VDE: Politik muss sich stärker für Breitband engagieren

DSLWEB News | , 12:01 Uhr

Zur Zeit rangiert Deutschland in Bezug auf die Versorgung der Haushalte mit Breitband-Anschlüssen auf dem zwölften Platz in Europa. Aufgrund dieser Daten fordert Walter Tengler, der Tagungsleiter der ITG/VDE-Fachkonferenz "Breitbandversorgung in Deutschland - Wie schaffen wir den Anschluss?" die Politik auf sich bei Breitband stärker zu engagieren, heißt es in einer heutigen Pressemitteilung des VDE.

Während in Deutschland von 100 Haushalten nur 17 % einen DSL-Anschluss besitzen und 0,5 % über ein Kabel-Modem verfügen liegt dieser Anteil im führenden Land Niederlande bei 27,3 % (DSL) und 17,4 % (Kabel-Modem).

Als eine der Hauptursachen für die Situation in Deutschland sieht Walter Tengler die dominierende Stellung der Deutschen Telekom AG bei der DSL-Technologie und es fehle an konkurrienden Alternativen und einem Technologiewettbewerb.

Zu den Breitband-Alternativen und Technologien gehören Wimax, Powerline, VDSL2, ADSL2+ und FTTCab (Fiber to the Cabinet) die eine Bandbreite von bis zu 50 Megabit pro Sekunde ermöglichen. Bis zum Jahre 2007 will die Deutsche Telekom AG fünfzig Großstädte mit einem 50 Megabit schnellen Glasfasernetz versorgen.

Trotz einer DSL-Verfügbarkeit von 91 % aller Telefon-Anschlüsse in Deutschland sind noch 9 % also rund 4 Millionen Telefon-Anschlüsse aufgrund vorliegender Reichweiten-Problemen nicht mit DSL versorgt.

Diese Haushalte werden laut Tengler in den nächsten Jahren mit neuer Breitband-Technologie wie Wimax oder Glasfaser ausgestattet soweit es wirtschaftlich tragbar ist.

Aktuell gibt es nur sehr wenige deutsche Glasfaser-Initiativen während die großen Betreiber in den USA und über 200 Kommunen derzeit FTTH-Netze (Fiber to the Home) aufbauen. Die Bandbreite von FTTH liegt bei bis zu 100 Megabit pro Sekunde und ist zukunftssicher.

Nach Tengler sind Privatpersonen, Unternehmen und Komunen bereit eigenes Kapital in Breitband zu investieren und Breitband-Initiativen zu starten. In ländlichen Regionen können sich Bürger-Initiativen gründen und darüber Breitband forcieren. Allerdings fehlt es nach Angaben von Tengler in Deutschland an öffentlichen Förderprogrammen für Breitband.

Die Politik betrachtet nach Tengler einen Breitband-Internetanschluss nicht als staatlich gewährleisteten Universaldienst.

Derzeit nehme aber die Bundesnetzagentur und damit die Regulierung keinen direkten Einfluss auf das Angebot von Breitband-Anschlüssen. Von der Politik fordert Tengler mehr Engagement, Konzepte und regulatorische Maßnahmen bei der flächendeckenden Breitband-Versorgung.


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