Telekom: DSL verdrängt klassisches Festnetz

Das Festnetzgeschäft der Telekom steht offenbar vor einem tiefgreifenden Umbruch: Noch sorgt die klassische Telefonie vom analogen oder ISDN-Telefonanschluss aus für einen Großteil der Festnetz-Umsätze des Konzerns, doch das ändert sich gerade rapide. Von 9,3 Milliarden im Jahr 2007 soll der Umsatz in diesem Marktsegment laut den Prognosen der Telekom bis 2012 um rund zwei Drittel auf gerade einmal 3,6 Milliarden schrumpfen. Das Breitband-Geschäft wird diese Ausfälle allerdings kaum vollständig auffangen können.
DSL Telefonie verdrängt herkömmliche Festnetz-Verbindung
Der reine Analog-Anschluss weicht in immer mehr Haushalten den umfassenden DSL Komplettangeboten mit ihren Flatrate-Tarifen, wodurch die Einnahmen aus den Telefonverbindungen zunehmend wegbrechen. Das DSL Geschäft ist jedoch hart umkämpft und in der Schlacht um die verbleibenden Neukunden setzen die DSL Anbieter auf eine aggressive Angebotspolitik. Ob T-Home die Verluste im klassischen Festnetz-Geschäft durch die Zunahmen im Breitband-Bereich ausgleichen können wird, ist deshalb fraglich. So ist die Telekom zwar immer noch unangefochtener Marktführer im DSL Bereich, dennoch hatte die DTAG im 3. Quartal 2009 den zunehmenden Konkurrenzdruck deutlich zu spüren bekommen: Das Unternehmen hatte innerhalb dieser 3 Monate rund 500.000 DSL Bestandskunden an Mitbewerber verloren, was sich natürlich stark auf die Zahl der Netto-Neukunden zum Quartalsende auswirkte. Lag diese in den Quartalen zuvor stets im sechsstelligen Bereich, konnte T-Home für das 3. Geschäftsquartal unter dem Strich lediglich 72.000 Netto-Neuzugänge vorweisen. Vodafone DSL brachte es im gleichen Zeitraum auf insgesamt 129.000 neue DSL Anschlüsse und setzte sich im Neukunden-Geschäft so zum ersten Mal vor die Telekom.
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Auch wenn die Bedeutung der klassischen Festnetz-Telefonie nun doch schneller schwindet als zunächst erwartet, hat sich die Telekom bereits seit längerem auf diese Entwicklung eingestellt. So will sie in den kommenden Jahren ihre Netze zu einem sogenannten Next Generation Network (NGN) vereinen. Datendienste und Telefonie werden dann gemeinsam über eine komplett internet-basierte Infrastruktur abgewickelt werden. Deren Betrieb soll zudem wesentlich wirtschaftlicher möglich sein - was allerdings auch Folgen für die Arbeitsmarkt haben wird: Die weitergehende Automatisierung wird voraussichtlich Stellenstreichungen nach sich ziehen.
Mehr Zahlen und Hintergrundinformationen zu den Entwicklungen auf dem deutschen Breitband-Markt im 3. Quartal 2009 finden sich im aktuellen DSLWEB Marktreport.
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