Vodafone legt Geschäftsbericht vor

Breitbandmarkt Q2 2019: Schnäppchenjäger bremsen Vodafone DSL Wachstum

Das Wholesale-Geschäft läuft schleppend und im DSL-Segment verliert Vodafone einige Anschlüsse an die Konkurrenz. Darüber dürfte Vodafone aber hinwegsehen können - schließlich steigt das Unternehmen nun zum bundesweiten Kabel-Riesen auf.

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Vodafone Deutschland - Firmenzentrale

Vodafone Deutschland ist solide in sein neues Geschäftsjahr 19/20 gestartet. Zwischen April und Ende Juni 2019 konnte die Festnetzsparte des Unternehmens dabei einen Serviceumsatz 1,005 Mrd. Euro erzielen - ein Plus von 1,6 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal.

Kabel- und Kerngeschäft stark, DSL und Wholesale schwächeln

Das Kabelgeschäft war auch im Q2 2019 einmal mehr der eigentliche Wachstumstreiber im Festnetz-Segment. Der Serviceumsatz im Kabel konnte nämlich ein weiteres kräftiges Plus von 3,6 Prozent verzeichnen. Im DSL Geschäft hingegen waren die Serviceumsätze sogar leicht rückläufig und sanken um 0,6 Prozent auf 427 Mio. Euro ab.

Besonders geschwächelt hat Vodafone bei der Vermietung von Netzkapazitäten: Rechnet man das rückläufige Wholesale-Geschäft heraus, ergibt sich für die restlichen Festnetz-Serviceumsätze statt den eingangs genannten 1,6 Prozent ein Zuwachs von 2,4 Prozent.

Wettbewerber schnappen Vodafone DSL Kunden weg

Ein ähnliches Bild wie beim Serviceumsatz ergibt sich beim Blick auf die Entwicklung der Breitband-Kundenverträge. So ist die Zahl der aktiven Kabel Internet Anschlüsse im Q2 2019 um 35.000 auf 3,863 Millionen angewachsen. Die Zahl der Vodafone DSL Kundenverträge aber ist im gleichen Zeitraum um rund 10.000 auf 3,045 Millionen zurückgegangen.

Gemessen an den vorangegangenen Quartalen fiel der Gesamtzuwachs damit vergleichsweise niedrig aus. Verantwortlich hierfür ist laut Vodafone vor allem der gestiegene Preisdruck. Durch den verstärkten Einsatz von Vergünstigungen sei es einigen Konkurrenten gelungen, Vodafone Neu- und Bestandskunden abspenstig zu machen.

Auf solche Preiskämpfe möchte sich Vodafone derzeit allerdings nur bedingt einlassen (siehe auch DSLWEB Breitband Report 2018). Immerhin: Bei den DSL Kunden, die Vodafone den Rücken gekehrt haben, soll es sich vornehmlich um eher umsatzschwache Nutzer gehandelt haben - also möglicherweise genau die Zielgruppe, die besonderen Wert auf Schnäppchenangebote legt.

Unitymedia-Übernahme wird genehmigt & direkt angepackt

Kurz nach Abschluss des Q2 2019 gab es endlich grünes Licht von den EU-Wettbewerbshütern für die geplante Übernahme der Liberty Global Kabelnetze in Deutschland, Tschechien, Ungarn und Rumänien. Für Deutschland bedeutet dies: Vodafone schluckt Unitymedia und wird so zum ersten bundesweiten Kabelnetzbetreiber seit der Zerschlagung des früheren Kabel-Monopols Ende der Neunziger (siehe Newsmeldung: Perfekt - Vodafone darf Unitymedia übernehmen).

Die Verschmelzung der beiden deutschen Kabelgrößen ist ein aufwendiges Unterfangen, das Vodafone aber möglichst zügig über die Bühne bringen will. Durch die Übernahme von Kabel Deutschland in 2013 besitze Vodafone schließlich auch schon die nötige Erfahrung, um eine solche Fusion zu stemmen.

Nach eigener Aussage hat Vodafone auch schon einen sehr detaillierten Fahrplan in der Schublade. So soll von Tag Eins ab bereits mit dem Umbau der Unternehmensführung, der Verwaltung und der internen Prozesse begonnen werden. In nur 30 Tagen soll die Zusammenführung von Vodafone und Unitymedia dann auch schon die ersten kommerziellen Früchte tragen - zunächst in Form von Cross-Selling und Kundenmigration.

Dazu passt, dass Vodafone nach Informationen des Handelsblattes für den 1. September 2019 den Start eine großen Marketing-Offensive plant, mit der vor allem die Deutsche Telekom angegriffen werden soll. Das dürfte die Gelegenheit für Vodafone sein, sich der breiten Öffentlichkeit gegenüber als Gigabit-Anbieter für ganz Deutschland zu präsentieren - und sich damit in der Öffentlichkeit als Telekom-Konkurrent auf Augenhöhe zu positionieren.

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