Anhörung: Bundesnetzagentur diskutiert Routerzwang

DSLWEB News | , 10:34 Uhr | Corinna Schuetten

Viele Internetanbieter schreiben ihren Nutzern vor, welche Hardware sie an die TAE- bzw. Telefon-Dose anschließen dürfen. Vor allem Modem- und Router-Hersteller kritisieren das Diktat der Anbieter, erhalten jedoch kaum Unterstützung durch die zuständige Regulierungsbehörde. Im Gegenteil, bisher sieht die Bundesnetzagentur ausdrücklich davon ab, Internetprovidern vorzuschreiben, ob ihr Netz an der TAE-Dose oder am Router endet. Nun soll durch eine öffentliche Anhörung von Herstellern, Netzanbietern und interessierten Bürgern Klarheit geschaffen werden.

Wo endet das Netz?
Seit Januar kocht die Diskussion über den sogenannten Routerzwang immer wieder hoch. Hardware-Hersteller AVM hatte den Stein ins Rollen gebracht, indem er die bis dato herrschende Passivität der Bundesnetzagentur bezüglich des Themas kritisierte. Die nun erfolgte Reaktion der Behörde stößt aber kaum auf Gegenliebe bei den Herstellern, besteht diese doch in dem Vorschlag, den Endpunkt des vom Anbieter kontrollierten Netzabschnitts nicht durch das physische Ende der Leitung, sondern durch das "Netzabschlussgerät" zu definieren. Hintergrund ist, dass die Bundesnetzagentur für alle Zugangstechnologien - DSL, Kabel, LTE, etc. - einen einheitlichen Abschlusspunkt festlegen will. Tatsächlich käme dies aber der endgültigen Legitimierung des Routerzwangs gleich.

AVM bewertet diese mögliche Entwicklung nicht nur als technisch kaum umsetzbar, sondern sieht darin sogar einen immensen Rückschritt in der Liberalisierung des Telekommunikationsmarkts. Dieser würde sich dem Hersteller zufolge in erster Linie negativ für den Endverbraucher auswirken. Ohne freie Endgerätewahl, so AVM, würden Wettbewerb und somit auch technische Innovationen unterdrückt.

Anhörung mit wenig Aussicht auf Erfolg
Für den 6. November hat die Bundesnetzagentur eine offizielle Anhörung angesetzt. Hier sollen nicht nur Netzbetreiber und Hardware-Hersteller zu Wort kommen, auch Stellungnahmen von Verbrauchern sind erwünscht. Allerdings besteht allem Anschein nach wenig Aussicht auf eine Entscheidung zugunsten der freien Endgerätewahl. Zwar waren in den vergangenen Monaten auch immer wieder von politischer Seite erste Schritt zur Abschaffung des Routerzwangs unternommen worden, die Bundesnetzagentur allerdings zeigte sich, wie Branchenkenner berichten, bisher deutlich den Netzbetreibern zugewandt.



Weitere DSL News


Beratung und Service auf DSLWEB

Preisvergleich

Mit wenigen Klicks das beste Angebot finden. weiter

Verfügbarkeit

Ist mein Wunschpaket auch bei mir verfügbar? weiter

Speedtest

Die Leistung des eigenen Zugangs messen. weiter

Anbieterwechsel

Tipps und Tricks für einen Providerwechsel. weiter

Kündigungs-Assistent

Die Kündigung ganz einfach online erstellen. weiter

DSL Vergleich

Aktuelle Angebote vergleichen und sparen!

Tarifvergleich starten

Unser Versprechen

Unser Versprechen
  • Kompetent: Tarifexperten seit 2002
  • Unabhängig: Transparent und objektiv
  • Günstig: Immer erstklassige Angebote