DSL Ausbau: Alle Anbieter gefordert

DSLWEB News | , 17:00 Uhr

Noch immer existieren auf der deutschen DSL Landkarte etliche weiße Flecken, in denen keine breitbandigen Internetverbindungen verfügbar sind. Dabei hat sich die Bundesregierung mit ihrer Breitbandstrategie im vergangenen Jahr hohe Ziele gesteckt - bis Ende 2010 sollen alle Haushalte in Deutschland mit mindestens 1 Mbit/s online gehen können, in Folge sollen bis 2014 flächendeckend Übertragungsraten von 50 Mbit/s und mehr verfügbar sein. Dabei sind Glasfaser-Verbindungen und das Mobilfunknetz die Breitband-Hoffnungsträger.

Telekom rechnet mit regionalen Glasfaser-Monopolen
Schon heute lassen sich in immer mehr Regionen durch neue Glasfaser-Techniken Verbindungs-Geschwindigkeiten realisieren, die deutlich über denen der klassischen DSL Anschlüsse liegen. Beim VDSL Anschluss etwa wird der Großteil der Datenübertragung über ein Glasfaser-Netz abgewickelt, nur auf der "Letzten Meile" - der letzten Verbindungsstrecke zwischen Verteiler und Hausanschluss - kommt noch das herkömmliche Kupferkabel zum Einsatz. Beim Fiber-to-the-Home Verfahren dagegen wird die Glasfaser bis zu den einzelnen Haushalten verlegt. Für den weiteren Ausbau der Glaserfaser-Netze könnten gerade regionale Netzbetreiber eine große Rolle spielen.

Erst kürzlich stellte nämlich Niek-Jan van Damme, der Deutschland-Chef der Telekom, auf dem NGA-Forum der Bundesnetzagentur heraus, dass der Ex-Monopolist keine Führungsrolle in diesem Bereich anstrebe. Wo bereits entsprechende Infrastrukturen vorhanden seien, wolle der Konzern kein konkurrierendes Netz aufbauen, sondern stattdessen die bestehenden Anschlüsse der Betreiber für die eigenen Breitband-Produkte anmieten. Stadtwerken und kleineren Providern könnten so vielerorts regionale Monopole zukommen, so van Damme weiter, weshalb sich die Breitband-Anbieter auf feste Standards für den offenen Zugang zu den Glasfasernetzen einigen müssten. In der Vergangenheit war der Marktführer dagegen häufig in Auseinandersetzungen mit seinen Konkurrenten über die Öffnung der eigenen Netze verwickelt, die in vielen Fällen ein Einschreiten der Bundesnetzagentur zur Folge hatten.

Mobiles Internet: Anbieter kündigen schnellen LTE Aufbau an
Während das klassische Festnetz-Geschäft zunehmend stagniert, setzen die DSL Anbieter zunehmend auf die Wachstumssparte der mobilen Internetdienste. Diese bieten auch neue Perspektiven für den Breitband-Ausbau in der Fläche, denn gerade mit den durch die Umstellung auf den digitale Rundfunk freigewordenen Frequenzen könnten sich die bestehenden weißen Flecken wesentlich kostengünstiger schließen lassen als über das Festnetz. Diejenigen Anbieter, die sich in der am 20. Mai zu Ende gegangenen Frequenz-Versteigerung Lizenzen für Teile dieser "Digitalen Dividende" sichern konnten, wurden deshalb auch dazu verpflichtet, zunächst die bisher nicht erschlossenen Gebiete an das mobile Hochgeschwindigkeitsnetz anzubinden. Laut Vodafone Chef Fritz Joussen will sein Unternehmen diese Regionen bereits Mitte nächsten Jahres komplett versorgen können, danach sollen die Handy-Netze in den deutschen Ballungsräumen für die neue Mobilfunk-Technik nachgerüstet werden. In den ländlichen Gebieten dürften seiner Einschätzung nach dann mobile Bandbreiten von rund 5 Mbit/s verfügbar sein, in den städtischen Zentren sollen bis zu 70 Mbit/s möglich sein.



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