Breitbandmarkt Q2 2019: Telekom mit deutlich weniger DSL Neukunden

Die Deutsche Telekom treibt den Ausbau von Supervectoring und Vectoring mit Hochdruck voran. Trotzdem hat sich das Neukundengeschäft im Q2 2019 deutlich abgeschwächt. Die Gründe hierfür sind vielfältig.

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Zwischen April und Ende Juni hat die Deutsche Telekom zwar weiter an Breitband-Kundenverträgen zugelegt, allerdings auf weitaus niedrigerem Niveau als zuletzt. Unterm Strich ist die Gesamtzahl der Telekom DSL Kundenverträge im Q2 2019 um 28.000 auf knapp 13,64 Millionen DSL Kundenverträgen angestiegen.

Der deutsche Breitbandmarkt und der "Flüchtlings-Effekt"

Nach Unternehmensaussagen haben mehrere unterschiedliche Faktoren zu der Verlangsamung des Wachstums beigetragen. Grundsätzlich habe sich aber der gesamte deutsche Breitbandmarkt leicht abgekühlt.

Zum Teil hat dies schlicht mit der Bevölkerungsentwicklung zu tun: So resultierte die Flüchtlingskrise der letzten Jahre in einem deutlich gesteigerten Zuzug nach Deutschland - was zeitweise auch zu einer erhöhten Nachfrage nach neuen Breitband-Anschlüssen geführt hat. Inzwischen hat sich dieser Effekt jedoch entscheidend abgeschwächt, was sich nun eben auch in den Neukundenzahlen der Telekom-Unternehmen niederschlägt.

Harter Kampf um Neukunden

Auf der anderen Seite hat die immer noch laufende All-IP Umstellung zu einer erhöhten Zahl an Anschlussverlusten bei der Deutschen Telekom geführt. Für viele Kunden war der Wegfall des "echten" Telefonanschlusses offenbar der richtige Zeitpunkt, dem Marktführer den Rücken zu kehren und auf ein (günstigeres) Konkurrenz-Angebot zu wechseln.

Überhaupt bekommt die Telekom Druck durch die Mitbewerber, die im Kampf um Neukunden unter anderem deutlich längerfristige Einstiegs-Rabatte ins Feld führen als der Marktführer. Das dürfte vor allem ein Verweis auf den großen Konkurrenten Vodafone sein, dem die Telekom schon länger vorwirft, den deutschen Markt in einen möglicherweise gefährlichen Preiskampf zu treiben (siehe auch DSLWEB Breitband Report 2018). Hier will die Telekom gegensteuern und das Wachstum im Breitband-Geschäft wieder verstärkt in den Fokus der eigenen Anstrengungen rücken.

Supervectoring für 22 Millionen Haushalte

Ein Jahr nach der Einführung von Supervectoring kann die Telekom über diese Technologie bereits 22 Millionen Haushalte und Unternehmensstandorte mit bis zu 250 Mbit/s versorgen. Bis Ende 2019 soll diese Zahl sogar auf 28 Millionen anwachsen.

Auch wenn der klassische DSL Anschluss noch immer sehr verbreitet ist, nutzt die Mehrheit der Telekom-Kunden inzwischen mindestens einen VDSL Zugang. Alleine im Q2 2019 ist die Zahl der vermarkteten Glasfaser-basierten Produkte (VDSL, Vectoring, FTTH) um 304.000 auf 7,9 Millionen angestiegen. Das entspricht einem Anteil von 58 Prozent der Telekom Breitbandkundenverträge.

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