DSL Ausbau: Telekom will weniger investieren

Die Deutsche Telekom will die geplanten Investitionen in den Ausbau ihrer DSL Infrastruktur in ländlichen Regionen für dieses Jahr um etwa ein Drittel zurückfahren. Dies kündigte der Telekom-Finanzvorstand Timotheus Höttges im Rahmen der Handelsblatt-Tagung "Telekommarkt Europa" an. Statt der ursprünglich vorgesehenen Summe von 300 Millionen will das Unternehmen nurmehr 200 Millionen Euro in den DSL Ausbau auf dem Land und damit die Schließung sogenannter "weißer Flecken" fließen lassen.
Gänzlich unerwartet kommt dieser Schritt nicht, schließlich hatte die Telekom AG bereits vor einigen Wochen bekanntgegeben, ihre zukünftigen Investitionen "überdenken" zu wollen. Dies geschah als Reaktion auf die kürzliche Neufestlegung der TAL-Entgelte durch die Bundesnetzagentur. Dabei handelt es sich um den Mietpreis, den Netzbetreiber von Mitbewerbern für die Nutzung der "Letzten Meile", des abschließenden Leitungsstücks in die einzelnen Haushalte, verlangen können. Während die Telekom auf eine deutliche Anhebung des TAL-Entgelts drängte, kam die Bundesnetzagentur den Forderungen anderer Marktteilnehmer entgegen und setzte die monatliche TAL-Gebühr von 10,50 € auf 10,30 € herab. Die daraus resultierenden Einnahme-Verluste machen es der Telekom nach eigener Aussage jedoch unmöglich, den DSL Ausbau im bisherigen Maße weiter voranzutreiben.
Damit nimmt der Ex-Monopolist nicht nur die eigene Konkurrenz verstärkt in die Pflicht, sondern übt zusätzlich Druck auf die politischen Entscheidungsträger aus. Schließlich hat die Bundesregierung für die nächsten Jahre eine großangelegte Breitband-Offensive ausgerufen. Deren erstes Etappenziel, die flächendeckende Verfügbarkeit von Breitband-Internetzugängen, soll nach dem Willen der Regierung bis Ende 2010 realisiert werden.
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