Studie: Deutschland ist bei Breitband rückständig

Nach einer aktuellen Studie der Unternehmensberatung Mercer Management ist Deutschland international ein Schlusslicht bei Breitband und Digitalisierung, berichtet die Süddeutsche Zeitung in ihrer heutigen Ausgabe.
Die Zahl der DSL-Anschlüsse wird nach aktuellen Prognosen bis Ende diesen Jahres bei 6,5 Millionen liegen während es im Vorjahr noch 4,4 Millionen waren.Damit liegt die Breitband-Durchdringung in Deutschland zur Zeit bei 17 % während diese in Schweden bei 25 % und in der Niederlande bei über 35 % liegt.
“Damit läuft Deutschland Gefahr, die Breitband-Revolution zu verpassen und dringend benötigte Wachstumsimpulse verschlafen“, erklärt der Direktor der Medien-Practice von Mercer Management.
Die großen Telekommunikationskonzerne wollen mit dem sogenannten Triple Play also Bündelangeboten aus TV; Telefonie und Internet per Breitband neue Impulse für einen Nachfrageschub sorgen.
Schon vor drei Jahren scheiterte dieses Modell bei den Kabelgesellschaften Ish und Ieasy, wegen zu großer Akquisitionspreise je Kunde, ein nicht ausreichendes Kundenverständnis, unterschätzter Investitionsbedarf, Qualitätsprobleme in den Bereichen TV, Internet und Telefonie.
In den USA bietet die viergrößte Kabelgesellschaft Cox Communications seit sieben Jahren Triple Play an, womit das Unternehmen sich im massiven Wettbewerb gegenüber Satelliten-TV, Telefon-, und Internetanbietern behaupten konnte
Der durchschnittliche Umsatz je Kunde liegt mit 105 Dollar um 60 % höher als bei den normalen TV-Kunden. Die Kündigungsrate ist um 50 % niedriger.
Zur Zeit bieten in Europa kleinere Regionalbetreiber Triple-Play-Angebote an, wodurch die großen Anbieter wie Swisscom und Telekom Austria in Bedrängnis geraten, weil ein Bündelkunde meist komplett weg und damit nur schwer wieder zurückzugewinnen ist.
Nun führt die Swisscom erste Testläufe seit August 2004 bestehend aus TV über DSL durch:
Mit Triple-Play-Angeboten erreicht Fastweb in Italien durch innovative Dienste sowie attraktiven Inhalt ein starkes Kundenwachstum und einen hohen Umsatz je Kunde.
Während andere Länder wie Italien bei Triple-Play erfolgreich sind, stecken solche Angebote in Deutschland noch in den Anfängen. Jedoch bemühen sich die Telekommunikationsgesellschaften ihre DSL-Angebote um TV-Nutzungskomponenten zu ergänzen.
“Außerdem wird Triple Play auch im deutschen Markt ein wichtiger Hebel zur Kundenbindung, denn mit zunehmender Kundenzahl gewinnen Kundenbindung und Kundenwertentwicklung am Bedeutung“, sagte der Medienexperte Bock gegenüber der Süddeutschen Zeitung.
Weil es in Deutschland aber sogenannte Multichannel-Haushalte gibt also 30 Programme empfangen werden können, fehlt ein wesentlicher Teil um TV über DSL voranzutreiben.
“Ziel der Telekommunikationsanbieter kann deshalb nicht der millionen-, oder milliardenschwere Aufbau einer weiteren Broadcast-Infrastruktur sein, die kaum zu refinanzieren wäre. Vielmehr müssen sie den Fokus auf die Entwicklung des Marktes für Dienste und Mehrwertangebote legen.“, rät Medienexperte Bock.
Zwar sei das Angebot Vision on Tv von T-Online der Weg in die richtige Richtung aber die dazu erforderliche Set-Top-Box müsse dazu beim Preis attraktiver, das Filmangebot näher an DVD herangebracht und Mehrwertdienste wie Videotelefonie ausgebaut werden.
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