstrittene Gesetz zur Netzneutralität. Die Gleichbehandlung von Internetdiensten sei darin garantiert, gleichzeitig erlaubt es allerdings einige Ausnahmen - unter anderem die sogenannten Spezialdienste. Und genau darin sieht die Telekom bereits Potenzial für mehr Einnahmen.

In einer ersten Stellungnahme zum Gesetzesbeschluss des EU-Parlaments bewertet die Telekom die Entscheidung als "durchaus ausgewogenen Kompromiss". Es gebe klare Regeln zur Netzneutralität, für mehr Regulierung und zusätzliche Aufsichtskompetenzen sowie Sanktionsmöglichkeiten für Regulierungsbehörden. Also alles Entscheidungen für ein barrierefreies Internet im Sinne des Verbrauchers? Alles nachteilig für Telekommunikationsprovider wie die Telekom?

Wer zahlt, bekommt Vorfahrt
Nicht ganz, denn gleichzeitig bleibe es möglich, "innovative Internetdienste zu entwickeln, die höhere Qualitätsansprüche haben" - die Rede ist von den sogenannten Spezialdiensten. Bestimmte Dienste hätten schlichtweg höhere Qualitätsanforderungen als andere. Beispielsweise sei ausreichend Bandbreite für Videokonferenzen, Online-Gaming oder vernetze Autos unerlässlich - sie müssten gegenüber anderen Diensten "im Stau Vorfahrt bekommen". Spezialdienste - mit anderen Worten - würden zum Beispiel bei überlasteten Leitungen anderen Services vorgezogen. Und sie bieten Chancen für Umsatz und Gewinn. Heißt: Wer mehr zahlt, bekommt Vorfahrt.

"In Zukunft wird es eben auch die Möglichkeit geben, einen Dienst für ein paar Euro mehr in gesicherter Qualität zu buchen."

Höhere Erlöse durch Umatzbeteilgung
Konkret hat die Telekom zum Beispiel Startups im Visier. Sie bräuchten Spezialdienste, um mit den großen Internetanbietern mithalten zu können. Weil sie eben nicht auf die gleiche Infrastruktur wie große Unternehmen zurückgreifen können. Sie könnten sich Dienste hoher Qualität erkaufen, um überhaupt erst wettwerbsfähig zu sein. Doch was sollen solche Spezialdienste kosten? Welche Möglichkeiten zur Monetarisierung gibt es? Auch hier hat die Telekom bereits konkrete Vorstellungen und zielt auf eine "Umsatzbeteiligung von ein paar Prozent" an. - Wir dürfen in jedem Falle mit Spannung verfolgen, welche Strategien sich die TK-Provider einfallen lassen.



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