Der DSL Markt im 4. Quartal 2007

DSLWEB Special, Stand März 2008

Aktualisiert 29.01.2018
DSL Marktübersicht - die DSL Kundenzahlen im 4. Quartal 2007 4.5 / 5 2 1 Sterne 2 Sterne 3 Sterne 4 Sterne 5 Sterne (2)

Die Kundenzahlen der sechs führenden DSL Provider Deutschlands für das vierte Quartal bestätigen in erster Linie die Trends aus den vorangegangenen drei Monaten. Alle DSL Anbieter die im dritten Quartal prozentual zulegen konnten – Versatel, Arcor und T-Home – haben im vierten Quartal nachgelegt. Was auch für die Entwicklung der "Absteiger" des Vorquartals gilt: 1&1, Alice und Freenet haben weiter an Boden verloren.

Allerdings sind die Verschiebungen in den meisten Fällen marginal – eine Ausnahme bildet Freenet. Hier scheint sich das in den Fachmedien hoch diskutierte Übernahmethema direkt auf den Kundenzuwachs ausgewirkt zu haben. Konnte man im dritten Quartal noch rund 50.000 Kunden dazu gewinnen, so waren es im vierten Quartal mit etwa 10.000 deutlich weniger.

Überhaupt scheinen sich die jüngst noch augenfälligen Themen Übernahme und Kundenzukauf – sprich: wachsen um jeden Preis – überlebt zu haben. So hat nicht nur 1&1 letztendlich von der Freenet-Übernahme Abstand genommen. Auch Arcor-Chef Harald Stöber brachte kürzlich klar zum Ausdruck, dass er Zukäufe für weniger lukrativ halte als Wiederverkauf und Abwerbung.

Dass Wachstum nicht alles ist, zeigt sich auch bei Versatel. Den Rückgang an Neukunden von 50.000 (3. Quartal) auf 20.000 (4. Quartal) erklärt der Vorstandsvorsitzende Peer Knauer mit einer Strategieanpassung: "In dem wettbewerbsintensiven Markt bei ruinösen Werbekosten wollen wir nicht Kunden um jeden Preis gewinnen. Wachstum ist weiterhin angestrebt, aber mit Augenmaß. Die Profitabilität steht im Vordergrund."

Marktanteile DSL Anbieter Deutschland Q4 2007
Marktreport Q4 2007 - Marktanteile in der Übersicht

Eine Aussage die, blickt man auf die bisherige Marktentwicklung im ersten Quartal 2008, durchaus als stellvertretend für viele Anbieter ansehen kann. Die großen Preisrunden unter den Top-6-Anbietern sind ausgeblieben, kleinere Produktmodifikationen bestimmen das Bild. Lediglich T-Home stellt in Aussicht, an den Preisen schrauben zu wollen: "Wir werden uns in Zukunft preislich die Butter nicht mehr vom Brot nehmen lassen" ließ René Obermann jüngst verlauten. Allerdings dürfte der Telekom-Chef mehr das Aufholen von Rückständen als eine Führungsposition im Auge haben.

Echter Preiskampf wird von anderer Seite betrieben. Die Arcor-Mutter Vodafone investiert derzeit massiv in die Kundengewinnung, rund 100 Millionen Euro sollen in den nächsten drei Jahren in die Subventionierung neuer DSL Anschlüsse fließen. Investitionen, die sich derzeit in Vergünstigungen für Neueinsteiger äußern und die Vodafone-Produkte konkurrenzlos günstig machen. Und ein Investitionszeitraum, für dessen Ende Arcor-Chef Stöber eine Marktsättigung prognostiziert. Was darauf schließen läßt, dass sich Vodafone vom Rest des Kuchens einige Stücke einverleiben möchte.

Mit rund 110.000 DSL Kunden Ende 2007 liegt der gestandene Mobilfunker zwar noch deutlich hinter den derzeitigen Top-6-Providern. Was sich allerdings bald ändern könnte, denn die Gerüchte, dass Vodafone seine Festnetz-Tochter Arcor wieder integrieren möchte, verdichten sich zunehmend. Gut möglich, dass unter den Top-6-Providern statt Arcor bald schon Vodafone zu finden ist, denn auch die Auflösung der Marke Arcor steht in diesem Zusammenhang zur Debatte. Vodafone wäre dann drittstärkste Kraft am deutschen DSL Markt und dank seiner Neukunden-Subventionen mit besten Wachstumschancen ausgestattet.

DSLWEB Marktreport Q4 2007

Grafiken und Zahlenmaterial zur DSL Marktentwicklung

Im DSLWEB Pressebereich finden Sie weitere Grafiken mit Informationen zur Kundenentwicklung auf dem deutschen Breitband-Markt. Für die Veröffentlichung in Online- und Printmedien sind die Schaubilder dort in verschiedenen Datei-Formaten hinterlegt: DSLWEB Pressebereich



DSLWEB Archiv: Der deutsche Breitbandmarkt seit 2007

Bei den Berichten zu einzelnen Quartalen handelt es sich zwangsläufig um Momentaufnahmen. Trends und historische Entwicklungen allerdings zeichnen sich erst über längere Zeiträume ab.

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