Arbeitspreis Strom

Der vom Stromverbrauch abhängige Teil auf der Stromrechnung

Wer seine Stromrechnung genauer unter die Lupe nimmt, entdeckt unter den aufgeschlüsselten Kosten den sogenannten Arbeitspreis. Dieser macht den Löwenanteil der Stromrechnung aus. Wir erklären, was der Arbeitspreis ist und wie sich damit im richtigen Verhältnis Stromkosten einsparen lassen.

von Vera Reichmann-Stoltenfeldt
Aktualisiert 19.07.2022
Arbeitspreis Strom: Die Kosten für verbrauchte Kilowattstunden
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Überblick: Arbeitspreis Strom

Reguläre Stromtarife bestehen aus einem Grundpreis und dem Arbeitspreis. Der Arbeitspreis nennt sich auch Verbrauchspreis:

  • variabler Bestandteil der Stromrechnung
  • abhängig vom Stromverbrauch
  • deckt Kosten für Strombeschaffung, Netzentgelte, Abgaben und Steuern
  • fällt je nach Anbieter und Tarif unterschiedlich hoch aus
  • Gegenstück zum Grundpreis

Strompreis = Arbeitspreis + Grundpreis

Arbeitspreis: Variabler Kostenpunkt auf der Stromrechnung

Die Kosten auf der Stromrechnung unterteilen sich in einen festgelegten Grundpreis und den Arbeitspreis. Zusammengerechnet ergeben sie den zu zahlenden Strompreis auf der Jahresendabrechnung (Arbeitspreis + Grundpreis = Strompreis). Im Gegensatz zum Grundpreis handelt es sich bei dem Arbeitspreis, oder auch Verbrauchspreis, um keinen Pauschalbetrag. Stattdessen richtet er sich, wie der Name bereits erahnen lässt, nach dem individuellen Stromverbrauch. Der reine Strom Arbeitspreis berechnet sich aus den verbrauchten Kilowattstunden in kWh multipliziert mit dem Arbeitspreis in Cent (Jahresverbauch Strom x Arbeitspreis = Gesamtkosten Arbeitspreis Strom). Die Kosten für den Strom Arbeitspreis werden in Cent pro Kilowattstunde (Cent/kWh) angegeben. Da der Stromverbrauch schwanken kann, steigt oder sinkt der anfallende Gesamtarbeitspreis dementsprechend - es handelt sich also um variable Kosten.

Zusammensetzung Arbeitspreis Strom

Der Arbeitspreis fällt je nach Tarif und Stromanbieter unterschiedlich hoch aus. Die Gründe für verschiedene Arbeitspreise liegen an den einzelnen Bestandteilen, die den Strom Arbeitspreis ausmachen. Er setzt sich zusammen aus den Aufwandskosten des Stromanbieters, den Netzentgelten sowie Steuern und Abgaben.

So deckt der Arbeitspreis mit den Aufwandskosten die Strombeschaffung und die Gewinnspanne des Stromanbieters ab. Dies ist der einzige Kostenpunkt, den Anbieter am Strompreis beeinflussen können. Die Netzentgelte dienen dazu, die Nutzung der Stromnetze abzudecken. Hinzu kommen die Konzessionsabgabe sowie Steuern und Abgaben. Diese Kosten sind alle staatlich festgelegt. Sollten Steuern und Abgaben erhöht oder gesenkt werden, ändert sich allein schon dadurch der Strompreis. Im Zuge dessen müssen aber auch die Stromanbieter ihre Preise anpassen, um eigene Kosten weiterhin zu decken. Eine detaillierte Aufführung aller Strompreis Bestandteile erklären wir unter Strompreiszusammensetzung.

Arbeitspreis und Grundpreis im Verhältnis zueinander

Beim Vergleich der Stromtarife stechen die Preisunterschiede zwischen den Strom Arbeitspreisen ins Auge. Allerdings ergibt das noch keine adäquate Aussage über die Stromkosten insgesamt. Deshalb sollte der Arbeitspreis immer im Zusammenhang mit dem Grundpreis betrachtet werden, um die Tarife realistisch vergleichen zu können. Wie eingangs erwähnt, setzt sich der Strompreis aus dem Arbeitspreis und dem Grundpreis zusammen. Letzterer wird vom Anbieter festgelegt und als feste Grundgebühr verrechnet. Der Grundpreis deckt neben der Strombereitstellung auch die Kosten rund um den Stromzähler sowie die Rechnungsstellung ab. Ausführliche Details dazu unter Grundpreis Strom.

Über den Arbeitspreis Stromkosten sparen

Um Stromkosten zu sparen, reicht es von daher nicht, lediglich nach einem günstigen Arbeitspreis zu suchen. Es ist immer wichtig darauf zu achten, in welchem Verhältnis dieser zum Grundpreis steht. Wer einen geringen Jahresverbrauch an Strom hat, wie beispielsweise ein 1- bis 2-Personenhaushalt, spart beispielsweise trotz höherem Arbeitspreis Strom. Die Kosten schießen nicht in die Höhe, aufgrund des wenigen Stromverbrauchs. Ist parallel dazu der Grundpreis niedrig, bleiben auch die Fixkosten gering. Andersherum verhält es sich mit einem hohen Stromverbrauch, beispielsweise bei einer mehrköpfigen Familie oder WG. Werden viele Kilowattstunden verbraucht, sollte der Strom Arbeitspreis gering sein, um eine Kostenexplosion zu vermeiden.

Weitere Möglichkeiten zum Stromsparen

Aber: Der Stromverbrauch ist nicht allein abhängig von der Anzahl der Personen im Haushalt und dem Nutzerverhalten. Ausschlaggebend ist auch, wie viele und welche Geräte häufig in Betrieb sind.  So sind LED-Lampen 80 % stromsparender als gewöhnliche Glühbirnen, Geräte mit dem Blauen-Engel-Siegel stehen für Energiesparsamkeit und auch bei Kühlschränken oder Waschmaschinen hilft die Kategorisierung der Energieklasse beim Stromsparen. Zusätzlich unterstützt das Abschalten (kein Standby-Modus!) elektrischer Geräte einen geringeren Stromverbrauch.

Einen günstigen Stromtarif finden

Ist bekannt, wie hoch der eigene Stromverbrauch ist, kann bei der Stromtarifauswahl besser nach dem richtigen Arbeitspreis gesucht werden (immer im Verhältnis zum Grundpreis). Wer beim Tarifvergleich die Gesamtkosten für den Arbeitspreis des Stroms berechnen möchte, zieht den Vorjahresverbrauch in Kilowattstunden heran und multipliziert diesen mit dem Arbeitspreis in Cent/kWh.

Beispiel:

Ein 2-Personenhaushalt zieht einen Stromtarif mit einem Arbeitspreis von 29,10 Cent/kWh und einem Grundpreis von 9,40 €/mtl. (112,80 €/Jahr) in Betracht. Die Gesamtkosten für den Arbeitspreis des Stromes berechnen sich wie folgt:

Jahresverbrauch Strom x Arbeitspreis = Gesamtkosten Arbeitspreis Strom
3.500 kWh x 29,10 Cent/kWh = 101.850 Cent = 1.018, 50 Euro

Arbeitspreis + Grundpreis = Strompreis (für das ganze Jahr)
112,80 € + 1.018,50 € = 1.131,30 €

Wichtig hierbei ist, dass viele Stromtarife nach einem Jahr teurer werden, deshalb sollte die Mindestvertragslaufzeit maximal 12 Monate betragen, um dann gegebenenfalls zu einem günstigeren Stromtarif wechseln zu können. Dies ist von Vorteil, da für Neukunden oftmals zusätzliche Einstiegsvergünstigungen bereitstehen. Ein Stromtarif-Vergleich mit anschließendem Wechsel kann also durchaus jährlich lohnenswert sein.

Stromtarife nur mit Strom Arbeitspreis

In der Regel bestehen reguläre Stromtarife aus einem Grund- und Arbeitspreis, doch es gibt auch Tarifangebote, die ausschließlich einen Arbeitspreis beinhalten. Durch den Wegfall der Grundgebühr wird der Stromtarif auf Basis des reinen Kilowattstunden Verbrauchs berechnet. Verbraucher profitieren hier von einer besseren Kostenkontrolle.

Allerdings fällt der Arbeitspreis meist höher aus, als bei Tarifen mit einer Kombination aus Strom Arbeitspreis und Grundpreis. Zudem können Tarife ohne Stromgrundpreis an eine Mindestabnahme Strom geknüpft sein. Verbraucher sollten deshalb ihren Stromverbrauch gut einschätzen können. Empfehlenswert sind Stromtarife mit reinem Arbeitspreis für einen geringen oder sogar nur gelegentlichen Stromverbrauch.

Vergleich: Stromtarife mit & ohne Grundpreis

Stromtarife mit Grundgebühr ohne Grundgebühr

Grundpreis

 

Bereitstellungs- + Verrechnungspreis

 

entfällt

Fixkosten

 

verbrauchsunabhängig

 

keine

Arbeitspreis

 

Cent/kWH

 

Cent/kWH

bessere Kostenkontrolle

 

 

geeignet für

 

regelmäßiger Stromverbrauch

 

gelegentlicher Stromverbrauch

Fragen und Antworten rund um den Arbeitspreis Strom

Was ist der Arbeitspreis Strom?

Der Arbeitspreis stellt die Kosten für den Verbrauch einer Kilowattstunde (kWh) Strom dar. Er wird in Cent/kWh abgerechnet und ist der vom Stromverbrauch abhängige Anteil der Stromrechnung. Die Gesamtsumme des Arbeitspreises für ein Jahr ergibt sich aus dem Stromjahresverbrauch in kWh multipliziert mit dem Arbeitspreis in Cent. Gemeinsam mit dem Grundpreis, der vom Anbieter festgelegten Grundgebühr, bildet der Arbeitspreis den Strompreis (Arbeitspreis + Grundpreis = Strompreis).

Wie wird der Strom Arbeitspreis berechnet?

Die Kosten für den verbrauchten Strom werden vom Arbeitspreis angegeben. Dieser wird in Cent pro Kilowattstunde abgerechnet. Wer die Kosten seines Arbeitspreises auf der Stromrechnung überprüfen möchte, multipliziert die über das Jahr verbrauchten Kilowattstunden mit dem Arbeitspreis.

Beispiel: Arbeitspreis = 29,10 Cent/kWh; Grundpreis = 112,80 €/Jahr

Jahresverbrauch Strom x Arbeitspreis = Gesamtkosten Arbeitspreis Strom
3.500 kWh x 29,10 Cent/kWh = 101.850 Cent : 100 = 1.018, 50 Euro

Für den Strompreis wird zusätzlich die Grundgebühr hinzu addiert:

Arbeitspreis + Grundpreis = Strompreis
112,80 € + 1.018,50 € = 1.131,30 €

Welche Kosten deckt der Strom Arbeitspreis?

Mit dem Arbeitspreis Strom wird der Löwenanteil der Stromkosten abgedeckt. Darunter fallen zum einen die Aufwandskosten des Stromanbieters, was sowohl die Strombeschaffung, aber auch die Gewinnspanne des Anbieters beinhaltet. Darüber hinaus fließen die Netzentgelte, Steuern und Abgaben in den Strom Arbeitspreis, also staatlich regulierte Kosten. Diese teilen sich auf in EEG-, KWK- und Offshore-Netzumlage sowie der Umlage abschaltbarer Lasten, der Konzessionsabgabe und der Stromsteuer. Weitere Details zu den einzelnen Kostenpunkten unter Strompreiszusammensetzung.

Arbeitspreis-Anteile bestehend aus Aufwandskosten Stromanbieter (1), Netzentgelte & Steuern und Abgaben (2):

  • Strombeschaffung (1)
  • Gewinnspanne (1)
  • Netzentgelte
  • Stromsteuer (2)
  • Konzessionsabgabe (2)
  • EEG Umlage (2)
  • KWK-Umlage (2)
  • Offshore-Netzumlage (2)
  • Umlage abschaltbarer Lasten (2)

Was ist der Unterschied zwischen Arbeitspreis und Grundpreis?

Der Abreitspreis Strom bildet gemeinsam mit dem Grundpreis den auf der Stromrechnung zu zahlenden Strompreis. Beide Preise werden von den Energieversorgern festgelegt. Dabei handelt es sich bei dem Arbeitspreis um die über das Jahr tatsächlich verbrauchten Kilowattstunden und werden in Cent/kWh abgerechnet. Der Strom Arbeitspreis hängt also vom Stromverbrauch ab und ist variabel. Der Grundpreis dagegen ist ein festgelegter Preis, unabhängig vom Verbrauch. Er stellt eine fixe Grundgebühr dar, die immer zu zahlen ist, unabhängig davon, ob Strom genutzt wird oder nicht.

Wie wird der Strom Arbeitspreis noch genannt?

Der Arbeitspreis wird auch Verbrauchspreis genannt. Wie der Name bereits beinhaltet, richtet sich dieser Preis nach dem Verbrauch von Strom. Jede verbrauchte Kilowattstunde wird mit dem im Stromtarif festgelegten Cent-Betrag verrechnet. Für die Stromrechnung werden am Ende des Verbrauchsjahres alle verbrauchten Kilowattstunden Strom zusammengerechnet und mit dem Arbeitspreis multipliziert. Endverbraucher können ihren Strom Arbeitspreis niedrig halten, indem sie auf ihren Stromverbrauch achten und gegebenfalls auf Energiesparmaßnahmen zurückgreifen.