Abschlagszahlung Strom

Strom Abschlag berechnen und anpassen

Die jährliche Stromrechnung beantwortet die Frage: Gibt es Geld zurück oder ist eine Nachzahlung fällig? Das hängt davon ab, wie hoch der jeweilige Abschlag berechnet ist. Denn mit den Abschlägen wird die Stromrechnung bereits monatlich im Voraus bezahlt. Wir erklären, wie der Abschlag berechnet wird, ob und wann er geändert werden sollte.

von Vera Reichmann-Stoltenfeldt
Aktualisiert 16.11.2021
Abschlagszahlung Strom - Vorauszahlungen prüfen & neu berechnen
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Überblick: Abschlagszahlung Strom

Die Abschlagszahlung ist eine monatliche Vorauszahlung. Diese kann quartalsmäßig beim Stromversorger angepasst werden:

  • Vorauszahlung des Stromverbrauchs
  • Basiert auf Schätzungen von Durchschnittswerten oder des Vorjahresverbrauchs
  • Beinhaltet Anschlusskosten & zu erwartender Stromverbrauch
  • Erfolgt i.d.R. monatlich und entspricht 1/12 des Jahresverbrauchs
  • Anpassung an tatsächlichen Stromverbrauch mit Jahresrechnung

Neuer Abschlag = Gesamtstromkosten aus dem Vorjahr : 12 Monate

Der Abschlag als Vorauszahlung der Stromrechnung

Die Stromabschlagszahlung kommt den meisten Verbrauchern meist erst mit der Stromendabrechnung in den Sinn. Nämlich dann, wenn eine Nachzahlung oder Gutschrift ansteht und die Abschlagszahlung für das folgende Jahr festgelegt wird. Doch was genau ist der Stromabschlag?

Im Grunde handelt es sich dabei um eine monatliche Anzahlung für den zu erwartenden Stromverbrauch. Zuvor wird die Höhe für den Abschlag auf Basis einer Schätzung festgelegt und dann in zeitlich regelmäßigem Abstand an den Stromanbieter gezahlt. Je nachdem, ob der Abschlag zu niedrig oder zu hoch angesetzt ist, erwarten den Verbraucher mit der Jahresrechnung eine Nachzahlung oder Gutschrift. Zudem erfolgt mit der Jahresrechnung die Anpassung des Abschlags für das darauf folgende Jahr.

Allerdings müssen Verbraucher nicht bis zur Stromrechnung auf einen neuen Abschlag warten. Nach einem Blick auf den Stromzähler, können sie diesen bei ihrem Energieversorger auch selbst mehrmals im Jahr anpassen, um zu hohe Nachzahlungen zu vermeiden. Wir werden später im Text noch genauer darauf eingehen.

Wann und wie oft ist die Abschlagszahlung fällig?

Wie eingangs erwähnt, gehen Stromendkunden für den voraussichtlichen Stromverbrauch in Vorkasse. Damit soll eine Zahlung des Stroms sichergestellt werden, welche Verbraucher vor einer plötzlichen Stromabschaltung schützt. Die Abschlagszahlung erfolgt auf regelmäßiger Basis, die je nach Stromanbieter unterschiedlichen Rhythmen, zum Beispiel Monats-, Quartals- oder einem Jahresturnus, folgen können. In der Regel sind aber monatliche Strom Abschlagszahlungen üblich. Die Jahresabrechnung erfolgt mit Ende des Verbrauchsjahres. Dieses muss aber nicht mit dem Kalenderjahr übereinstimmen.

Zusammensetzung der Strom Abschlagszahlung

Wie hoch die Abschlagszahlung ausfällt ist einerseits abhängig vom Strompreis des Stromanbieters und andererseits vom Stromverbrauch des Kunden. Wirft man einen Blick auf den Strompreis, so setzt sich dieser aus den beiden Komponenten Strom Grundpreis und Strom Arbeitspreis zusammen. Darin enthalten sind Steuern, Abgaben und Umlagen (Details dazu unter Strompreiszusammensetzung). Sobald eine Änderung der Steuern oder des Strompreises am Markt vorgenommen wird, muss auch der Stromanbieter seinen Preis anpassen. In der Regel äußert sich dies durch steigende Abschlagszahlungen.

Achtung: Der Anbieter ist verpflichtet den Vebraucher bei einer Strompreiserhöhung 14 Tage zuvor darüber zu unterrichten. Für Verbraucher entsteht hier ein Sonderkündigungsrecht, auch wenn die Strompreiserhöhung durch staatliche Aufschläge bedingt ist.

Die zweite wichtige Komponente für die Strom Abschlagszahlung ist der Stromverbrauch des Endnutzers. Bei Bestandskunden orientiert sich der Abschlag an dem Vorjahresverbrauch. Zur Berechnungsgrundlage für Neukunden dagegen ziehen Stromanbieter zunächst Schätzwerte heran. Diese basieren auf der Haushaltsgröße (z.B. 1 Person = 1.500 kWh/Jahr; 2 Personen = 2.500 kWh/Jahr), aber auch der Verbrauch des vorherigen Mieters der Wohnung oder der Durchschnittsverbrauch vergleichbarer Haushalte werden herangezogen.

Den Strom Abschlag berechnen

Damit die Strom Jahresabrechnung keine Überraschung in Form einer unerwarteten Nachzahlung bereithält und Endverbraucher eine bessere Kostenkontrolle haben, ist es gut zu wissen, wie sich der aktuelle Abschlag überprüfen lässt. Die Berechnung dafür erfolgt auf der Basis des Stromverbrauchs im vorangegangenen Jahr. Daraus gehen für den monatlichen Abschlag die Vorjahresstromkosten geteilt durch 12 Monate hervor.

Abschlag berechnen: Gesamtstromkosten aus dem Vorjahr : 12 Monate = neuer Abschlag

Angenommen der Jahresverbrauch eines 2-Personenhaushaltes lag im Vorjahr bei 2.500 kWh und der Abrechnungszeitraum startet Anfang April. Nach dem ersten Quartal, also Ende Juni, zeigt der Zählerstand nun einen Wert von 850 kWh. Damit zeichnet sich bereits ein höherer Stromverbrauch ab, denn auf das gesamte Jahr hochgerechnet, wäre bei diesem Wert mit 3400 kWh zu rechnen. Das sind 400 kWh mehr als im Vorjahr und liegt über dem angenommenen Jahresverbrauch, was bei der Jahresrechnung eine Nachzahlung nach sich ziehen würde.

Abschlag - zu hoch oder zu niedrig

In der Jahresendabrechnung verrechnet der Stromanbieter die geleisteten Abschläge mit dem tatsächlich im Verbrauchsjahr genutzten Strom. Waren die Abschläge zu hoch berechnet, haben Letztverbraucher zu viel für den Strom gezahlt, woraus sich aus der Abrechnung ein Guthaben ergibt. Nach §40c Abs. 4 des Energiewirtschaftsgesetzes (EnWG) muss das Guthaben entweder mit der nächsten Abschlagszahlung verrechnet werden oder aber innerhalb von zwei Wochen an den Letztverbraucher ausgezahlt werden.

Häufiger jedoch tritt der Fall ein, dass die Abschläge zu niedrig angesetzt waren. Der Endverbraucher hat also noch zu wenig für den verbrauchten Strom bezahlt und muss die Differenz aus allen Abschlagszahlungen und dem tatsächlich verbrauchten Strom in Form einer Nachzahlung begleichen.

Hohe Nachzahlungen vermeiden, Strom Abschlagszahlung anpassen

Ändert sich der Stromverbrauch, beispielsweise durch die Nutzung vieler Geräte oder einer weiteren Person im Haushalt, lohnt es sich, schon während des Verbrauchsjahres die Mehrkosten für den Strom zu berücksichtigen. Verbraucher ersparen sich eine hohe Nachzahlung, indem sie frühzeitig ihren Abschlag beim Anbieter anpassen. Dazu müssen sie lediglich ihren Stromzähler ablesen und den aktuellen Zählerstand an den Anbieter weitergeben. Dieser kann dann den Abschlag für den darauffolgenden Monat neu berechnen. Für gewöhnlich haben Verbraucher die Möglichkeit, bis zu drei Mal im Jahr ihren Abschlag anzupassen.

Viele Energieversorger erleichtern ihren Kunden die Abschlagsanpassung inzwischen über das jeweilige Kundenportal. Hier können Kunden ihren eigens abgelesenen Stromstand im Onlineportal oder per App eingeben und der Anbieter berechnet den neuen Abschlag. Wie oft dieser angepasst werden kann, ist abhängig vom Anbieter. So sind bei manchen beispielsweise Abschlagerhöhungen jederzeit möglich, Senkungen dagegen einmal pro Abrechnungszeitraum. Wieder andere ermöglichen eine Anpassung quartalsweise.

Stromanbieter ohne Abschlagszahlung

Bei Standard-Tarifen ist es üblich, die Stromkosten über den Stromabschlag zu begleichen. Es gibt allerdings auch Stromanbieter, die die Stromkosten ohne Abschlagszahlungen abrechnen. Dabei handelt es sich oft um Strompakete, die zu günstigen Tarifbedingungen Angeboten werden. Hier ist jedoch Vorsicht geboten: Sollte weniger Strom verbraucht werden, als das gekaufte Strompaket beinhaltet, gibt es keine Rückerstattungen. Ist das Gegenteil der Fall und der Stromverbrauch liegt über dem Strompaket, folgt auch hier eine Nachzahlung. Wer sich für einen Stromtarif ohne Abschlagszahlung interessiert, sollte seinen Verbrauch also möglichst genau einschätzen können, damit die Tarifkosten mit dem tatsächlichen Stromverbrauch bestmöglich übereinstimmen.  

Fragen und Antworten rund um die Abschlagszahlung Strom

Was ist ein Abschlag?

Die Abschlagszahlung für Strom ist eine Vorauszahlung der Stromrechnung. Dabei handelt es sich um eine Schätzung für den voraussichtlichen Jahresverbrauch von Strom. Die Abschlagszahlungen sind in der Regel monatlich zu leisten. Mit Erstellung der Jahresabrechnung wird der Abschlag dem tatsächlichen Stromverbrauch angepasst.

Wann wird der Strom Abschlag gezahlt?

Bei der Abschlagszahlung handelt es sich in der Regel um eine monatliche Vorauszahlung der Stromrechnung. Der Abrechnungsturnus ist nicht bei jedem Stromanbieter gleich. Während der Abschlag üblicherweise monatlich zu zahlen ist, erheben manche Stromanbieter einen Abrechnungsrhythmus von Quartals-, halbjährlichen oder sogar ganzjährigen Vorauszahlungen.

Wie hoch ist der Strom Abschlag?

Als Grundlage für den Abschlag wird die vorangegangene Jahresabrechnung für Strom herangezogen. Dieser Betrag wird durch 12 Monate geteilt und ergibt so den Abschlag für das kommende Jahr. Für Neukunden richtet sich der Stromanbieter zur Schätzung des Abschlags nach der Haushaltsgröße (Ein-, Zwei- oder Mehrpersonenhaushalt) oder zieht Werte zum Durchschnittsverbrauch vergleichbarer Haushalte heran.

Wie berechne ich den Abschlag bei Strom?

Am Ende des Verbrauchsjahres erhält der Verbraucher eine Stromabrechnung für den tatsächlich verbrauchten Strom. Dieser Betrag wird mit den über das Jahr geleisteten Abschlägen verrechnet. Je nachdem ob zu viel oder zu wenig Strom gezahlt wurde, erhalten Verbraucher eine Gutschrift oder müssen eine Nachzahlung leisten. Der neue Abschlag berechnet sich aus den Kosten des Jahresverbrauchs geteilt durch 12 Monate.