DSLWEB News vom 06. März 2004
Nach einer Studie der beiden Marktforschungsinstitute Screen Digest aus London und Goldmedia aus Berlin wird Deutschland im Jahre 2008 nicht mehr an der Spitze des Breitbandmarktes sein. Diese Spitzenposition wird England nach der Studie in vier Jahren erreichen und 12,7 Millionen Haushalte über einen Breitbandanschluss verfügen, was einem Anteil von 47 % aller britischen Haushalte entsprechen würde.
Die Forscher der beiden Marktforschungsinstitute sehen in den stark ausgebauten Kabelnetzen in England eine Schlüsselfunktion.
Dort werden im Jahre 2008 rund 4,1 Millionen Haushalte über ein Digitalkabel ins Internet gehen.
Laut Klaus Goldhammer dem Geschäftsführer von Goldmedia sieht es für einen schnellen Ausbau der breitbandigen Kabelnetze inklusive Rückkanal eher nicht so gut aus.
Zwar verfügt Deutschland über ein großes Kabelnetz und knapp 1 Million Haushalte sind auch für Breitbanddienste aufgerüstet, jedoch nutzen derzeit nur weniger als 70.000 Kunden laut Goldmedia ein Digitalkabel für den Zugang ins Internet.
In den anderen europäischen Ländern wird das Breitbandkabel nur eine geringe Marktstellung einnehmen. So verfügt Italien nur über kein nennenswertes Kabelnetz.
Die Breitbandtechnologie DSL (Digital Subscriber Line) wird nach der Studie der beherrschende Onlinezugang bleiben.
Im Jahre 2008 werden 8,5 Millionen britische Haushalte nach den Schätzungen von Goldmedia über einen DSL-Anschluss verfügen.
Für Deutschland erwartet das Berliner Marktforschungsinstitut Goldmedia eine Verdoppelung der aktuell rund 5 Millionen DSL-Anschlüsse.
“Im Unterschied zu anderen europäischen Märkten hat Großbritannien ein gut ausgebautes Digitalnetz und die Einführung von Broadband wurde von Kabelnetzbetreibern stark forciert. Das Aufkommen alternativer Netzwerkangebote in Großbritannien hat den Wettbewerb angeheizt und wird so das Wachstum von Breitband stärker antreiben als in anderen europäischen Märkten“, erklärte Arash Amel, der Breitbandspezialist von Screen Digest.