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Wimax - Konkurrenz für DSL-Zugänge?

DSLWEB News vom 23. Februar 2004
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Erst vor ein paar Wochen startete die übertragungstechnologie UMTS und schon taucht mit Wimax eine neue Funktechnologie auf, die auch für DSL eine neue Konkurrenz darstellt, da diese Technologie eine fünfzig mal schnellere Geschwindigkeit aufweist als DSL.

"Die neuen Stadtnetze werden zunächst eine Konkurrenz für DSL-Anschlüsse an das Internet sein, langfristig aber auch für UMTS", erwartet der technische Direktor bei Intel, Herbert Weber.

Bei Wimax handelt es sich um eine technische Weiterentwicklung der drahtlosen Funkübertragungstechnik WLAN. Derzeit wird Wimax nur in Expertenkreisen diskutiert aber die Zahl der Interessenten daran nimmt stark zu.

"Mehr als 200 Technologieunternehmen haben sich im Wimax-Forum zusammengeschlossen, um die nötigen technischen Standards zu entwickeln", erklärte Weber.

Die weltweit tätigen Technologiekonzerne Intel, Nokia und AT&T gehören mit zu diesem Wimax-Forum und fördern mit ihren technologischen KnowHow diese neue Technik.

Die technischen Fähigkeiten von Wimax sind beeindruckend, denn ein Wimax-Sender hat eine theoretische Reichweite von 50km und kann dabei 70 Millionen Zeichen in der Sekunde übertragen.

Im Vergleich zu DSL und UMTS wäre Wimax fünfzig bzw. zweihundert mal schneller bei der Datenübertragung.

Als weiterer Vorteil sind die geringeren Kosten für eine passende Infrastruktur zu nennen.

"Die Betreiber der Telekommunikationsnetze in Deutschland möchten nicht noch einmal kalt erwischt werden wie von den W-LANs. Die Unternehmen prüfen daher genau, ob Wimax eine Chance oder eine Bedrohung darstellt", beobachtete Klaus-Dieter Kohrt vom Mobilfunkunternehmen Siemens Mobile.

Derzeit wird die berühmte letzte Meile in die Haushalte durch die Deutsche Telekom besetzt, welche die Telefonleitungen zur Verfügung stellt worüber auch DSL läuft.

Eine hohe strategische Bedeutung hat diese letzte Meile bei den Mitbewerbern der Telekom denn nur diese ermöglicht einen direkten Kundenkontakt.

Noch rund 90 Prozent der Kundenkontakte inklusive DSL-Anschlüssen (T-DSL) liegen bei der Deutschen Telekom AG.

Durch Wimax könnten die Konkurrenten der Deutschen Telekom die letzte Meile umgehen, da via Funk die Daten von einem Haus zu einer Sendeanlage gesendet und dort direkt in einen Backbone (Hochgeschwindigkeitsnetz) eingespielt werden.

Im Haus sorgt dann WLAN für eine Verbindung ins Internet, die sogar schneller als die aktuelle DSL-Technik ist.

"Selbst wenn sich viele Nutzer einen Sendemast teilen, sind Bandbreiten zwischen 2 und 5 Megabit je Sekunde kein Problem", erklärte Herbert Weber.

Die Datenübertragungsrate liegt zwischen 768 Kbit/Sekunde und 1536 Kbit/Sekunde bei DSL.

"Diensteanbieter und Telekommunikationsausrüster machen sich für die Wimax-Technologie stark, da sie enorme Kostenvorteile bei der überbrückung der letzten Meile bietet und es so ermöglicht, auch abgelegene Orte, bei denen eine Kabelverbindung zu teuer wäre ans Internet anzubinden", erklärte Sean Mantonel vom amerikanischen Chiphersteller Intel.

"Wir sind überzeugt davon, dass Wimax zertifizierte Systeme große Teile der Welt vernetzen und das drahtlose Zeitalter einläuten werden.", so Mantonel weiter.

Derzeit wird die Entwicklung von Wimax-Peripherie für Notebooks durch das Wimax-Forum vorangetrieben jedoch verbrauchen laut Weber die benötigten Wimax-Anwendungen aktuell noch zuviel Energie.

Die Technik befindet sich laut der Frankfurter Allgemeinen Zeitung derzeit noch in der Testphase aber schon im nächsten Jahr sollen die ersten Produkte laut Weber für den stationären Einsatz zur Verfügung stehen.

In Deutschland soll Wimax durch Kooperationen zwischen Mobilfunkbetreibern und Anbietern von Backbones verbreitet werden.

Solche Backbones betreiben neben der Deutschen Telekom auch die Unternehmen Colt Telecom, Telefonica, Arcor, und die Hamburger freenet.de AG.

Mehr Infos zum Wimax-Forum auf www.wimaxforum.org

Quelle: Frankfurter Allgemeine Zeitung www.faz.net

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