DSLWEB News vom 05. April 2008
Die hohe Wettbewerbsdynamik auf dem DSL Markt setzte sich auch 2007 fort. Wie die Bundesnetzagentur im Rahmen der Vorstellung ihres Jahresberichtes mitteilte, wurden hierzulande im vergangenen Jahr mehr als vier Millionen neue DSL Anschlüsse geschaltet – ein Wert, durch den die Gesamtzahl aller Anschlüsse auf rund 18,5 Millionen gestiegen ist.
Über 50 Prozent der neuen Anschlüsse wurde bei den Konkurrenten der Telekom bestellt, knapp die Hälfte aller DSL Kunden hat mittlerweile einen Vertrag bei einem der Wettbewerber. Vor allem die DSL Anbieter mit eigenem Netz konnten sich 2007 über einen regen Kundenzuspruch freuen: mit etwa 6 Millionen geschalteten Anschlüssen hatten sie zum Jahresende einen Marktanteil von rund 32 Prozent inne. Der Anteil an Resale-Anschlüssen schrumpfte hingegen von gut 22 auf 18 Prozent.
Für den Branchenverband VATM, in dem sich die Telekom-Wettbewerber zusammengeschlossen haben, stellt sich die Situation am DSL Markt jedoch nicht so rosig dar. "Die Bundesnetzagentur beschönigt die Wettbewerbssituation im Festnetzbereich", ließ VATM-Geschäftsführer Jürgen Grützner verlauten. Aus Sicht des Verbands nutzt die Telekom, die über 80 Prozent der Festnetzanschlüsse unter Vertrag hat, zur Wahrung und zum Ausbau ihrer Kundenzahl unzulässige Bündelangebote aus Telefon- und DSL Anschluss mit zweijähriger Vertragslaufzeit. Durch diese Verknüpfung kann der Verbraucher auch den Anbieter des Festnetzanschlusses nicht kurzfristig, sondern erst nach Ablauf des Gesamtvertrages wechseln. Eine Beschränkung, die dem Ziel der fairen Marktöffnung entgegen wirke.