Breitband: 9 % aller Telefonkunden können nicht mit DSL versorgt werden

Nach Informationen der Onlineausgabe des Magazins “ZDF heute“ können 9 % aller Telefonkunden nicht mit DSL versorgt werden. Insgesamt müssen derzeit 3,5 Millionen Kunden noch im Schneckentempo per Modem oder ISDN durch das Internet surfen. Besonders mit DSL unterversorgt sind ländliche Regionen während Ballungsräume bereits größtenteils ans DSL-Netz der Deutsche Telekom AG angeschlossen sind.
“Von 38 Millionen T-Com-Anschlüssen, können wir 34,5 Millionen sofort ans DSL-Netz anschließen“, frohlockte der Telekom-Sprecher Walter Genz gegenüber dem ZDF.In den 90er-Jahren wurde besonders in den ostdeutschen Ländern ein Glasfasernetz aufgebaut allerdings funktioniert DSL nur mit einer Kupferleitung. Obwohl derzeit Versuche und Pilotprojekte laufen DSL auch per Glasfaserleitung zu übertragen, dämpft die Deutsche Telekom die Erwartungen.
“Es gibt keinerlei Infrastrukturverpflichtungen für die Breitbandausstattung. Es bleibt unser unternehmerisches Risiko“, so Genz. Diese Aussage gilt neben dem Glasfasergebieten auch für eine große Anzahl ländlicher Regionen.
Bei der aktuellen DSL-Technik liegt das Maximum der Reichweite zwischen Heimanschluss und Vermittlungsstelle bei vier Kilometern. “Es gibt einige kleinere Ortsnetze, in denen die Nachfrage bisher praktisch gleich null ist“, gibt Genz zu verstehen und führt weiter aus, dass man nicht für hundert Leute investieren könne, wenn nur fünf per DSL surfen wollen.
“Mit rund 15 Euro kostet eine Flatrate in Frankreich etwa halb so viel, wie bei T-Online“, rechnet Omar Korshed des Düsseldorfer Abrechnungsdienstes Acoreus vor und sagt weiter dass auf dem deutschen Breitbandmarkt vieles falsch gelaufen sei und die Regulierungsbehörde zu spät auf die Monopolstellung der Deutsche Telekom in Bezug bei DSL reagiert habe.
“So lange Wettbewerber zu reinen Wiederverkäufern der Telekom degradiert werden, haben wir in diesem Bereich nur einen Scheinwettbewerb“, so Korshed weiter. Laut Branchenkreisen warten rund 120.000 Kunden der Wiederverkäufer auf einen DSL-Anschluss, welche sie schon vor längerer Zeit bestellten.
Wie gestern berichtet wird die Firmengruppe United Internet AG aus den DSL-Problemen mit der Deutsche Telekom ihre Konsequenzen ziehen und nach Angaben von Ralph Dommermuth, dem Chef des Unternehmens, ein eigenes DSL-Netz aufbauen.
Neben United Internet baut das Unternehmen Arcor auch sein eigenes DSL-Netz aus aber erreicht derzeit nur rund 40 % der Bevölkerung. Jedoch macht der Arcor-Sprecher Michael Peter den ländlichen Regionen wenig Hoffnung.
“Sobald es technisch machbar ist, werden wir abgelegene Gebiete mittels Funk anschließen. Das wird aber weder in diesem, noch im nächsten Jahr passieren“, sagt Michael Peter.
Aufgrund der Breitbandunterversorgung in Deutschland kündigte Bundeswirtschaftsminister Clement (SPD) einen sogenannten Breitband-Atlas schon Ende 2004 an, auf dem zu sehen ist welche Regionen bereits mit und welche ohne Breitband versorgt sind.
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