Telefónica prüft Konditionen für Börsengang mit o2

Hatte sich der spanische Konzern Telefónica zuvor durch weltweite Übernahmen an der Deutschen Telekom vorbei als größter europäischer TK-Anbieter etabliert, folgt nun die Quittung für den raschen Aufstieg: 57 Milliarden Euro häufen sich inzwischen als Schuldenlast an und die Wirtschaftskrise im Heimatland Spanien verschärft die prekäre Situation des Unternehmens zusätzlich. Berichten von Focus Money und der Nachrichtenagentur Bloomberg zufolge wird nun ein Börsengang der deutschen Tochterfirma o2 erwägt, um zumindest einen Teil der Schulden zu tilgen.
Deutsch Mobilfunk-Sparte als Rettungsanker
Neuesten Informationen nach will Telefónica zunächst einen Anteil von rund 20 Prozent der Tochterfirma o2 für den Aktienmarkt freigeben. Mit 18,6 Millionen Kunden ist das Unternehmen der viertgrößte Anbieter von Mobilfunkdiensten in Deutschland und verzeichnet momentan konstant wachsende Gewinne. Mit dem Börsengang der deutschen Tochter könnte Telefónica in kürzester Zeit rund 2 Milliarden Euro einnehmen und die Schuldenlast Schritt für Schritt abbauen. Weiterhin anvisiert ist zudem der Börsengang mit Teilen des aktuell boomenden Lateinamerikageschäfts. Sollte alles nach Plan laufen, könnte der Telefónica Konzern in absehbarer Zeit schuldenfrei sein. Kritiker monieren jedoch, dass der Rettungsversuch um einige Jahre zu spät erfolge und der aktuelle Abwärtstrend der Branche den Erfolg des Unternehmens stark vermindern werde.
Neue Spekulationen: Fusion von E-Plus und o2
Weitere Vermutungen kursieren in Verbindung mit dem Mobilfunkkonkurrenten E-Plus. Dessen Mutterkonzern, das niederländische Telekommunikationsunternehmen KPN, sieht sich seit Kurzem von einer Übernahme durch den mexikanischen TK Anbieter America Movil bedroht und sucht nun nach Möglichkeiten, dieses Szenario abzuwenden. Unter anderem steht ein Zusammenschluss von E-Plus und o2 zur Debatte, jedoch spricht nicht nur die finanzielle Situation des Telefónica Konzerns gegen diese Lösung. Gemeinsam würden beide Unternehmenszweige über 41 Millionen deutsche Mobilfunkkunden unter sich vereinen, erheblich mehr als die bisherigen Marktführer Deutsche Telekom (35,1 Mio.) und Vodafone (36,5 Mio.), was eine Überprüfung durch das Bundeskartellamt nach sich zöge. Aber auch nach dessen Zustimmung würde es zu weiteren Hürden kommen. So könnte gar der Entzug der bisher von E-Plus und o2 genutzten UMTS-Lizenzen durch die Bundesnetzagentur erfolgen.
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