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DSLWEB Marktreport

DSL Marktanteile in Deutschland im 4. Quartal 2009
DSLWEB Special, Stand April 2010

Der DSL Markt im 4. Quartal 2009

Zum Ende des 3. Quartals 2009 lag die Zahl der von den sechs größten deutschen DSL Anbietern geschalteten DSL Zugänge bei 21,27 Millionen. Im traditionell zuwachsstarken 4. Quartal konnten die Top-Provider weiter zulegen und brachten es im Zeitraum von 1. Oktober bis 31. Dezember 2009 auf geschätzte 170.000 Netto-Neukunden. Zum Jahresende stellten sie damit rund 21,45 Millionen DSL Breitband-Anschlüsse in Deutschland bereit.

Genaue Aussagen zur Gesamtzahl der im Q4 2009 geschalteten Anschlüsse lassen sich nicht treffen, da für Alice keine aktuellen Daten vorliegen. Der Grund: Über den Jahreswechsel hinweg wurde mit dem Verkauf von HanseNet an o2 die nächste Übernahme auf dem deutschen DSL Markt perfekt gemacht.

Wachstum bei Deutscher Telekom zieht wieder an

Nachdem die Zahl der Netto-Neukunden der Deutschen Telekom im Q3 2009 aufgrund extrem hoher Anschlussverluste auf gerade einmal 72.000 gesunken war, fand der Marktführer in den letzten Monaten des Jahres mit einem Plus von 176.000 Anschlüssen zu alter Stärke zurück. Ein entscheidender Faktor: Während T-Home die Kunden-Abwanderung zuvor nur mit Mühe kompensieren konnte, sanken die Anschlussverluste im Q4 2009 mit 417.000 auf den niedrigsten Stand seit 2004. Insgesamt betrug die Zahl der Telekom DSL Kunden zum 31. Dezember 2009 rund 11,48 Millionen.

Sehr zufrieden zeigte sich die Telekom mit der Entwicklung ihres Triple-Play-Produkts T-Home Entertain. Wie angepeilt, erreichte T-Home zum Jahresende die Marke von einer Million vermarkteten Entertain-Paketen, wobei sich die Zahl der aktiven Entertain-Zugänge derzeit auf etwa 800.000 beläuft. Den zunehmenden Erfolg des eigenen Online-TVs schreibt die Telekom auch dem 2009 neu eingeführten Fußball Bundesliga-Sender LIGA total! zu, der exklusiv über T-Home Entertain zu empfangen ist.

Marktanteile DSL Anbieter Deutschland Q4 2009

Vodafone setzt sich gegen 1&1 durch

Vodafone DSL war der zweite große Gewinner im Q4 2009. Das Unternehmen konnte 131.000 weitere DSL Kunden verbuchen - ein Plus von rund 4 Prozent - und sich mit insgesamt 3,4 Millionen eigenen DSL Anschlüssen vor den Konkurrenten 1&1 schieben. Dieser musste seine Kundenzahlen zum Jahresende deutlich nach unten korrigieren: Nach der Übernahme der DSL Sparte der Freenet AG im Mai 2009 wurde ursprünglich damit gerechnet, die eigene Kundenbasis im Laufe des Jahres um rund 700.000 ehemalige Freenet-Kunden erweitern zu können. Tatsächlich konnten jedoch lediglich 580.000 Freenet-Verträge zu 1&1 transferiert werden. Die Zahl der von 1&1 ausgewiesenen DSL Kunden rutschte so von 3,44 Millionen im 3. Quartal auf 3,31 Millionen im Q4 2009 ab.

Telecom Italia verkauft HanseNet an Telefónica

Bisher war o2 vor allem auf das Mobilfunkgeschäft ausgerichtet und konnte nur eine vergleichsweise geringe Anzahl an Festnetz-Kunden vorweisen. Trotz einer Zuwachsrate von rund 4,6 Prozent hat das Neukunden-Geschäft der DSL Sparte zuletzt merklich an Schwung verloren - mit 13.000 zusätzlichen Anschlüssen erreichte o2 DSL im Q4 2009 das schwächste Ergebnis seit Ende 2007.

Dennoch geht o2 DSL deutlich gestärkt ins neue Jahr. Im Dezember übernahm das spanische Telekommunikations-Unternehmen Telefónica, zu dem auch o2 Germany gehört, für 900 Millionen Euro den deutschen DSL Anbieter HanseNet. Unter dem Markennamen Alice führte HanseNet zum Ende des 3. Quartals 2009 rund 2,3 Millionen DSL Kunden - aktualisierte Zahlen werden voraussichtlich erst zum Abschluss des 1. Quartals 2010 veröffentlicht. Zwar soll Alice zunächst als Marke weiter bestehen bleiben, allerdings werden beide Unternehmen künftig eng zusammenarbeiten. Ein erster Schritt in diese Richtung ist beispielsweise die Vermarktung der Alice-Produkte über die Ladenlokale von o2.

Kabel Internet entwickelt sich zur ernstzunehmenden Konkurrenz

Zwar konnten die drei großen Kabelnetzbetreiber Kabel Deutschland, Unitymedia und Kabel BW mit 127.000 zusätzlichen Kabel Internet Anschlüssen im Q4 2009 nicht ganz so viele neue Internetzugänge schalten wie noch in den letzten beiden Quartalen (Q3: +161.000; Q4: +166.000), dennoch liegen ihre Wachstumsraten aktuell weit über denen der DSL Anbieter.

Kabel-Internet in Deutschland

Durch die laufende Umstellung auf den neuen Netzstandard DOCSIS 3.0 werden über das Kabelnetz zudem bald flächendeckend Übertragungs-Geschwindigkeiten verfügbar, die sogar deutlich über denen moderner VDSL Anschlüsse liegen. Kabel BW und Unitymedia schalten in einigen ausgewählten Städten bereits die ersten Hochgeschwindigkeits-Anschlüsse mit Datenraten von bis zu 120 Mbit/s. Dies weckt Begehrlichkeiten bei den DSL Anbietern: Sowohl 1&1 als auch die Deutsche Telekom haben von der Bundesnetzagentur deshalb bereits eine Öffnung der Kabelnetze nach dem Vorbild des klassischen Festnetzes verlangt. Diese Forderung wurde vom Präsidenten der Bundesnetzagentur, Matthias Kürth, jedoch vorerst zurückgewiesen - da die Kabelnetzbetreiber nur auf einen Marktanteil von rund 10 Prozent kämen und die Regulierung immer an eine marktbeherrschende Stellung anknüpfen müsse, sei ein Eingreifen der Behörde nicht erforderlich.

Zahlen und Fakten zum derzeitigen Marktgeschehen finden sich im aktuellen DSLWEB Marktreport.

Grafiken und Zahlenmaterial zur DSL Marktentwicklung


Im DSLWEB Pressebereich finden Sie weitere Grafiken mit Informationen zur Kundenentwicklung auf dem deutschen Breitband-Markt. Für die Veröffentlichung in Online- und Printmedien sind die Schaubilder dort in verschiedenen Datei-Formaten hinterlegt: DSLWEB Pressebereich

Nähere Informationen zu den Geschäftszahlen der einzelnen Anbietern finden sich außerdem in folgenden News-Meldungen zu den Ergebnissen des 4. Quartals 2009:

Vodafone: Vodafone DSL erneut mit hohen Neukundenzahlen - 04. Februar 2010
T-Home: Wieder mehr Neukunden für T-Home DSL - 25. Februar 2010
o2: o2 DSL mit gebremstem Kundenwachstum - 26. Februar 2010
1&1: Einbruch bei 1&1 DSL Kundenzahlen - 25. März 2010
Kabel Internet: Kabel Deutschland, Unitymedia und Kabel BW legen weiter zu - 19. März 2010

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