Breitbandmarkt im Q1 2016: Telekom will nicht länger der Buhmann sein

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Die Telekom ist die Diskussion um ihre Vectoring-Pläne sichtlich leid. Selbst bei der Veröffentlichung der Geschäftszahlen zum Q1 2016 hat der Marktführer so zunächst einmal die eigenen Verdienste um den Breitband-Ausbau betont.

Vectoring-Streit & Co.: Telekom hat die Schurkenrolle satt
Was hat man der Telekom in Sachen Breitband-Ausbau in der letzten Zeit nicht alles vorgeworfen - von der "Rosinenpickerei" bis hin zur "schleichenden Re-Monopolisierung". Darauf reagiert der Marktführer zunehmend gereizt und bemüht sich, das öffentliche Bild geradezurücken. Entgegen aller Anfeindungen durch die Konkurrenz sei es doch gerade die Telekom, die den Breitband-Ausbau in Deutschland entscheidend vorantreibt: "Unser nächstes Zwischenziel ist das Breitbandziel der Bundesregierung für 2018. Auf diesem Weg nehmen wir auch unsere Wettbewerber mit."

Auch die erneuten Vertragszugewinne im Festnetzbreitband-Segment sind für die Telekom in erster Linie ein Resultat der eigenen Ausbaubemühungen. Unterm Strich ist die Zahl der Telekom DSL Kundenverträge im Q1 2016 um weitere 62.000 auf den neuen Höchststand von 12,7 Millionen angestiegen.

Ganz besonders stark war erneut die Nachfrage nach schnellen Glasfaserzugängen. Hier konnte die Telekom im Q1 2016 selbst 363.000 Neuverträge gewinnen. Darüber hinaus hat die Telekom ihren Mitbewerbern 297.000 entsprechende Wholesale-Produkte zur Verfügung gestellt. Die Zahl der neu an die Konkurrenz vermieteten Highspeed-Anschlüsse habe sich gegenüber dem Q1 2015 damit um mehr als drei Viertel erhöht.

Entwicklung Telekom Breitbandkunden

Keine gute oder schlechte Glasfaser
Allein im Q1 2016 habe die Telekom rund 0,9 Mrd. Euro für den weiteren Glasfaser-Ausbau in die Hand genommen. Im Jahresvergleich sei die eigene Glasfaser-Abdeckung um 4 Millionen auf 23,7 Millionen Haushalte angestiegen. Insgesamt decke die Telekom Glasfaser-Infrastruktur damit bereits 56 Prozent der deutschen Haushalte ab.

Dabei muss aber beachtet werden, dass für die Telekom auch VDSL und VDSL Vectoring Verbindungen als Glasfaseranschlüsse zählt - einen Unterschied zur "echten" FTTH Glasfaser macht sie in ihrem Zahlenwerk nicht. Als dieser Umstand auf der heutigen Telefonkonferenz mit Journalisten zur Sprache kam, regierte der Telekom-Chef Timotheus Höttges gereizt. An der "sinnfreien" Diskussion um "gute oder schlechte Glasfasertechnologie" werde er sich nicht beteiligen.

Entertain und Glasfaser sorgen für Umsatzwachstum
Die steigende Verfügbarkeit von hohen VDSL Geschwindigkeiten dürfte nicht unwesentlich zu der wachsenden Nachfrage nach dem Internet Fernsehen Telekom Entertain beigetragen haben. Die Zahl der Telekom Entertain Kundenverträge ist im Q1 2016 um weitere 53.000 auf 2,736 Millionen geklettert. Durch die erst kürzlich gestartete Variante Telekom EntertainTV Plus erwartet die Telekom nun eine weitere Belebung der Nachfrage.

Zusammen mit der steigenden Glasfaser-Kundenzahl hat die TV-Sparte letztlich auch zu einem Umsatzplus im harten Breitband-Geschäft gesorgt. Gegenüber dem Q4 2015 sind die Breitband-Umsätze - die sich seit Jahresbeginn 2015 stetig erholt haben - nochmals um 1,8 Prozent gestiegen.



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