DSL Markt: Kabel Internet legt weiter zu

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Mit Unitymedia hat am Donnerstag der letzte der drei großen deutschen Kabelnetzbetreiber seine Geschäftszahlen zum Jahresabschluss 2009 vorgelegt. Nachdem sich Internet über Kabel schon seit längerem zur ernsthaften Konkurrenz für die DSL Anbieter entwickelt hat, stieg die Zahl der Kabel Internet Abonnenten auch im 4. Quartal stark an. Das Geschäft mit den über das Kabel-TV Netz realisierten Internet- und Telefonanschlüssen hat sich für alle drei Unternehmen inzwischen zum größten Wachstumstreiber entwickelt.

Rund 127.000 neue Kabel Internet Kunden im Q4 2009
Kabel Deutschland, Deutschlands größter Kabelnetzbetreiber, konnte die Zahl seiner Kabel Internet Anschlüsse im 4. Quartal um weitere 55.000 auf insgesamt 906.000 erhöhen. Das größte prozentuale Wachstum verfiel jedoch auf den in Hessen und Nordrhein-Westfalen aktiven Anbieter Unitymedia, der nach einem erneuten Plus von 47.000 inzwischen 584.000 Kabel Internet Kunden zählt. Nach dem mit 56.000 Netto-Neukunden enorm erfolgreichen Q3 2009 fiel das Wachstum bei dem für Baden-Württemberg zuständigen Netzbetreiber Kabel BW mit 25.000 zusätzlichen Internet-Kunden diesmal deutlich geringer aus.

Durch die zunehmende Verbreitung der Double- und Triple Play Komplettangebote stieg auch der Anteil derjenigen Kunden, die sowohl Kabelfernsehen als auch einen Internetzugang von ihrem Kabelanbieter beziehen. Die Spitzenposition nimmt hier der Provider Kabel BW ein, bei dem mittlerweile 22,8 Prozent der TV-Bestandskunden auch über den Kabelanschluss online gehen. Bei Unitymedia beträgt dieser Anteil 13 Prozent, das Schlusslicht bildet Kabel Deutschland mit 10,1 Prozent.

Netzausbau wird weiter vorangetrieben
Besonders schnell schreitet der Netzausbau in Baden-Württemberg voran. Nicht nur ist das Netz von Kabel BW nahezu vollständig für die neuen Internet- und Telefondienste ausgerüstet, bis Mai 2010 sollen darüber hinaus im gesamten Kabel BW Netz Verbindungsgeschwindigkeiten von bis zu 100 Mbit/s realisiert werden können. Auch bei Unitymedia kann inzwischen in über 90 Prozent des Ausbaugebiets ein Kabel Internet Anschluss geschaltet werden, zudem stellt das Unternehmen seit November in den Städten Aachen und Köln Internetzugänge mit 120 Mbit/s bereit. Kabel Deutschland arbeitet ebenfalls an der Einführung neuer Highspeed-Verbindungen mit 100 Mbit/s. Seit Februar sind diese in Hamburg zu bekommen, bis zum Sommer werden sie auch in Berlin, Hannover und München erhältlich sein. Innerhalb der nächsten 12 bis 16 Monate schließlich soll das Angebot auf das gesamte Ausbaugebiet ausgeweitet werden.

Diese Entwicklung wird natürlich auch von den DSL Anbietern genau beobachtet, die über das klassische Festnetz derzeit maximal Download-Raten von 50 Mbit/s liefern können. Sowohl die Deutsche Telekom als auch 1&1 DSL haben sich bei der Bundesnetzagentur für eine weitere Regulierung des Kabel-Marktes stark gemacht - wie die großen DSL Anbieter sollten demnach auch die Kabelbetreiber ihre Netze für die Konkurrenz öffnen müssen. Der Präsident der Bundesnetzagentur, Matthias Kurth, wies diese Forderungen jedoch zunächst zurück; bisher kämen die Kabel Internet Anbieter lediglich auf einen Marktanteil von rund 10 Prozent, Regulierungsmaßnahmen müssten jedoch stets an eine Marktbeherrschung anknüpfen.

Kabelanbieter im Visier von Investoren
In den letzten Monaten wurde heftig über anstehende Übernahmen auf dem Kabel-Markt spekuliert, unter anderem lagen dem Kabel Deutschland-Eigentümer Providence Equity mehrere Angebote für den Netzbetreiber vor. Die Gebote, die Berichten zufolge bis hin zu 6 Milliarden Euro reichten, waren für die Investmentgesellschaft jedoch nicht zufriedenstellend. Stattdessen wurde der Börsengang von Kabel Deutschland eingeleitet - die Zeichnungsphase endet am heutigen Freitag, am Montag, dem 22. März, steht das Listing der Aktie an.

Genau andersherum verhielt es sich bei Unitymedia: Deren Eigentümer hatten zunächst einen Börsengang ins Auge gefasst, letztendlich wurde Unitymedia jedoch im November 2009 für 3,5 Milliarden Euro an das amerikanische Medienunternehmen Liberty Media verkauft. Im Januar erteilte die EU-Kommission schließlich die Genehmigung für den Übernahme. Nach der Unitymedia-Akquise kamen Gerüchte auf, denen zufolge der Liberty-Chef John Malone auch an einem Kauf von Kabel Deutschland und Kabel BW interessiert sei. Ein Sprecher des Unternehmens wies diese jedoch kurz darauf als "reine Spekulation" zurück.

Mehr Zahlen und Hintergrundinformationen zu den wichtigsten Entwicklungen auf dem deutschen Breitband-Markt finden sich im ausführlichen DSLWEB Marktreport Q4 2009.



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