Erfahrungsbericht: Gratis-WLAN in jedem ICE? Stimmt nicht!

DSLWEB News vom 15. Februar 2017, Ingo Hassa

Kein Gratis-Internet in älteren ICE
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Seit Jahresbeginn bietet die Bahn ihren Fahrgästen in jedem ICE sowohl in der 1. als auch in der 2. Klasse kostenfreies WLAN an. Klingt gut, stimmt nur eben nicht so ganz. Denn wer Pech hat, muss ganz ohne WLAN an Bord auskommen.

Montagmorgen, kurz vor halb zehn in Deutschland. Am Stuttgarter Hauptbahnhof setzt sich gerade der ICE 770 Richtung Hamburg-Altona in Bewegung. Bis zum Eintreffen des Zugs im fernen Hamburg dürften nun rund fünf Stunden vergehen.

Willkommen an Bord
Gute Sache, dass die Deutsche Bahn eine willkommene Neuerung eingeführt hat - seit Jahresbeginn gibt es für alle ICE-Reisegäste kostenloses WLAN (siehe auch: Gratis WLAN-Internet ab sofort in Zügen der 1. und 2. Klasse). Die zügige Umsetzung dieses Angebots war für die Bahn keine leichte Aufgabe: Um eine gute Verbindungsqualität gewährleisten zu können, mussten die Züge quasi in einer Hauruck-Aktion mit neuen Mobilfunkverstärkern versehen werden, die alle aktuellen Netztechniken unterstützen.

Kein Wunder, dass die Deutsche Bahn da schon ein wenig stolz ist. So wurden die Passagiere an ihrem Sitzplatz im Wagen 5 dann auch extra von einem Bahn-Spezial der Zeitschrift Connect begrüßt, in dem die technischen Hintergründe des Unterfangens erläutert werden. Auch das gute alte Bordmagazin mobil widmet sich auf Seite 88 der aktuellen Ausgabe dem neuen Hotspot-Angebot - "Endlich sind alle ICE in Deutschland mit kostenlosem WLAN ausgestattet".


WLAN on ICE: Bordzeitschriften und Flyer

Welches Netzwerk denn bitte?
Soviel Jubelstimmung macht natürlich Lust, das Gratis-WLAN gleich einmal auszuprobieren - die Anleitung dazu liegt schließlich auch direkt am Platz bereit. Sonderlich kompliziert ist die Nutzung nicht. Einfach die WLAN-Auswahl auf dem Handy aufrufen und hier das Bord-Netzwerk "WIFIonICE" auswählen. Auf der Log-In-Seite müssen dann nur noch die Nutzungsbedingungen akzeptiert werden, im Anschluss kann es sofort online gehen. Fahrgäste in der ersten Klasse surfen durchgehend mit der vollen Geschwindigkeit, Passagieren in der zweiten Klasse steht immerhin ein Highspeed-Volumen von 200 MB zur Verfügung.

Soweit die Theorie. In unserem konkreten Fall allerdings scheiterte das Ganze schon am ersten Schritt: Ein Netzwerk mit dem Namen "WIFIonICE" nämlich ließ sich auch nach wiederholten Versuchen nicht aufspüren. Kann man nichts machen - außer eine Störungsmeldung an die auf der Anleitung angegebene Mail-Adresse abzusetzen.


WLAN on ICE: Anleitung Einwahl

Auflösung: Kein WLAN für alte Schnellzüge
Mittags gibt es schließlich eine Rückmeldung vom "Team Digitale Services im Zug", die allerdings enttäuschend ausfällt: "Es tut uns leid, dass Sie unser Angebot WLAN im Zug nicht nutzen können. Leider müssen wir Ihnen mitteilen, dass der ICE 770 von Stuttgart Hbf nach Hamburg-Altona, dieses Angebot nicht hat. Dieser Zug wurde nicht umgerüstet, da dieser bald aus dem Verkehr genommen wird. Wir bedanken uns bei Ihnen für Ihren Hinweis, und wünschen Ihnen eine gute Fahrt."

Bei ihrer großen Umrüst-Aktion hat die Deutsche Bahn also offenbar diejenigen Züge ausgespart, die ohnehin in absehbarer Zeit ausgemustert werden. Das ist wirtschaftlich vernünftig, heißt aber, dass es aktuell eben noch nicht in jedem ICE kostenloses WLAN gibt. Auf einigen Fahrten haben die Passagiere somit schlicht und einfach Pech.

Das ist schon einmal wirklich ärgerlich, warum aber preist die Bahn ihr Gratis-WLAN auch noch ausgerechnet in einem Zug an, der die nötige Technik gar nicht an Bord hat? Dem Service-Team erschließt sich das letztlich auch nicht: "Sie haben selbstverständlich recht. An dieser Stelle ist die Auslage der Flyer nicht angebracht. Leider können wir Ihnen nicht mitteielen [sic], warum dieses Informationsmaterial in diesem Zug auslag und danken Ihnen für diesen Hinweis."

WLAN dann also erst wieder in Hamburg. Wenigstens gibt es in der Februar-mobil noch ein schön langes Interview mit Anke Engelke und Dieter Kosslick, einen Hausbesuch beim "Siedler von Catan"-Erfinder Klaus Teuber und einen Helgoland-Reisebericht. Irgendwie bekommt man die Zeit schon herum. Im Bordrestaurant gibt es diesen Monat geschmorte Schweinebäckchen mit Spitzkohl und Kartoffelplätzchen.

 

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