VATM fordert Konzept für flächendeckenden Breitbandausbau

Der Verband der Anbieter von Telekommunikations-, und Mehrwertdiensten (VATM) fordert anlässlich des Breitbandgipfels auf der Cebit, Wirtschaftsminister Clement auf, ein Konzept für den flächendeckenden Breitbandausbau zu entwickeln, heißt es in einer Pressemitteilung des Verbandes.
„Um alternative Anschlusstechnologien voranzubringen, brauchen wir endlich Transparenz über die tatsächlichen technischen Gegebenheiten, die in Deutschlands Anschlussnetzen, also ganz überwiegend denen der Deutschen Telekom AG (DTAG), bestehen,“ erklärt Jürgen Grützner der Geschäftsführer der VATM.
“Aktueller Handlungsbedarf besteht nicht zuletzt deswegen, weil die Bundesregierung im Breitbandatlas – nachhaltig unterstützt von den Wettbewerbern - genau dokumentieren will, welche Breitbandtechnologien an welchen Orten verfügbar sind und zukünftig für nicht erschlossene Regionen nutzbar gemacht werden können.“, so Grützner weiter.
Laut dem Jahresbericht der Regulierungsbehörde für Telekommunikation & Post des Jahres 2004 liegt Deutschland mit 17 % der Haushalte, welche über einen DSL-Anschluss verfügen auf einen der letzten Plätze auf der EU-Skala in Europa. Derzeit gibt es 6,7 Millionen DSL-Anschlüsse und in Europa besitzen durchschnittlich 20 % der Haushalte einen solchen Breitbandanschluss.
In Großbritannien besitzen laut dem Bericht der Regulierungsbehörde 75 % der britischen Haushalte einen DSL-Anschluss.
Als Grund für den geringen Ausstattungsgrad sieht die VATM nicht mangelndes Interesse der Nutzer sondern weil die Deutsche Telekom AG mit der Umschaltung und Installation von DSL-Anschlüssen in Ballungsräume nicht nachkomme oder in vielen Regionen die dort verlegten Kabel auf technischer Seite nicht für DSL geeignet seien.
„Wo Glasfaser verlegt wurden, die DSL-Protokolle nicht unterstützen (ISIS-OPAL-Gebiete), scheut die Deutsche Telekom die Erschließung,“, erklärte Grützner weiter.
Nach Grützner wird dadurch der Wettbewerb und Breitbandausbau gezielt torpediert und aus diesem Grund Unternehmen von Investitionen abgehalten, welche gerade für die bislang schlecht versorgten Regionen überlebenswichtig seien.
„Das im Anschlussbereich noch immer mit Abstand marktbeherrschende Unternehmen darf keinesfalls Zugang zu noch weiteren Anschlussalternativen, zum Beispiel per Funk, erhalten.“, sagte Grützner.
Weiter fordert Grützner dass es Aufgabe der alternativen Wettbewerber bleiben solle, die alternativen Infrastrukturen aufzubauen.
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