DSLWEB News vom 02. März 2004
Der Bonner Telekommunikationskonzern Deutsche Telekom AG wird die Gebühren für seine Mitbewerber zur Nutzung der Breitbandkabel senken. Dies teilte die EU-Kommission gestern Abend in Brüssel mit.
Aufgrund dieser Gebührensenkung stellte die EU das Verfahren gegen die Deutsche Telekom wegen möglichen Missbrauches ihrer monopolartigen Stellung im Telekommunikationsmarkt.
Die EU-Kommission beschwerte sich aufgrund der hohen Telekom-Preise weil dadurch das Breitbandgeschäft für ihre Mitbewerber weniger rentabel sein könnte.
Laut der EU ist die Deutsche Telekom der dominierende Marktteilnehmer bei den Breitbandzugängen in Deutschland weil der Konzern seine Breitbandleitungen an seine Mitbewerber vermiete.
Im bundesweiten Anschlussnetz ist die Deutsche Telekom der einzige Netzbetreiber in Deutschland. Damit Wettbewerber ihren Kunde vergleichbare Dienste anbieten können, müssen diese auf die Infrastruktur der Telekom zugreifen indem sie die Breitbandleitungen anmieten.
Nach mehr als drei Jahren Wettbewerb verfüge die Telekom noch immer über einen Marktanteil von 90 Prozent bei den Endkundenzugangsdiensten.
Das Verfahren gegen die Telekom wurde im Jahre 2002 wegen einer Beschwerde des deutschen Konkurrenten QSC AG, der ein eigenes DSL-Netz betreibt, eingeleitet.
Bei den Ermittlungen gab es Hinweise dass der Bonner Konzern seine marktbeherrschende Stellung im deutschen Telekommunikationsmarkt seit März 2002 missbraucht habe und dass genau zu dem Zeitpunkt bei dem die Line-Sharing-Gebühren zum ersten Mal von der deutschen Regulierungsbehörde für Telekommunikation und Post (RegTP) festgelegt wurden.