Digitale Agenda: Bis 2018 überall mit 50 Mbit ins Internet

DSLWEB News | , 16:06 Uhr | Matthias Bichler

50 Mbit Internet für alle bis 2018

Neu ist die Ankündigung nicht, denn das Jahr 2018 wird schon länger als Zielmarke für die flächendeckende Verfügbarkeit von Highspeed-Internet mit Datenverbindungsraten von 50 Mbit und mehr ausgegeben. Nun hat heute die Bundesregierung die im Koalitionsvertrag beschlossene Digitale Agenda vorgelegt. Die bundesweite Versorgung mit schnellem Internet soll mit einem Technologie-Mix erreicht werden.

Die 4 Ziele der Digitalen Agenda
Der Breitbandausbau mit 50 Mbit Internet - gerade auch im ländlichen Raum - ist eines der vier Ziele der Digitalen Agenda. Wo private Unternehmen nicht investieren wollen, wird die Bundesregierung unterstützende Maßnahmen vornehmen. Weiterhin soll Deutschland innerhalb von vier Jahren das digitale Wachstumsland Nummer 1 in Europa werden, dafür sollen die IT-Unternehmensgründungen von derzeit 10.000 pro Jahr um 50 % auf 15.000 steigen. Der Staat selbst möchte auch innovativer und unabhängiger von großen IT-Unternehmen werden, so sollen für die Kommunikation mit den Bürgern eigene Netzwerke entstehen. Des Weiteren liegt ein Hauptaugenmerk beim Thema Sicherheit. So soll der Datenschutz gestärkt und vermehrt gegen Cyberangriffe vorgegangen werden.

Das kostet der Breitbandausbau bis ins Jahr 2018
Laut Bundesnetzagentur existierten Ende 2013 in Deutschland 28,7 Millionen Bereitbandanschlüsse, diesen stehen ca. 20 Millionen Haushalte (Stand 2012) ohne Highspeed-Internet gegenüber. Diese bis 2018 mit Datenraten von mindestens 50 Mbit/s (= DSL 50000) versorgen zu wollen, ist ein ambitioniertes Ziel. Eine vom TÜV Rheinland im Auftrag des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie erstellte Studie aus dem Jahr 2013 geht von folgenden Kosten aus:

  • 5 Mrd. € um 75 % der Haushalte mit 50 Mbit und mehr zu versorgen
  • 12 Mrd. € um 95 % der Haushalte mit 50 Mbit und mehr zu versorgen
  • 20 Mrd. € um 100 % der Haushalte mit 50 Mbit und mehr zu versorgen

 

Für die letzten 5 Prozent würden demnach 65 Prozent der Investitionskosten benötigt werden. Gerade hier ist aber ein Breitbandausbau alleinig durch die Privatwirtschaft sehr unwahrscheinlich, da die enormen Investitionen nur schwer refinanzierbar wären. Hier wird die Bundesregierung sicherlich zusätzliche Förderprogramme auflegen müssen. Die oberen Zahlen sehen im Übrigen einen Technologie-Mix inklusive Internet über LTE vor, würde der Ausbau ausschließlich über einen Glasfaser Internetanschluss erfolgen, entstünden Gesamtkosten in Höhe von 85,5 - 93,8 Mrd. €.



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