Ein Anschluss - drei Funktionen
Heutzutage hat die Multifunktions-Dose im Zuge des Ausbaus der Kabelverfügbarkeit die ursprüngliche Kabel-Dose als Anschlussstandard ersetzt. An dieser lassen sich nun nicht mehr nur Fernseher und Radio-Empfangsgeräte anschließen, eine dritte Buchse macht zudem den Anschluss eines Kabel-Modems möglich. Dieses wiederum bildet die Schnittstelle für Telefon-Endgeräte und einen PC oder Router und ermöglicht somit die Nutzung des TV-Kabels als Telefon- und Internetleitung.
Wie wird die dreifache Nutzung des TV-Kabels technisch möglich?
Ursprünglich erfolgte die Versorgung mit Kabel TV über einfache Koaxialkabel, die den analogen Empfang des Fernsehsignals über eine geringe Anzahl von Kanälen ermöglichten. Um auch Internet und Telefon über das TV Kabel nutzen zu können, mussten jedoch Bandbreiten aufgesplittet und somit für eine größere Anzahl von Kanälen verfügbar gemacht werden, da für beide Funktionen ein Rückkanal zum Datenversand benötigt wird. Hierfür erfolgte eine umfassende Modernisierung des Kabelnetzes, in deren Zug Koaxialkabel durch Lichtwellenleiter aus Glasfaser ersetzt wurden. Ein weiterer Schritt der Modernisierung war die Digitalisierung der Signale, zur Vergrößerung des Frequenzspektrums, in dem Daten empfangen und verschickt werden können.
Um den Rückkanal schließlich nutzen zu können, ist als technische Komponente ein Kabelmodem erforderlich, welches die Verbindung zwischen Computer und Kabelnetz herstellt. Der zur Telefonie darüber hinaus notwenige Adapter (MTA oder Multimedia Terminal Adapter) ist in den meisten Kabel- Modems bereits integriert. Diese Hardware-Komponenten dienen jedoch nur für den Empfang des analogen Signals. Um auch den digitalen Empfang, etwa von TV- und Radio-Programmen zu ermöglichen, wird zudem eine so genannte Set-Top-Box als Receiver benötigt.
Highspeed - auch auf der letzten Meile
Im Gegensatz zur DSL Kupferleitung können über das TV Kabel unabhängig vom Bezugsstandort hohe Bandbreiten von bis zu 100 Mbit/s bereitgestellt und genutzt werden. Grund hierfür ist, dass für den Ausbau der Kabelverfügbarkeit auf Glasfasertechnologie zurückgegriffen wird, die einen leistungsstarken Anschluss entweder direkt in die Wohnung (FTTH = Fibre to the home) oder zumindest bis ins Haus (FTTB = Fibre to the building) bringt.
Durch den festgelegten Technikstandard für die jeweilige Kabelschnittstelle, an welcher das Kabel- Modem Anschluss findet (DOCSIS 3.0) wird zudem einem der Distanz zwischen Bezugspunkt und Verstärker geschuldetem Signalverlust vorgebeugt. |