1&1 im Q4 2017: United Internet überrascht mit 300-Millionen-Euro-Vorhaben

DSLWEB News vom 22. März 2018, Ingo Hassa

United Internet Firmensitz
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Eigentlich alles gut bei United Internet. Im Geschäftsjahr 2017 konnte das Unternehmen erneut Bestmarken bei Kundenverträgen, Umsatz und Ergebnis einfahren - nicht zuletzt wegen des erfolgreichen Zusammenschlusses mit Drillisch. Die Anleger allerdings zeigen sich fürs Erste skeptisch.

Über alle Geschäftssparten hinweg hat United Internet im vergangenen Geschäftsjahr kräftig zugelegt. So ist der Gesamt-Umsatz der Internetfabrik aus Montabaur um 10,5 Prozent auf 4,206 Mrd. Euro geklettert und der Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) legte sogar um 17,3 Prozent auf 979,6 Mio. Euro zu.

Vieles neu nach Drillisch-Übernahme
Das deutliche Umsatzplus geht nicht zuletzt auch auf den Zusammenschluss mit der Drillisch AG zurück, der im September 2017 unter Dach und Fach gebracht wurde. Durch die komplexe Fusion (siehe hierzu auch Hammer auf dem Mobilfunkmarkt: United Internet übernimmt Drillisch) hat sich in der Unternehmens-Organisation einiges verschoben: Das Access-Geschäft ist inzwischen weitgehend unter der Drillisch AG vereint, wobei sich Drillisch Online um den Mobilfunk-Vertrieb für Privat- und Firmenkunden kümmert. DSL und Mobile Internet hingegen sind die Domäne von 1&1 Telecommunication. Deren 100-prozentige Tochter 1&1 Telecom GmbH wiederum ist speziell für das Privatkundengeschäft im Festnetz zuständig, das von 1&1 Versatel abgezogen wurde. Die Business-Festnetzprodukte sowie das Wholesale-Geschäft schließlich verbleiben bei 1&1 Versatel, selbst eine Tochter der United Internet Service Holding GmbH.

Struktur Access-Sparte United Internet

Glasfaser bleibt Wachstumstreiber
Blickt man auf die Gesamtzahl der DSL Kundenverträge, ging es bei 1&1 DSL im Q4 2017 erstmals seit Langem wieder leicht nach unten - unterm Strich ergab sich für die Zeit von Oktober bis Ende Dezember ein Minus von rund 10.000 Verträgen. Ein Grund für Alarmstimmung ist das allerdings nicht. Der geringfügige Rückgang ist nämlich allein dem längst aufgegeben Geschäft mit T-DSL und Resale-Anschlüssen geschuldet. Deren Zahl ist im Lauf des Q4 2017 um weitere 20.000 auf nur noch 110.000 abgeschmolzen. Die Zahl der DSL Komplettverträge hingegen konnte auch zum Jahresende nochmals zulegen und stieg um 10.000 auf 4,34 Millionen an. Für das Geschäftsjahr 2017 ergab sich insgesamt sogar ein Netto-Plus von 110.000 1&1 DSL Komplettverträgen.

Geplante Smartphone-Subventionen sorgen für Unmut
Wesentlich größere Sprünge sind auf dem weitgehend gesättigten Festnetzmarkt auf absehbare Zeit nicht zu erwarten. Das entscheidende Wachstumspotenzial der Access-Sparte dürfte deshalb im Mobilfunk liegen. Seit der Drillisch-Übernahme ist United Internet die neue vierte Kraft auf dem deutschen Markt und wird nun versuchen, anzugreifen (siehe SmartWeb Mobilfunk Report Q2 2017: Das Erwachen der vierten Macht).

Als Ziel für das Geschäftsjahr 2018 hat sich United Internet rund 1,2 Mio. neue DSL- und Mobile Internet-Verträge gesteckt. Um Mobilfunknutzer für sich zu gewinnen, will der Konzern nicht nur seine Marketingaktivitäten erhöhen, sondern dazu auch kräftig in Smartphone-Subventionen investieren. Bei den 1&1 All-Net-Flat Tarifen hat der Provider diese Idee inzwischen bereits umgesetzt - die einmaligen Smartphone-Zuzahlung sind fast komplett gestrichen, dafür haben die monatlichen Tarifgebühren deutlich angezogen. So sollen die Smartphone-Zuschüsse langfristig gegenfinanziert werden. Doch zunächst muss United Internet dazu in Vorleistung gehen und hat für 2018 daher 300 Mio. Euro an Subventionen eingeplant.

Dass United Internet in dieser Form in die Kundengewinnung investieren wird, dürfte den Marktbeobachtern bewusst gewesen sein. Die veranschlagte Summe hat die Analysten aber offenbar überrascht und einige Anleger verschreckt: Nach der Bekanntgabe der Geschäftszahlen sackte die United Internet Aktie zunächst einmal kräftig ab.

Entwicklung 1&1 Breitbandkunden

 

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