Glasfaser

Per Lichtwellenleiter superschnell im Internet surfen

DSL und Kabel Internet stellen derzeit die etablierten Technologien für schnelles Internet dar. Dabei sind es jedoch die Glasfaser-Verbindungen, die für das Internet der Zukunft unentbehrlich sind. Denn: Glasfaser erlauben vielfach höhere Datenübertragungsraten als Kupfer- oder Koaxialkabel.

Aktualisiert 05.10.2017
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Genau genommen läuft die Internet-Datenübertragung schon heute zum größten Teil über moderne Glasfaserkabel. Die Glasfaser-Infrastruktur bildet gewissermaßen das Rückgrat des Breitband-Internets. Das Problem ist allerdings, dass nur selten reine Glasfaser-Verbindungen für die beste Internet-Geschwindigkeit vorhanden sind. Der Regelfall ist ein "Leitungsmix" aus Glasfaser- und Kupfer- bzw. Koaxialkabel. Und gerade das Kupferkabel bremst die Datenraten gehörig aus.

Paar zuhause mit Laptop und Smartphone

Nur Glasfaser bringt Gigabit-Internet: Experten sind sich einig - leistungsfähige Netze, die auch in Zukunft dem exponentiell steigenden Datentransfer gewachsen sind, basieren auf reinen Glasfaserleitungen. Sprechen wir also von "Glasfaser-Internet", dann sind Internetanschlüsse gemeint, die zu (nahezu) 100 Prozent über Glasfaserleitungen erfolgen. Doch der Ausbau ist aufwendig und teuer. Die Verfügbarkeit ist äußerst gering.

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Glasfaser Internet - Angebote und Pakete von Telekom & Co.

Derzeit haben nur wenige Internetanbieter schnelle Breitband-Leitungen über Glasfaser im Programm. Internet-Telefon-Komplettpakete mit Glasfaseranschluss sind etwa bei der Telekom, bei EWE und M-Net zu bekommen. Allerdings gibt es die Produkte nur in sehr wenigen Ausbaugebieten. Wo kein Glasfaser-Internet verfügbar ist, kann aber meist DSL oder Kabel Internet geschaltet werden.

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Geschwindigkeiten von Glasfaser Internet

Glasfaser erlaubt einen wahren Geschwindigkeits-Sprung beim Internetsurfen und stellt die gängigen DSL Anschlüsse locker in den Schatten. Schon heute bietet die Telekom für Privatkunden Internet mit Datenraten von bis zu 200 Mbit/s im Download an. Im Upload sind mit "Telekom Fiber" derzeit maximal 100 Mbit/s möglich. Der regionale Provider M-Net hat für seine Kunden auch Internet mit 300 Mbit/s (Download) im Angebot. Das ist allerdings längst noch nicht das Ende der Fahnenstange: Unsere Nachbarn in der Schweiz sind da schon einen Schritt weiter - dort können Verbraucher Internet mit 1 Gbit/s buchen (ca. 1000 Mbit/s).

Zum Vergleich: DSL 16000 bringt es auf einen Spitzenwert von 16 Mbit/s im Download, in der Praxis liegt dieser Wert im Mittel eher bei 11 Mbit/s. Beim Hochladen von Dateien beträgt die Geschwindigkeit meist etwa 1 Mbit/s. Mit der Weiterentwicklung VDSL - der Großteil des Datenverkehrs erfolgt hier über Glasfaser - sind maximal 50 Mbit/s bzw. mit Hilfe von Vectoring bis 100 Mbit/s drin.

Die starken Geschwindigkeits-Unterschiede zwischen DSL/VDSL und Glasfaser sind physikalisch bedingt. Die Telefonleitungen, welche meist aus Kupferkabel bestehen, haben klare natürliche Grenzen für den Datendurchsatz. Je länger der Abschnitt, über den Daten übertragen werden, desto stärker sinkt der Datendurchsatz. Bei Glasfaser ist die Durchsatzrate dagegen nicht durch die Länge der Leitungen begrenzt.

Sehr schön lässt sich das mit einem Blick auf die VDSL Technologie illustrieren: Hier werden Datenpakete bis zum Verteilerkasten (die grauen Kästen am Straßenrand) durch Glasfaserleitungen transportiert. Auf dem letzten Teilstück zwischen dem Verteiler und dem Kundenhaushalt läuft der Transfer allerdings über Kupferkabel, welche die Datenrate erheblich drücken. Die Störeinflüsse im Kupferkabel lassen sich zwar mittels Vectoring-Technik reduzieren, dennoch bleibt die Geschwindigkeit klar hinter der Datenrate reiner Glasfaseranschlüsse zurück.

DSL und VDSL Technik (Quelle: Telekom)
DSL und VDSL Technik (Quelle: Telekom)

Von FTTC über FTTB bis zu FTTH

Bei Glasfaseranschlüssen endet die Glasfaserleitung eben nicht am Verteilerkasten, sondern im Haushalt des Verbrauchers. Allerdings ist auch Glasfaser-Anschluss nicht gleich Glasfaser-Anschluss, denn die "Fiber"-Leitungen lassen sich klassifizieren in:

  • FTTC (Fiber-to-the-Curb): Hier sind die Glasfaser bis an den Bürgersteig verlegt.
  • FTTB(Fiber-to-the-Building): Die Glasfaser reichen bis ins Gebäude, zum Beispiel in den Keller des Hauses.
  • FTTH (Fiber-to-the-Home): Hier liegt die Glasfaser direkt bis in die Wohnung des Kunden. Die Datenpakete werden also ausschließlich über Glasfaserkabel übertragen.

Der Ausbau der Glasfasernetze (insbesondere FTTH) verursacht jedoch sehr hohe Kosten und wird meist nur bei Neubauten vorgenommen. Bestandsobjekte komplett nachzurüsten, ist in der Praxis zu teuer und für die Internetanbieter unwirtschaftlich.

Glasfaser Ausbaugebiet von M-Net in München Zentrum
Glasfaser Ausbaugebiet von M-Net in München Zentrum
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