BNetzA macht Vectoring-Entscheidung final - aber Streit wird weitergehen

DSLWEB News | , 13:46 Uhr | Ingo Hassa

Deinstegbäude Bundesnetzagentur

Rund anderthalb Jahre tobt nun schon der Streit um die Regelung des Nahbereichs-Vectoring. Nach vielem Hin und Her und grünem Licht aus Brüssel hat die Bundesnetzagentur nun ihre endgültige Entscheidung bekanntgegeben.

Die Bundesnetzagentur hat das Ende des Regulierungsverfahrens rund um den Einsatz von VDSL Vectoring in den Nahbereichen um die ca. 8.000 deutschen Hauptverteiler bekanntgegeben. Trotz einer letzten Last-Minute-Konsultation (siehe auch Bundesnetzagentur gibt nach: Doch neue Konsultation im Vectoring-Streit) bleibt die Behörde dabei ihrer bisherigen Linie treu - bis auf wenige Ausnahmen wird also die Deutsche Telekom für die Umsetzung des Nahbereichs-Vectoring verantwortlich sein.

Telekom-Exklusivität wird kaum aufgeweicht
Gegen eine verbindliche Ausbau- und Investitionszusage - welche das Unternehmen letzte Woche eingereicht hat - erhält die Telekom das exklusive Recht, das schnelle Vectoring in die Nahbereiche zu bringen. Da sie hierzu die Kontrolle über die Verteilertechnik übernehmen muss, bleibt den Konkurrenten in diesen Gebieten der Zugang zur Teilnehmeranschlussleitung verwehrt. Sie müssen hier auf ein virtuelles Ersatzprodukt der Telekom ausweichen, wobei die Höhe der Entgelte wie bei der klassischen Kupfer-TAL von der Bundesnetzagentur kontrolliert werden wird.

Sobald das entsprechende Ersatz-Angebot an die Mitbewerber finalisiert ist, hat die Telekom 30 Monate Zeit, um ihre Ausbaupläne umzusetzen. Bei Nichteinhaltung der Investitionzusagen sieht die Bundesnetzagentur "spürbare Sanktionen" gegen den Netzbetreiber vor.

Zwar sollen sich in einigen Regionen auch andere Provider das Recht auf Nahbereichs-Vectoring erstreiten können, doch dafür werden ihnen hohe Hürden gesteckt. Um einen Nahbereich selbst mit Vectoring erschließen zu dürfen, muss ein Telekom-Mitbewerber so nicht nur mindestens 40 Prozent der Kabelverzweiger im entsprechenden Anschlussbereich erschlossen haben, sondern der Telekom in dieser Hinsicht auch noch deutlich voraus sein (33 Prozentpunkte).

"Schwarzer Tag" am Ende eines "unsäglichen Verfahrens"
In einem gemeinsamen Statement gingen die Branchenverbände BREKO, BUGLAS und VATM hart mit der Entscheidung der Bundesnetzagentur ins Gericht. Sie markiere nichts anderes als einen "schwarzen Tag für den zukunftsfähigen Glasfaserausbau in Deutschland". Insbesondere kritisierten sie das Fehlen des angemahnten verbesserten Zugangs für Wettbewerber zu den Kabelkanälen der Telekom sowie die hohen Auflagen für die Abwehr der Telekom-Ansprüche in den einzelnen Ausbaugebieten. Überhaupt gebe es hinsichtlich des Abwehrrechts nicht einmal eine valide Datenbasis, anhand der Wettbewerber feststellen könnten, ob sie den geforderten Abstand von 33 Prozentpunkten zur Telekom beim Ausbau der Kabelverteiler erfüllen.

Jetzt hänge viel von der qualitativen und preislichen Ausgestalteng der Ersatzprodukte ab. Hier herrscht bei den Verbänden jedoch sehr große Skepsis, nicht zuletzt, da sich die Telekom immer wieder öffentlich für höhere Entgelte für ihre Vorleistungsprodukte ausgesprochen hat. Es dürfe aber keinesfalls dazu kommen, dass sich die Bundesnetzagentur im Rahmen des Exklusiv-Deals von der Telekom zu weiteren Zugeständnissen nötigen lässt. 

Auch wenn nun scheinbar die Entscheidung im Vectoring Streit steht, ist dieser noch lange nicht ausgestanden. Denn schon jetzt ist klar, dass es nicht beim einfachen Protest gegen den Telekom-Deal bleiben wird. So hat EWE inzwischen angekündigt, vor dem Kölner Verwaltungsgericht gegen den Beschluss der Bundesnetzagentur zu klagen - ein Schritt, den das Unternehmen schon letztes Jahr in Aussicht gestellt hat (siehe auch Regierung will Telekom den Zuschlag für VDSL Vectoring im Nahbereich geben).



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