Q2 2013: Unitymedia KabelBW hängt o2 im Anbieter-Ranking ab

Breitband Report Deutschland Q2 2013

Aktualisiert 29.01.2018
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Auch im Q2 2013 zeigte sich auf dem deutschen Breitband-Markt ein mittlerweile gewohntes Bild: Während die drei großen Kabelnetzbetreiber Kabel Deutschland, Unitymedia und Kabel BW die Zahl ihrer Internet-Abonnements stetig ausbauen, ist die Zahl der DSL Verträge bei den klassischen DSL Anbietern weiter rückläufig.

Im Ranking der kundenstärksten Provider rutscht o2 als Folge sogar hinter Unitymedia KabelBW. Mit der strikten Trennung zwischen den beiden Lagern könnte es jedoch bald vorbei sein, denn Vodafone forciert zum Quartalsende die schon länger im Raum stehende Übernahme von Kabel Deutschland.

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DSL Anbieter weiter mit Minus-Wachstum: Telekom verliert erstmals DSL Kunden

Insgesamt belief sich die Zahl der festnetzbasierten Breitband-Anschlüsse in Deutschland zum Ende des Q2 2013 auf rund 28,1 Millionen. Der Löwenanteil machten dabei nach wie vor die großen DSL Anbieter aus. Allerdings mussten die vier Top-Provider im Q2 2013 ein erneutes Minus von 43.000 DSL Verträgen einstecken und kamen zum 30. Juni gemeinsam auf 21,23 Millionen aktive DSL Anschlüsse.

Zum ersten Mal schloss nun selbst die Deutsche Telekom ein Geschäftsquartal mit einem effektiven Minus von 13.000 DSL Verträgen ab. Angesichts der 12,43 Millionen Telekom DSL Kunden stellt dies zwar keinen Einbruch dar, die angestammte Rolle des Wachstumstreibers kann die Telekom momentan allerdings nicht mehr erfüllen. Tatsächlich war 1&1 im Q2 2013 der einzige große deutsche DSL Anbieter, der die Zahl seiner DSL Verträge weiter ausbauen konnte. Die United Internet-Tochter legte zwischen April und Ende Juni um 77.000 auf 3,43 Millionen DSL Abonnements zu und steht somit kurz davor, wieder an seine vier Jahre alte Bestmarke von 3,47 Mio. DSL Verträgen anzuknüpfen.


Kundenzahlen Breitband Anbieter Deutschland Q2 2013
Breitband Report Q2 2013 - Kundenzahlen in der Übersicht

Zustrom zu Kabel Internet: Unitymedia KabelBW überflügelt o2

Für Vodafone und o2 ging es derweil weiter wie bisher - sprich, nach unten. Während Vodafone im Drei-Monats-Zeitraum 59.000 DSL Anschlüsse verlor, ging die Zahl der o2 DSL Verträge um 41.000 auf knapp 2,3 Millionen zurück. Die Verluste der DSL Anbieter stehen in krassen Gegensatz zur äußerst positiven Kundenentwicklung bei den Kabel Internet Anbietern. Damit ist im Q2 2013 auch eingetreten, was sich schon lange abgezeichnet hat: Der Verbund der beiden Liberty Global-Marken Unitymedia und Kabel BW vereint inzwischen mehr Internet-Abonnements auf sich als o2 und hat den DSL Anbieter damit vom Platz 4 im Ranking der kundenstärksten deutschen Provider für Festnetz-Internet verdrängt.

Kabel Deutschland wächst ebenfalls weiter und konnte im 2. Quartal 2013 um 77.000 auf 1,9 Millionen Internet-Verträge zulegen. Insgesamt stellten die drei großen Kabel Internet Marken Unitymedia, Kabel BW und Kabel Deutschland damit 4,3 Millionen Internet-Abonnements, was bereits einem Marktanteil von über 15 Prozent entspricht.

Noch können die Kabelnetzbetreiber ihre technischen Vorteile frei ausspielen: Während sie schon jetzt in weiten Teilen ihrer jeweiligen Verbreitungsgebiete Highspeed-Anschlüsse mit bis zu 150 Mbit/s anbieten können, sind die vergleichbaren FTTH Glasfaser-Angebote der Telekom bisher nur in wenigen ausgewählten Regionen verfügbar. Um diese Leistungs-Kluft möglichst schnell zu schließen, setzen die DSL Anbieter auf die neuentwickelte VDSL Vectoring-Technik. Sowohl Vodafone als auch Telefónica haben bereits erste Vereinbarung mit der Telekom für den Ausbau und die Nutzung des VDSL Vectorings getroffen, das die normale Maximal-Geschwindigkeit von 50 Mbit/s im VDSL Netz verdoppeln soll, ohne dass die in der Regel noch kupferbasierte "Letzte Meile" aufwendig ersetzt werden muss.


Marktanteile Breitband Anbieter Deutschland Q2 2013
Breitband Report Q2 2013 - Marktanteile in der Übersicht

Mega-Fusionen: Volle Kraft voraus für Vodafone, Liberty Global zurück auf Anfang?

Das technische Wettrennen auf dem Breitbandmarkt könnte allerdings auch völlig anders entschieden werden. Nachdem sich bereits die Telekom mit kleineren Übernahmen einen Wiedereinstieg in das Kabelgeschäft ausgelotet hat, holt Vodafone nun zum großen Schlag aus: Wie Ende Juni bekannt gemacht wurde, hat Vodafone ein Kaufangebot für Kabel Deutschland abgegeben. Wenige Tage später empfahl der Vorstand von Kabel Deutschland den Aktionären offiziell die Annahme des Angebots.

Auch von wettbewerbsrechtlicher Seite sind zwei Monate nach Ende des Q2 2013 die ersten Hürden genommen. Zwar muss die Fusion noch durch die Wettbewerbshüter der Europäischen Kommission genehmigt werden, jedoch sieht zumindest das Bundeskartellamt keinen Handlungsbedarf und bemüht sich derzeit nicht um eine eigene Prüfung des Vorhabens. Durch den Zukauf von Kabel Deutschland würde Vodafone mit einem Schlag wieder zum zweitgrößten deutschen Breitband-Anbieter aufsteigen.

Die Konkurrenz dürfte Vodafones Schachzug allerdings nicht tatenlos hinnehmen. Wozu das führen kann, musste zuletzt Liberty Global erfahren: Nachdem die Fusion von Unitymedia und Kabel BW durch den neuen Besitzer bereits 2011 durch das Kartellamt genehmigt worden war, hatten die Deutsche Telekom und NetCologne gegen die Entscheidung geklagt. Tatsächlich wurde der Zusammenschluss nun durch ein Urteil des Oberlandesgericht Düsseldorf rückwirkend gestoppt. Die Freigabe durch das Kartellamt ist damit vorerst hinfällig, zumindest solange die Behörde ihre ursprünglichen Auflagen nicht deutlich verschärft. Unitymedia will nun alle rechtlichen Mittel ausschöpfen, um das Urteil des Oberlandesgerichts anzufechten.



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Bei den Berichten zu einzelnen Quartalen handelt es sich zwangsläufig um Momentaufnahmen. Trends und historische Entwicklungen allerdings zeichnen sich erst über längere Zeiträume ab.

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